Android: Mehr Speicherplatz & Geschwindigkeit – das bringt die Löschung der App-Daten und des App-Cache

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Android ist ein sehr flexibles Betriebssystem und bietet allen Nutzern umfangreiche Möglichkeiten von der Anpassung zahlreicher Einstellungen bis zum tiefen Systemeingriff. Die Möglichkeiten zum Löschen der App-Daten und des App-Cache befinden sich irgendwo dazwischen und sind ein recht umstrittenes Thema. Manche Nutzer schwören auf die regelmäßige Löschung, andere wiederum halten es für überflüssig. Ein kleiner Exkurs in Sachen Android-Apps.


Der Speicherplatzbedarf vieler Android-Apps ist in den letzten zehn Jahren regelrecht explodiert. Das gilt aber nicht nur für sehr Ressourcen-intensive Spiele oder Multimedia-Anwendungen, sondern auch für ganz normale Apps. Die reine App-Größe ist durch immer mehr eingebundene Bibliotheken immer größer geworden und auch die in den Apps gespeicherten Daten sowie der Cache können schnell mal in den Gigabyte-Bereich rutschen. Dagegen kann man zumindest temporär etwas unternehmen.

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Wer sich die Detailinformationen zu einer installierten App ansieht, wird im wesentlichen drei Kategorien der Speicherbelegung feststellen. Die reine App, die App-Daten und der Cache. Genau in dieser Reihenfolge ist auch häufig die Speicherplatzbelegung: Die App selbst nimmt häufig nur wenige Megabyte ein (das kann aber je nach App-Umfang sehr sehr stark variieren). Die App-Daten wiederum sind nicht selten größer als die App selbst und beim Cache schlagen die Apps dann richtig zu und gönnen sich Hunderte MB oder gehen sogar in den Gigabyte-Bereich.

Das sind keine Allgemein-gültigen Werte und es kann je nach App sehr stark variieren. Allerdings sind die Werte auch nur bei den Apps interessant, die mit sehr vielen Daten und Medien jonglieren, sodass sie viel Speicher belegen. Aber was ist der App-Speicher, was sind die App-Daten und was ist der App-Cache?

Das ist der App-Speicher
Der App-Speicher enthält nur die reine Logik und die wichtigsten Ressourcen der nackten App. Es sind die Daten, die ihr aus der APK heraus auf dem Smartphone installiert. Dieser App-Speicher ändert sich im Normalfall nur durch über den Play Store bezogene App-Updates, wird durch die reine Nutzung aber nicht beeinflusst. Möchtet ihr eine App also weiterhin nutzen, kommt ihr die Belegung dieses Speicherplatzes nicht herum.

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Das sind die App-Daten
Im Speicher der App-Daten werden alle Daten hinterlegt, die während der Einrichtung und Nutzung der App anfallen. Das sind üblicherweise die Einstellungen des Nutzers, die Einstellungen und Systemvariablen der App, die für die Nutzung relevanten Datenbanken, mögliche nachträglich heruntergeladene und eingebundene Inhalte aber auch Login-Informationen oder möglicherweise sensible Daten. Diese Daten sind für die Funktion der App notwendig und sollten dementsprechend nicht gelöscht werden – aber dazu später mehr.

Das ist der App-Cache
Der Cache ist ein Zwischenspeicher, den die meisten Nutzer wohl am ehesten aus dem Browser kennen. Dort werden häufig verwendete Daten und Ressourcen abgelegt, die durch die Ablege im Cache sehr schnell wieder aufgerufen werden können. Dabei handelt es sich um temporäre Daten, die für die App selbst nicht notwendig sind und eigentlich den Zugriff und somit die Nutzung der App beschleunigen können. Bei sehr medienlastigen Apps wie YouTube, Facebook oder Instagram sind das etwa Profilbilder, Coverbilder, die letzten Beiträge und vieles mehr. Normalerweise nicht, das nicht wieder nachgeladen werden könnte.

Ihr habt die Kontrolle
Als Android-Nutzer habt ihr normalerweise die volle Kontrolle über diese Daten. Ihr könnt ohne große Probleme den Cache löschen, euch aber auch von den App-Daten verabschieden (siehe weiter unten). Und wer sich am App-Speicher stört, der muss sich eben von der App selbst verabschieden und diese wenn möglich über den Play Store oder die Android-Oberfläche deinstallieren. Aber was davon ist wirklich sinnvoll und sollte man diese Daten regelmäßig löschen?

