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Nachdem iOS 6 auf den meisten iGeräten angekommen ist, zeichnet sich ab dass aus dem ersten Google-freien iPhone langsam ein Anti-Google-Phone wird: Nachdem die Google Maps und die YouTube App nicht mehr vorinstalliert werden, versucht Apple nun auch gemeinsam mit Facebook gegen GMail zu sticheln.


Während die fehlende YouTube App ganz einfach durch Googles Version ersetzt werden kann, verhält es sich den Google Maps ganz anders. Diese stehen iPhone-Usern derzeit nur in der Browser-Version zur Verfügung, die allerdings wesentlich langsamer ist und einen sehr viel kleineren Funktionsumfang bietet.

Nun stellt sich natürlich die Frage warum Google keine eigene Maps App für das iPhone anbietet und den Apple Maps, welche in den ersten Tests durchgefallen sind Konkurrenz macht. Die Frage kann wohl damit beantwortet werden, dass Apple eine Google-Version entweder blockt oder absichtlich lange in der Review-warteschlange hält:

We believe Google Maps are the most comprehensive, accurate and easy-to-use maps in the world. Our goal is to make Google Maps available to everyone who wants to use it, regardless of device, browser, or operating system.

Diese Aussage stammt von einem Pressesprecher Googles und lässt den eigentlichen Grund für die fehlende iOS-Version offen. Zwischen den Zeilen gelesen steht dort allerdings, dass Apple die Maps nicht nutzen möchte und diese dann natürlich auch seinen Nutzern vorenthält. Apple akzeptiert bekanntlich auch kaum Apps die eine Kern-Funktion von iOS nachbilden – was bei Google Maps nun der Fall ist.

GMail-Adressen verschwinden vom iPhone
Gegen Googles GMail-App ist Apple derzeit machtlos und deren starke Verbreitung ist in Cupertino sicherlich ein Dorn im Auge – also packt man das “Problem” nun bei der Wurzel, in dem man einfach die Nutzung des gesamten GMail-Accounts erschwert. Ein Großteil der Apple-User besitzt einen GMail-Account und hat diesen auch in seinen Kontakten eingetragen.

Doch die ins System integrierte Facebook-App erweist sich als eMail-Killer: Aktiviert man die Kontakt-Synchronisierung mit Facebook, werden automatisch alle Kontakt-Adressen durch die @facebook.com Adresse ersetzt. Wer also den Mail-Empfänger aus dem Adressbuch heraus wählt, schreibt unwissentlich an eine ganz andere Adresse und der Empfänger wird die Mail wahrscheinlich sehr viel später oder garnicht lesen.

Bei diesem Vorgehen handelt es sich nicht nur um eine geschickte Promo für Facebooks Mail-System, sondern um einen gezielten Angriff Apples auf Googles GMail. Facebook hat sich zu dem Thema recht schwammig geäußert und den schwarzen Peter gleich zu Apple weiter geschoben.

We agreed upon the principles and Apple builds the experience. We’re trusting Apple to do the right thing with their system. We agree on the data delivered, and they’re in full control of the experience.

Besonders der letzte Satz belegt eindeutig dass die Sync-Funktion in dieser Form von Apple gewünscht und von Facebook akzeptiert wird. Ob das im Sinne der iOS-User ist sei mal dahin gestellt und es wird sicherlich nicht lange dauern bis die ersten “wichtigen” eMails ihre Empfänger nicht erreichen weil sie in Facebooks “Other Inbox” ohne Hinweis versauern.

Das Anti-Google-iPhone
Apple tut also alles dafür Google und deren Angebote aus iOS zu verdrängen und Google lässt es sich scheinbar (noch) gefallen. Offensichtlich setzt man darauf dass die User erkennen was sie an ihrer bunten Suchmaschine haben und dies als Grund für den Wechsel zu Android nehmen. Nicht wenige (lt. twitter) halten einzig wegen der fehlenden Google Maps das iOS-Update zurück.

[TechCrunch]

Siehe auch:
» Apple iPhone 5 – das erste (fast) Google-freie iPhone



Dieses Posting wurde von Jens verfasst.
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