Googles Adblocker: Neue Regeln gegen lästige Video-Werbung & YouTube verstößt gegen Googles Regeln

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In Kooperation mit der Coalition for Better Ads hat Google vor ziemlich genau zwei Jahren einen Werbeblocker in den Chrome-Browser integriert, der eines der größten Probleme im Web lösen soll. In wenigen Monaten wird der Umfang des Werbeblockers erweitert und zusätzlich auf Werbeanzeigen in Videos ausgedehnt, sodass auch an dieser Stelle die nervigsten Werbeformen eingedämmt werden. Kurioserweise verstößt Googles Videoplattform YouTube derzeit selbst gegen die neuen Vorgaben.


Werbung im Internet hat sich in den letzten Jahren sehr rasant von der perfekten Finanzierungsmethode zu einem großen Problem entwickelt – und daran sind alle Beteiligten nicht ganz unschuldig, die einen Teufelskreis in Bewegung gesetzt haben: Die Webseiten haben es mit Werbung übertrieben, die Werbenetzwerke haben es mit dem Tracking übertrieben und die Nutzer blocken einfaches alles weg, was auch nur entfernt mit Werbung zu tun hat.

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Werbeblocker gehören heute zur Standardausrüstung vieler Nutzer und verbreiten sich immer weiter, was alle Webseiten immer weiter unter Druck setzt, weil die einzige große Einnahmequelle wegbricht – das gilt natürlich auch für den GoogleWatchBlog. Als Autor dieses Blogs habe ich natürlich eine ganz persönliche Meinung zu diesem Thema, versuche diese aber außen vor zu lassen, denn natürlich verstehe ich auch die andere Seite, die sich von der Werbung und dem Tracking gestört oder gar belästigt fühlt.

Google ist meiner Meinung nach aktuell das einzige Unternehmen, dass diesen Schlamassel beenden kann, denn als weltweit größtes Werbenetzwerk UND weltweit größter Browseranbieter hat man die Fäden in der Hand. Der im Februar 2018 eingeführte Werbeblocker wurde dementsprechend wohlwollend aufgenommen und soll laut Google auch schon große Erfolge gezeigt haben. Leider wurden keine harten Fakten oder Zahlen genannt, aber der Einsatz von Werbeblockern soll sich dank des Chrome-Blockers bereits reduziert haben. Weil es zuvor stets gewachsen ist, ist das schon ein großer Erfolg.

Nun weitet Google bzw. die Coalition for Better Ads diesen Schutz auch auf Werbung in Videos aus und nimmt damit ein weiteres großes Thema in Angriff, das so manche Nutzer bereits zu Werbeblockern geführt haben dürfte.



Google Chrome: Google greift durch – aufdringliche und lästige Werbung in Videos wird geblockt (Beispiele)

Die Coalition for Better Ads wurde von Google und vielen weiteren Partnern gegründet und beschäftigt sich damit, wie Werbung wieder verbessert werden kann bzw. für die Nutzer nicht mehr so nervig ist. Auf Grundlage der dort festgelegten Richtlinien blockiert der Chrome-Browser die dagegen verstoßenden Werbeanzeigen und wird nach einer gewissen Übergangsfrist ALLE Werbeanzeigen auf der betroffenen Webseite blockieren. Damit will man erreichen, dass alle Webseiten sich an diesen Kodex halten und keine lästigen Werbeanzeigen mehr ausspielen.

Durch diese vollständige Blockade sorgt Google dafür, dass die als nervig eingestufte Werbung relativ schnell aus dem Web verschwindet und somit auch in anderen Browsern nicht mehr zu sehen sein wird. Davon erhofft man sich natürlich, dass die ersten Nutzer irgendwann ihren Werbeblocker wieder ausschalten und die nun wieder akzeptable Werbung hinnehmen und vielleicht auch das eine oder andere Mal auf einen Banner klicken, dessen Thema sie interessiert.

Das kann funktionieren, muss es aber natürlich nicht. Dass das nun auf Videos ausgeweitet wird, ist aber in jedem Fall der richtige Schritt – vor allem deshalb, weil die drei nun untersagten Werbeformen wirklich mit nichts anderem als lästig beschrieben werden können. Welche drei das sind, könnt ihr im verlinkten Artikel nachlesen und anhand von Beispielen sehen. Vermutlich dürften die meisten Nutzer ohnehin solche Videos nicht sehr lange konsumieren.

Der vor über zwei Jahren entstandenen Diskussion um die Doppelrolle Googles, einmal als „Beschützer“ der Nutzer und einmal als Werbenetzwerk, nimmt man der Coalition for Better Ads den Wind aus den Segeln – und das mit Erfolg. Bei den neuen Plänen habe ich persönlich kein einziges Mal einen Kommentar darüber gelesen, dass Google nur die anderen Werbenetzwerke aussperren und sich selbst in ein besseres Licht stellen möchte.

Tatsächlich ist das sogar gar nicht der Fall, denn schon damals musste Google selbst einige Werbeformen anpassen oder einstellen, um den Richtlinien zu entsprechen – und das gilt auch diesmal. Vermutlich hat Google in der Coalition for Better Ads das meiste Gewicht und dürfte darauf achten, dass trotz aller Regulierungen und ausgesperrter Nervereien auch die Interessen der Werbeindustrie gewahrt bleiben. Meiner Meinung nach hat man diesen Drahtseilakt bisher sehr gut hinbekommen.



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Aktuell ist es interessanterweise Googles Videoplattform YouTube, die gegen die ab Anfang August 2020 geltenden Bestimmungen verstößt. Obiges Beispiel zeigt nämlich, dass eine Werbespot mitten in einem Video nicht mehr akzeptabel ist. Das gilt zumindest dann, wenn das Video nicht länger als 8 Minuten dauert – für längere Videos bzw. Filme hingegen ist es dann doch wieder erlaubt. YouTube kann in einigen Fällen aber auch kürzere Videos mit einem solchen Spot unterbrechen.

Google hat bereits angekündigt, die Werbemaßnahmen bei YouTube unter die Lupe zu nehmen und entsprechend anzupassen, sodass sie den neuen Anforderungen entsprechen. Und damit haben dann auch schon wieder die Nutzer etwas gewonnen, die bisher noch keine Werbeblocker eingesetzt haben. Leider wird durch die Coaltion for Better Ads das große Problem des Trackings noch nicht gelöst, aber auch dafür hat Google mittlerweile interessante Pläne für Drittanbieter-Cookies, die das Tracking deutlich einschränken sollen.

Erst vor wenigen Tagen wurde Chrome 80 ausgerollt, das erste Änderungen bei den Drittanbieter-Cookies mit sich bringt.

Google Chrome: Google greift durch – aufdringliche und lästige Werbung in Videos wird geblockt (Beispiele)


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