Google Maps Streetview: Straßen-Aufnahmen enttarnen flüchtigen Mafioso – wird nach 20 Jahren geschnappt

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Bei der Kartenplattform Google Maps gibt es immer wieder etwas zu entdecken, wobei sich der eine oder andere Treffer auch mal als nützlich erweisen kann. Insbesondere die Streetview-Aufnahmen erwiesen sich schon mehrfach als interessante Quelle für Funde, was sich spätestens im vergangenen Monat auch bei der italienischen Polizei herumgesprochen haben dürfte: Dank Google Maps Streetview konnte ein flüchtiger Mafioso nach 20 Jahren geschnappt werden.


google maps streetview mafioso 1

Wir haben euch in den letzten Monaten einige kuriose Funde auf Google Maps gezeigt, die auf den Satellitenbildern entdeckt wurden: Ein Tarnkappenbomber und sogar ein versunkenes Fahrzeug, wobei letztes zur Aufklärung eines Kriminalfalls gesorgt hat – nach gut einem Vierteljahrhundert. Kürzlich gab es einen neuen Fall, der recht ähnlich gelagert ist und dank Ermittlungen auf der Kartenplattform zur Festnahme geführt hat.

Italienische Ermittler haben mit mehrere Google Maps Streetview-Aufnahmen (siehe oben und unten) einen Mafioso ausfindig gemacht, der seit 20 Jahren auf der Flucht war und eigentlich „sicher“ untergetaucht war – das dachte er zumindest. Doch zuvor aufgekommene Hinweise sorgten dafür, dass der Fall wieder aufgerollt wurde und offenbar klickt man sich bei der Polizei dafür auch durch Google Maps Streetview. Der Täter war auf Googles Aufnahmen zu sehen, wie er vor einem Gemüsestand unweit seines Arbeitsortes stand und offenbar mit dem Verkäufer sprach.

Sein Gesicht war verpixelt, aber durch den Social Media-Auftritt des Restaurants, das ein Foto vom Koch veröffentlichte (dem Mafioso) und in Kombination mit Streetview ließ sich der Flüchtige offenbar eindeutig identifizieren. Auf die Spur führte die Ermittler auch, dass das Restaurant nähe Madrid sich auf sizilianische Spezialitäten konzentrierte – was natürlich am sizilianischen Koch lag.




google maps streetview mafioso 2

Die Kombination all dieser Hinweise sorgte dann inklusive des Streetview-Bilds für den Zugriff. Der Koch selbst zeigte sich verwundert, wie man ihn schnappen konnte. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich die Zusammenhänge mit Streetview auch nicht vollständig verstanden habe (so dürfte es mehreren Lesern gehen). Man muss sich schon fragen, warum sich der Koch als flüchtiger Tätiger fotografieren und das Foto dann auch noch auf Sociel Media veröffentlichen ließ. Vermutlich war er nach 20 Jahren des Untertauchens sicher, dass man nicht mehr nach ihm sucht.

Dass aber ausgerechnet das Streetview-Fahrzeug den letzten Hinweis liefert, hätte wohl auch der Koch nicht gedacht. Fun Fact: Im Schaufenster des Gemüseladens spiegelt sich sogar das Google-Fahrzeug. Noch einfacher wäre es übrigens gewesen, wenn Google Maps Streetview der Polizei das unverpixelte Bild zur Verfügung gestellt hätte. Das kann man aber in den meisten Fällen wegen Datenschutz und Persönlichkeitsschutz nicht tun. In Deutschland heißt es übrigens, dass die Originale gar nicht vorhanden sind. Was stimmt nun?

Genauso kurios wie seine Entdeckung war übrigens auch die Flucht: Die gelang ihm nämlich im Jahr 2002 aus einem italienischen Gefängnis: Bei Dreharbeiten im Gefängnis (WTF?) mischte er sich unter die Komparsen und konnte so unbemerkt fliehen.

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[heise]


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