YouTube Kids: US-Verbraucherschützer reichen Beschwerde wegen Werbeverstößen ein

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Es ist noch keine zwei Monate her dass Google die YouTube Kids-App vorgestellt hat, und schon bekommt man Ärger mit den Verbraucherschützern: Diese haben sich zusammengeschlossen und bei der US-amerikanischen Handelsbehörde FTC eine Beschwerde eingereicht. In dieser wird moniert, dass die App nicht eindeutig zwischen Inhalten und Werbung trennt und es für das Kind nicht sichtbar ist, ob es nun gerade ein Video oder einen Werbespot sieht. Dafür legte man einige Beispiel vor.


So wie auch hierzulande sehen die US-Gesetze vor, dass redaktioneller Inhalt und Werbung deutlich voneinander getrennt werden müssen. Gerade bei Kinder-Apps sind die Regeln noch um einiges schärfer, da diese noch sehr viel größere Probleme damit haben die beiden Formen voneinander zu unterscheiden. Die Regeln dafür sehen vor, dass zwischen einem redaktionellen Video und einem Werbespot ein mindestens fünfsekündiger Bumper geschaltet werden muss – also eine Pause die die Werbung ankündigt.

Genau diese vorgeschrieben Pause fehlt in der YouTube Kids-App völlig, die Werbespots werden einfach direkt vor dem Video geschaltet und werden von dem Kind daher nicht als solche erkannt. Studien haben ergeben, dass ein Kind tatsächlich nicht in der Lage ist die beiden Inhalte zu trennen. Außerdem ist auch die Werbung für „Essen und Trinken“ in der Kids-App laut Googles eigenen Richtlinien verboten, dennoch gibt es einen Kanal der Fast-Food-Kette McDonalds, der natürlich kaum etwas anderes zeigt und immer wieder die eigenen Burger ins Bild bringt.

Als weiteres Beispiel werden die berühmten Unboxing-Videos angeführt, die eben nicht immer nur von Hobby-Filmern durchgeführt werden sondern teilweise auch direkt von den Herstellern gesponsort werden – wieder ein klarer Bruch der Trennung zwischen Content und bezahlter Werbung. Außerdem widerspricht das der von der FTC neu eingeführten Regelung zur „Verwendung von Testimonials in der Werbung“.

Wir sorgen uns, dass Kinder einem endlosen Strom von Inhalten ausgesetzt werden, der nicht unbedingt erkennen lässt, dass hier Geschäftsbeziehungen mit Herstellern bestehen.
Sie poppen einfach auf dem Schirm auf, die Kinder sehen so sehr viel Werbung und bemerken nicht den Unterschied.



Die Beschwerde wurde von der Juristen-Hochschule Georgetown Law, dem Center for Digital Democracy, dem Interessenverband Campaign for a Commercial-Free Childhood und der Psychiatervereinigung Academy of Child eingereicht. Weder die FTC noch Google haben aber bisher offiziell auf die Beschwerde reagiert. Die Behörde dürfte diese aber an Google weitergeleitet haben, so dass das Unternehmen nachbessern kann. Da Google in diesem Jahr verstärkt auf Kinder zugehen möchte, wird man diese Beschwerden sicherlich Ernst nehmen um das Vertrauen der Eltern zu gewinnen und mehr Kinder zu erreichen.

[Spiegel Online]



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