TAC: Google gibt 19 Milliarden Dollar pro Jahr für den Platz als Standard-Suchmaschine & Apps aus

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Der Großteil der Google-Dienste wird kostenlos angeboten und durch Werbung finanziert, wobei Googles Websuche immer noch ganz oben steht und die meisten Umsätze generiert. aber Googles Marke alleine reicht nicht aus, um die Nutzermassen immer wieder zu den eigenen Angeboten zu locken, und so lässt man sich die Platzierung als Tandard-Suchmaschine sehr viel Geld kosten – und genau das ruft derzeit besorgte Investoren auf den Plan, die einen Gewinneinbruch befürchten.


Wer sich in der westlichen Welt einen Browser installiert oder ein neues Smartphone kauft, kann zu einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Google darin prominent platziert ist und bei allen Möglichkeiten zur Websuche als Standard eingestellt ist. Das kommt aber nicht etwa davon dass es einfach die populärste Suchmaschine ist, sondern weil Google enorm viel Geld an die Hersteller überweist um diesen Standard auch weiterhin zu behalten.

google tac tax

Laut Analysten hat Google allein im vergangenen Jahr 19 Milliarden Dollar zum Einkauf von Traffic ausgegeben – die sogenannten Traffic Acquisition Cost (TAC). Ein großer Teil davon ist an die Smartphone-Hersteller geflossen, damit sie Google auch weiterhin als Standard einstellen und prominent auf dem Homescreen platzieren. Allein Apple lässt sich das nun mit 3 Milliarden Dollar pro Jahr bezahlen und Samsung fordert sogar ganze 3,5 Milliarde Dollar pro Jahr – und auch die anderen Hersteller und Browser-Entwickler dürften es nicht mehr nur aus Nächstenliebe machen.

Der Anteil der TAC liegt damit nun schon bei 11 Prozent des gesamten Jahresumsatzes und steigt damit kontinuierlich immer weiter an. Im Jahr 2012 lag der Wert noch bei 7 Prozent. Da der Umsatz schon seit Jahren ständig ansteigt, zeigt das, dass die TAC noch schneller steigen und eben auch einen immer größeren Anteil fressen. Das geht natürlich zu Lasten des Gewinn, den die Investoren auch jedes Jahr höher sehen möchten als zuvor. Bisher gelingt es dem Unternehmen noch, den Gewinn in fast jedem Quartal zu steigern, aber die von den Analysten aufgezeigte Gefahr ist schon sehr Real.

So lange der Umsatz im gleichen Tempo steigt war das ganze noch kein Problem, aber mittlerweile ist es das sehr offensichtlich.




google tac detail

Auch Googles Analysten dürften dieses Problem wohl erkannt haben, so dass sich das Unternehmen nun noch stärker auf die Entwicklung eigener Hardware konzentriert, die dann im Umkehrschluss natürlich kein Geld kostet. Jedes verkaufte Pixel-Smartphone ist natürlich auch ein weniger verkauftes Samsung-Smartphone, iPhone oder ein Smartphones eines anderen Herstellers, für dass dieser wiederum Geld sehen möchte. Mit Google Home bringt man die Suchmaschine ebenfalls direkt an die Nutzer, ohne dafür zusätzliche Kosten zu haben.

Natürlich könnte man es auch darauf ankommen lassen und den Herstellern kein Geld mehr überweisen, und sich so locker einige Milliarden sparen. Die Frage ist dann eben, ob die Nutzer dennoch die Google-Suche aufrufen und die anderen Google-Apps verwenden, wenn sie ihnen nicht direkt vor die Nase gehalten werden. Das ist aber ein sehr riskantes Spiel, auf das man sich gerade als börsennotiertes Unternehmen wohl nicht einlassen kann. Kurzfristig würde der Umsatz wohl weniger sinken als die eingesparten Kosten, aber langfristig könnten sich die Nutzer so an etwas anderes gewöhnen.

[Bloomberg]


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