Google.org: Endangered Languages Project zum Schutz aussterbender Sprachen

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Googles „philantrophischer Arm“ Google.org widmet sich einem neuen Projekt: Auf dem gerade eröffneten Portal Endangered Languages sind mehr 3000 Sprachen aufgelistet die, da sie kaum noch gesprochen oder gelehrt werden, vom aussterben bedroht sind. Die Website will daher eine zentrale Community mit Informationsquellen und Content in den jeweiligen Sprachen liefern.


Weltweit gibt es über 6.900 Sprachen von denen knapp die Hälfte vom aussterben bedroht sind, dass heißt das diese in 50 Jahren wahrscheinlich von keiner lebenden Person mehr gesprochen werden – der sogenannte Sprachtod. Google möchte dies verhindern und die bedrohten Sprachen sowohl vorstellen als auch Content in der jeweiligen Sprache liefern.

google.org endangered languages
Jede Sprache hat ihr eigenes kleines Portal mit Statistiken rund um diese Sprache, wie etwa der Gefährdungsgrad, die Anzahl der lebenden Sprecher, der Ursprung und ähnliche Sprachen. Weiters werden etwa YouTube-Videos, Bücher in Google Books und von Nutzern hochgeladene Dokumente angezeigt. Zu jeder Sprache steht auch ein Forum auf Basis der Google Groups zur Verfügung, auf dem man sich mit anderen Sprechern austauschen kann.

Leider hat Google derzeit noch keine Anstrengungen unternommen diese Sprachen selbst am Leben zu erhalten. Eine Websuche in all diesen Sprachen steht nicht zur Verfügung. Auch eine simplifizierte Version von Google Translate, meinetwegen nur als Wörterbuch ohne jede Grammatik-Logik, sucht man vergeblich. Solche Tools könnten eine Sprache wirklich am Leben erhalten.

Sprachen als Wissens-Archive
Doch warum ist Google der Schutz der Sprachen so wichtig? Man begründet die Unterstützung dieses Projekts damit, dass einige Sprachen über viele Jahrtausende gesprochen und geschrieben wurden und in dieser Zeit sehr viel Wissen zu Papier gebracht wurde – welches nach dem eventuellen aussterben für immer verloren wäre.

Google hat angekündigt das Projekt nur eine zeitlang federführend zu betreiben und es später an das First Peoples‘ Cultural Council und die Universität von Ost-Michigan abzugeben. Einen Zeitplan gibt es für diese Übergabe allerdings nicht.

Hier noch das offizielle Video von Google zum Projekt

» Endangered Languages
» Ankündigung im Google-Blog

[heise]


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