Chrome: Googles Kampf gegen die URL ist beendet – Browser zeigt wieder vollständige Internetadressen

chrome 

Google führt seit Jahren einen Kampf gegen die URL und verfolgte lange Zeit das Ziel, möglichst wenige Bestandteile im Chrome-Browser darzustellen. Nach einem globalen Testlauf und sehr viel Kritik hat man sich nun endlich dazu entschlossen, dieses Experiment aufzugeben und zeigt ab sofort wieder die volle Adresse der im aktuellen Browser-Tab geladenen Webseiten an.


chrome logo swoosh

Eine Internetadresse mag für den Laien nur eine lange Zeichenfolge sein, aus der die allermeisten Nutzer wohl höchstens die Domain herauslesen könnten – und genau auf diese inklusive Subdomain wollte sich Google konzentrieren. Das verwendete Protokoll (https://) haben viele Browser schon seit langer Zeit weggespart, ebenso wie die Standard-Subdomains (www und m). Doch mit dem Release von Chrome 88 Anfang dieses Jahres hatte man dann auch den Pfad der aktuellen Webseite sowie die möglicherweise angehangenen Parameter ausgeblendet.

chrome url gekuerzt

Die Pläne für diese Kürzung wurden schon zwei Jahre zuvor veröffentlicht und stießen von Beginn an auf Kritik. Nach einem ersten sehr kurzen Testlauf hatte man es damals wieder deaktiviert, um es dann Anfang 2021 doch recht überraschend für alle Nutzer einzuführen. In obiger Animation könnt ihr sehen, wie die URLs gekürzt wurden. Die vollständige Adresse ließ sich erst nach einem Klick auf die Adressleiste anzeigen oder die Kürzung dauerhaft über Flags und Einstellungen deaktivieren.

Beides ist nun nicht mehr notwendig.




google chrome url kürzen

In einem neuen Eintrag im Issue Tracker hat man nun verkündet, dass Experiment beendet zu haben. Und zwar nicht erst in einer zukünftigen Version, sondern bereits seit dem Rollout von Chrome 91. Dass das bisher nicht aufgefallen ist, dürfte wohl zeigen, dass sehr viele Menschen die vollständige URL aktiviert hatten und somit keinen Unterschied bemerken konnten.

Laut dem Eintrag hat das Experiment nicht das gewünschte Ziel erreicht, nämlich die Sicherheit zu verbessern und den Nutzern zu ermöglichen, potenziell gefährliche URLs zu erkennen. Dass Google das so schnell erkannt und zurückgezogen hat, könnte dafür sprechen, dass es für Angreifer in irgendeiner Form sogar einfacher geworden ist. Ganz konkret ins Detail geht man leider nicht. Bleibt zu hoffen, dass man nun dabei bleibt und nicht eines Tages einen nächsten Anlauf startet. Vielleicht sollte man einfach auf die Lösung setzen, die vollständig Adresse zu behalten und die Domain fett zu schreiben.

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[AndroidPolice]


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