Google Assistant: Mehr Respekt & Höflichkeit zu den Sprachassistenten als Selbstverständlichkeit? (Studie)

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In der vergangenen Woche hatten wir die neue Höflichkeit des Google Assistant thematisiert, die in den kommenden Monaten und Jahren wohl weiter ausgebaut werden soll. Davon sind längst nicht alle Nutzer begeistert, aber es gibt noch weitere sehr gute Gründe, dass die Assistenten sich etwas weiter entwickeln und von den Nutzern mit etwas mehr Respekt behandelt werden sollten. Auch bei Amazon und Apple gibt es entsprechende Projekte in diese Richtung.


Vor genau einem Jahr haben wir unsere Leser darüber befragt, ob sie Bitte oder Danke zum Google Assistant sagen. Und tatsächlich kam dabei heraus, dass 2/3 unserer Leser den Assistenten höflich behandeln. Doch jetzt, wo Google eine solche Behandlung einfordern möchte, sehen die Reaktionen ganz anders aus. Eine Vermenschlichung der Algorithmen kann natürlich nicht das Ziel sein, aber ein etwas respektvollerer Umgang ist eben doch aus gutem Grund angebracht.

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Abgesehen von den betriebswirtschaftlichen und produktpsychologischen Gründen, gibt es noch mindestens ein weiteres gewichtiges Argument für die Verwendung der beiden Zauberwörter „Bitte“ und „Danke“ beim Google Assistant: Kinder. Studien haben gezeigt, dass Kinder in der Kommunikation kaum zwischen Menschen und Maschine unterscheiden. Dass sich Kinder sehr schnell und auch sehr früh von modernen Technologien beeinflussen lassen, ist bekannt. Das gilt auch für die Sprachassistenten.

Wenn Kinder die Sprachassistenten im Befehlston anreden, dann tun sie das sehr schnell auch gegenüber ihren Eltern und anderen Mitmenschen. Gerade Eltern könnten also sehr dankbar für eine solche Funktion sein, was auch der Produktmanager des Assistant vor einiger Zeit öffentlich kundgetan hat:

A friend of mine posted on Facebook that his kids are starting to yell
at them as parents ‘go, do this, do that, fetch me a sandwich’ because they’re learning through (computerised) assistants that that’s OK. […] It’s something we need to think about and take on as a challenge

Genau das hat er dann wohl umgesetzt und im Zuge des neuen Projekts für den Assistenten eingeführt. Und damit wäre dann auch noch einmal belegt, dass Kinder eine große Zielgruppe für dieses Feature sind.



Aber es betrifft eben nicht nur Kinder, denn Erwachsenen geht das ebenfalls sehr schnell ins Blut über. Den Befehlston für einfache Dinge kann man sich dann eben doch sehr schnell angewöhnen. Natürlich ist das Charaktersache, denn manche Menschen reden einfach in einem solchen Ton, aber viele achten gegenüber vertrauten Menschen dann doch darauf, zumindest ein Mindestmaß an Höflichkeit an den Tag zu legen. Und wer 20x am Tag gegenüber dem Assistenten das „Bitte“ weglässt, wird es beim 21. mal dann auch beim Familienmitglied tun.

Ein Experiment (Link unten) hat gezeigt, dass die Nutzer sogar ein Zurechtweisen durch die Assistenten akzeptieren. Die meisten der Nutzer haben anschließend ihre Anfragen etwas freundlicher formuliert. Das tut niemandem weh und hilft jedem Menschen dabei, die eigenen Höflichkeitsformeln zu überprüfen, bevor man von einem echten Menschen darauf angesprochen werden muss. Dennoch wäre es sicher eine gute Idee, solche Funktionen bei einer größeren Einführung optional zu halten.

Auch Amazon arbeitet für Alexa übrigens an einer solchen Funktion, die unter dem Projektnamen „Magic Word“ läuft und selbst Apple will Siri mit einigen Höflichkeitsfunktionen ausstatten.

Wer sich für dieses Thema interessiert, findet in folgendem Paper viele Hintergründe und Details zu dem angesprochenen Experiment.

» If You Ask Nicely

Siehe auch
» Hey Google, mach bitte das Licht an! Danke! Google will die Assistant-Nutzer zu mehr Höflichkeit erziehen
» Neue Funktionen für den Google Assistant: Bitte & Danke, Wunschlisten, Smart Display-Karaoke und mehr

[thx to: Michael]


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