Sollte der Cache geleert werden?
Das Löschen des Cache ist eine Glaubensfrage. Viele dubiose Apps, die zusätzlichen Speicherplatz per Knopfdruck versprechen, löschen einfach nur den Cache der installierten Apps. Das ist im ersten Moment wirkungsvoll und kann viele Gigabyte Speicherplatz bringen, der aber schon nach wenigen Tagen oder gar Stunden wieder belegt ist. Weil der Cache ein Zwischenspeicher ist, kann das Löschen auch kontraproduktiv sein. Ihr gewinnt zwar viel kurzfristig viel Speicherplatz, aber die Nutzung der Apps kann verlangsamt werden und der Datenverbrauch stark ansteigen.

Auf der anderen Seite legen viele Apps Daten in den Cache, die nie wieder gebraucht werden und kümmern sich auch nicht sonderlich, in diesem aufzuräumen. Ab und an den Cache bei einigen Apps zu löschen kann also nicht schaden, das regelmäßig zu tun ist aber nur wenig sinnvoll. Wenn ihr eine App in Zukunft nicht mehr nutzen möchtet aber nicht löschen könnt oder wollt, ist das Löschen des Cache sehr hilfreich.




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Sollten die App-Daten gelöscht werden?
Die App-Daten lassen sich genauso wie der App-Cache per Knopfdruck löschen, was dann schon größere Auswirkungen hat. Nach dem Löschen der Daten begrüßt euch eine jungfräuliche App, so wie nach einer frischen Installation. Logins, die darin gespeicherten Daten und Einstellungen sind verschwunden, können aber möglicherweise über Clouddienste wieder synchronisiert werden. Wenn eine App Probleme macht, kann das Löschen der App-Daten fast immer Abhilfe schaffen. Diese Daten aufgrund von Speicherplatzsorgen zu löschen, ist hingegen nicht sinnvoll. Wenn ihr eine App in Zukunft nicht mehr nutzen möchtet aber nicht löschen könnt oder wollt, ist das Löschen der App-Daten sehr hilfreich.

Wo kann ich diese Daten abrufen und löschen?
Dafür gibt es aufgrund der zahlreichen Android-Anpassungen und Versionen keine allgemeingültige Antwort. Grundlegend müsst ihr die Android-Einstellungen aufrufen und dort nach einer Liste aller installierten Apps suchen. Meist seht ihr in der Liste schon den Speicherplatzverbrauch. Mit einem Touch öffnen sich dann die Details. In den meisten Fällen müsst ihr dann noch die Speicherinformationen abrufen, so wie auf obigen Screenshots ersichtlich. Von dort könnt ihr sowohl den Cache als auch die App-Daten löschen.

Bei Bedarf lassen sich Apps über diesen Menüpunkt übrigens auch deaktivieren, aber das ist dann schon wieder eine andere Geschichte und vor allem bei den Apps notwendig, die man aufgrund der Hersteller-Beschränkungen nicht löschen kann. Wird eine App deaktiviert, werden automatisch alle Daten bis auf das absolute App-Grundgerüst gelöscht.

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[AndroidPolice]


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comment 5 Kommentare zum Thema "Android: Mehr Speicherplatz & Geschwindigkeit – das bringt die Löschung der App-Daten und des App-Cache"

  • Das Löschen des App-Caches ist vor allem dann sinnvoll, wenn eine App falsche (veraltete) Daten anzeigt, sich aufhängt, oder sich nach dem Start gleich wieder verabschiedet. Dann steht oft Müll im Cache, der das Funktionieren der App einschränkt.

  • Ich wüsste gerne mal, ob eigentlich die App-Daten und der Cache auch zuverlässig gelöscht werden, wenn ich eine App deinstalliere. Oder muss ich das vorher selbst machen? (Ich tue das bisher meist, um sicher zu gehen.)

  • Und WARUM werden die Programmierer von Appen ohne Systemrelevanz nicht gezwungen, das Verschieben der App auf SD zu ermöglichen??
    Google ist davon nicht ausgeschlossen und beteiligt sich munter an der Verkleisterung des Hauptspeichers.
    Antwort an einen IT Fuzzi erbeten.
    Aber bitte nicht das übliche blabla, es würde dann nicht richtig funktionieren.

  • Das System hier ist ist ja ein Blitzmerker und stellt etwa gleiche Kommentare fest.
    Die Antwort auf meine Frage bzw. die Abstellung der Schilderung fehlt

  • Ganz schlimm sind einige Tageszeitung. Da liegen im Cache dann für jeden Tag die verschlüsselte PDF. Teilweise sogar doppelt. Die Spätausgabe zusätzlich.

Kommentare sind geschlossen.