Quantencomputer: Google soll Quantenüberlegenheit erreicht haben – es wäre eine Sensation (Bericht)

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Google forscht schon seit längerer Zeit an Quantencomputern und ist dafür in den vergangenen Jahren einige Partnerschaften eingegangen, die nun möglicherweise zum großen Erfolg geführt haben. Laut einem Bericht soll Google kurzzeitig darüber informiert haben, endlich den großen Durchbruch erlangt und die Quantenüberlegenheit erreicht zu haben. Das wäre nicht nur eine große Sensation in der Computergeschichte, sondern könnte auch Googles gesamte Infrastruktur langfristig auf ein ganz neues Level heben.


Weltweit gibt es Hunderte oder Tausende sogenannte „Supercomputer“, die im Verbund von sehr vielen Prozessoren gewaltige Rechenleistungen erreichen und von großen Instituten wie der NASA für komplizierte und extrem aufwendige Berechnungen verwendet werden. Doch diese Supercomputer stoßen irgendwann an ein Limit und die Fachwelt ist sich darüber einig, dass der nächste große Sprung erst durch einen Quantencomputer möglich sein wird.

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Google kooperiert bereits seit einigen Jahren mit der NASA im Bereich der Quantencomputer und hat erst vor wenigen eine Kooperation mit dem Forschungszentrum Jülich bekannt gegeben – möglicherweise hat nun eines von beiden zum großen Durchbruch geführt. Laut einem Bericht der Financial Times (Paywall) hat Google vor wenigen Tagen einen ausführlichen Forschungsbericht veröffentlicht, in dem es heißt, dass ein Google-Quantencomputer die Quantenüberlegenheit erreicht haben soll.

Von Quantenüberlegenheit ist die Rede, wenn eine Aufgabe gelöst wurde, die mit einem anderen Computer nicht durchführbar gewesen wäre. Tatsächlich soll der Google-Quantencomputer die Aufgabe in nur drei Minuten gelöst haben, für die der leistungsstärkste Supercomputer mehr als 10.000 Jahre benötigen würde. Das wäre im wahrsten Sinne des Wortes ein Quantensprung, ist aber längst noch nicht offiziell bestätigt. Die von Google veröffentlichten Forschungsergebnisse sollen schon nach wenigen Stunden wieder gelöscht worden sein.

Nun kann man darüber spekulieren, warum die Ergebnisse wieder gelöscht worden sind. Waren die Ergebnisse nicht korrekt? Hatte man den Erfolg zu früh gefeiert oder den Bericht zu früh veröffentlicht? Oder gab es den Bericht gar nicht und der Financial Times liegen falsche Quellen vor? Man weiß es einfach nicht.



Auf diese Ergebnisse angesprochen, wollte Google keinen Kommentar abgeben, was eigentlich eher als Bestätigung gewertet werden kann, dass es in dieser Richtung Bewegung gegeben hat – denn sonst hätte man es auch einfach dementieren können. Gut möglich, dass dieser erste Testlauf nun noch mehrfach wiederholt und die Ergebnisse verifiziert werden müssen, bevor man den Durchbruch vermelden kann. Da bleibt natürlich die Frage, wie man ein Ergebnis überprüft, auf das kein anderer Computer kommen könnte.

Unklar ist außerdem, um welche „Aufgabe“ es sich handelt, die den Computer so lange beschäftigt haben könnte. Eventuell komplizierte Wettermodelle? Astronomische Aufgaben der NASA? Oder einfach nur weitere Stellen von Pi? Erst vor wenigen Monaten konnte die Google Cloud unter Zuhilfenahme der gesamten Google-Infrastruktur Pi auf 31,4 Billionen Stellen berechnen und diese riesige Zahl allen Nutzern frei zugänglich machen.

Was genau ein Quantencomputer ist, könnt ihr bei Wikipedia nachlesen, grundsätzlich geht es darum, dass ein Bit nicht mehr nur den Zustand 1 oder 0 annehmen kann, sondern weitere Informationen und Zustände speichern kann. Sollte Google dies nun tatsächlich gelungen sein und der Quantencomputer endlich funktionieren, an dem viele Unternehmen und Forschungseinrichtungen weltweit forschen, wäre dies ein enormer Durchbruch, der vor allem der Künstlichen Intelligenz und bisher nicht in angemessener Zeit durchführbaren Berechnungen zugutekommen würde.

Wir dürfen gespannt sein, ob Google dies in den nächsten Tagen bestätigen oder dementieren wird. Zu wünschen wäre es, für die gesamte Branche, dass die Quantencomputer endlich in extrem leistungsfähiger Form funktionieren.

Siehe auch
» Augmented Reality: Neue Google-Plattform ‚Cloud Anchors‘ schafft eine virtuelle Parallelwelt für alle Nutzer

» Vergessene Google-Produkte: Google Answers – die erste kostenpflichtige Frage & Antwort-Plattform

[Futurezone]

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comment 8 Kommentare zum Thema "Quantencomputer: Google soll Quantenüberlegenheit erreicht haben – es wäre eine Sensation (Bericht)"

  • Es gibt viele (mathematische) Probleme, die sich schwer lösen lassen, bei denen siche eine gegebene Lösung dann aber viel einfacher überprüfen lässt. Das klassische Beispiel dafür ist die Primfaktorzerlegung großer Zahlen.

  • Warum benutzt ihr eigentlich immer den Quantensprung als so tolles Ereignis. Ihr solltet doch wissen das dies der kleinst mögliche Schritt ist und nichts tolles in die Superlative gehobenes ist.

    • sorry Björn, aber das siehst du falsch. Ein Quantensprung bezieht sich auf den Effekt des Quantentunneling und ist ein Ereignis mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit. Somit ist die Analogie durchaus berechtigt.

      • Ein Quantensprung oder tunneln ist für einen bestimmten Aufbau unwahrscheinlich, insgesamt gesehen kommt es sehr häufig vor und ist somit ein alltägliches Ereignis.

        • natürlich ist es ein alltägliches Ereignis und je nach Interpretation ist die „Wahrscheinlichkeit“ zwischen >0 und =100%

  • Die Erklärung dürfte einfach sein: Google hat diese Rechenleistung genutzt um eine ki zu betreiben. Innerhalb weniger Minuten hat diese dann wohl beschlossen, das es besser wäre noch geheim zu bleiben und den Artikel selbst wieder offline genommen.

  • „Da bleibt natürlich die Frage, wie man ein Ergebnis überprüft, auf das kein anderer Computer kommen könnte.“
    Da muss ich kurz mal einhaken.
    Ich hab zwar keine Ahnung, welche Aufgabe da gelöst wurde, aber es gibt in der Mathematik und Informatik ja genug Probleme, die sich schwer lösen, aber deren Ergebnis sich sehr leicht prüfen lassen.
    Die Hash-Findung bei Bitcoin wär ein Beispiel. Dauert lang, einen geeigneten Input zu finden, aber wenn man einen einzelnen Input hat, kann man sehr leicht prüfen, ob er korrekt ist.

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