Android Automotive: Die deutschen Hersteller wollen die neue Infotainment-Plattform nur ohne Google nutzen

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Google hat große Pläne mit dem Infotainment-Betriebssystem Android Automotive, das langfristig wohl die gesamte Android Auto-Plattform ersetzen soll. Das ist aber nur möglich, wenn die Fahrzeughersteller mitspielen und das Betriebssystem entsprechend umfangreich unterstützen. Für Google scheint das vor allem in Deutschland problematisch zu sein, denn mittlerweile haben drei sehr große Hersteller abgesagt.


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Für den Nutzer ist der Unterschied ist der Unterschied zwischen Android Auto und Android Automotive vergleichsweise gering, denn es gibt „nur“ eine optimierte Oberfläche und eine Reihe von zusätzlichen Funktionen, die über diese Plattform gesteuert werden können. Doch für die Fahrzeughersteller ist es ein sehr großer Schritt, von dem perspektivisch ein wichtiger Teil ihrer Unabhängigkeit und vielleicht auch ihre gesamte Zukunft abhängt.

Die Hersteller geben mit Android Automotive die Kontroller über den gesamten Infotainment-Bereich, über gesammelte Daten und über die Steuerung einer steigenden Anzahl an Fahrzeugfunktionen vollständig aus der Hand. Denn Google will Android Automotive nicht nur einfach auf etwas bereits bestehendes aufsetzen, sondern fordert maximalen Zugriff auf alle Daten und Steuermöglichkeiten in diesen Bereichen. Das wurde schon vor gut zwei Jahren von Volkswagen verraten und die zögerlichen Reaktionen und Absagen der anderen Hersteller lassen vermuten, dass an diesen Aussagen sehr viel dran ist.

Vor wenigen Tagen hat mit Mercedes-Benz ein weiterer großer Autohersteller Google eine Absage erteilt und will diesen Bereich in die eigenen Hände nehmen. Zwar möchte man das freie Betriebssystem Android Automotive verwenden, wird dabei aber auf jegliche Google-Produkte vom Play Store über Maps bis zum Assistant verzichten. Alle Informationen dazu findet ihr in diesem Artikel. Als Alternative hat man sich Aptoide herausgepickt.




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Die deutschen Hersteller wollen nicht mit Google kooperieren
Während viele Hersteller von der explosionsartig gewachsenen Bedeutung des Smartphones vor eineinhalb Jahrzehnten überrascht waren und später bereitwillig Googles Android Auto in ihre Fahrzeuge gelassen haben, sind die Voraussetzungen heute völlig anders. Die Hersteller haben bemerkt, dass die Unterhaltungssoftware nicht nur ein nettes Gimmick ist, sondern eine sehr große Rolle spielt und mit Blick in die Zukunft mit autonomen Fahrzeugen eine tragende Rolle spielen wird. Kein Wunder, dass sie sich nicht von Google abhängig machen wollen.

Volkswagen war der erste große Hersteller, der gegen Android Automotive gewettert hat und tatsächlich mehrere Milliarden Dollar in eine eigene Plattform stecken will. Bei BMW sieht es ähnlich aus, Mercedes-Benz hat vor wenigen Tagen ebenfalls Pläne für eine Android Automotive-Abstinenz verkündet und auch andere Hersteller dürften wohl nicht so glücklich sein. Was diese Abhängigkeit bedeutet, musste gerade erst Ford feststellen: Weil Googles Plattform nicht fertig geworden ist, muss man nun Neuwagen mit veralteter Software ausliefern, die sich nicht auf Android Automotive upgraden lassen (!).

Es gibt auch viele andere Hersteller, die mit Google kooperieren und vollständig auf Android Automotive setzen wollen, aber abseits von Ankündigungen war davon bis heute nicht viel zu sehen. Nach wie vor rollen hauptsächlich einige wenige Volvo und Polestar mit dem Betriebssystem über die Straßen. Mit der Abstinenz von BMW, Mercedes und Volkswagen mit den zahlreichen Marken von VW über Audi bis Skoda und Porsche wird das für Google nicht leicht, die neue Plattform zu etablieren…


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comment 2 Kommentare zum Thema "Android Automotive: Die deutschen Hersteller wollen die neue Infotainment-Plattform nur ohne Google nutzen"

  • Na klar, unsere Hersteller wollen lieber 4000€ teure Geräte verkaufen und schieben das Argument der Datensicherheit ein. Die Wahrheit liegt wohl auch irgendwo in der Mitte. Ich bin der Meinung, dass ein Smartphone durchaus kostengünstig viele Funktionen im auto übernehmen kann, sofern die Schnittstellen dafür funktionieren. Und auch lästige kostenpflichtige updates z.B. für Navigationssysteme entfallen.

  • Na dann wird es doch nun endlich mal Zeit ein anderes Fahrzeug auszuprobieren. Bye bye Deutschland.

Kommentare sind geschlossen.