Googles versehentlicher Instagram-Klon: Was macht eigentlich Friendly Pix?

google 

Google hat in den vergangenen Jahren ordentlich aufgeräumt und viele Dienste eingestellt, die nicht in das Kerngeschäft gepasst oder Larry Pages Zahnbürstentest nicht bestanden haben. Dennoch öffnet man immer wieder neue Baustellen und experimentiert in vielen Abteilungen mit alternativen Apps und Ansätzen. Im Zuge dessen wurde vor einigen Monaten der Instagram-Klon Friendly Pix gestartet. Was macht der eigentlich?


Google konkurriert auf vielen Gebieten mit Facebook und anderen Mitstreitern im Silicon Valley, doch gegen Instagram hat man aktuell nichts vorzuweisen, obwohl das Netzwerk eine immer größere Bedeutung erlangt. Google hat zwar Google Photos und Google+, doch nur in Kombination wäre es Instagram vielleicht ähnlich, ist dann aber doch etwas ganz anderes. Technisch wäre es für Google aber kein Problem, ein Konkurrenzangebot aufzustellen, wie man mit Friendly Pix zeigen wollte.

friendly pix

Es ist ein kurioses Szenario: Um die eigenen Plattform-Produkte und das Baukastensystem Firebase zu bewerben, haben Googles Entwickler zahlreiche Beispiel-Apps gebaut, um die Möglichkeiten zu zeigen. Dazu gehört auch der Instagram-Klon Friendly Pix, der es jedem angemeldeten Nutzer ermöglicht, Fotos hochzuladen, die dann von anderen Nutzern im Stream gesehen und bewertet werden können. Nichts aufregendes und eine gute Demo – aber eben auch zu gut.

Da Google eine Marke um die Demo herumgebaut hat, haben die Nutzer tatsächlich damit begonnen, diese Plattform zu nutzen. Es wurde die Marke „Friendly Pix“ geschaffen, eine iOS-App in den App Store gestellt, eine Android-App zum Download angeboten und sogar die Domain friendly-pix.com hat man sich für das Projekt registriert. Alles nicht viel Aufwand, aber dennoch für ein Demo-Projekt vielleicht zuviel des Guten – und so kam es, dass einigen Nutzern vielleicht gar nicht bewusst ist, dass sie eine Demo nutzen.

Einige Monate später zeigt sich, dass sich bei Friendly Pix einiges getan hat. Zwar eher im destruktiven Sinne, aber dennoch legt immer mal wieder ein Entwickler Hand an die eigentlich statische Demo.



Friendly Pix lässt sich hierzulande mittlerweile nur noch im Lesen-Modus nutzen, denn ein Geoblocker informiert darüber, dass die App im eigenen Land nicht unterstützt wird. Auch das ist für eine Demo schon wieder maximal merkwürdig. Außerdem wird auf der Startseite darauf hingewiesen, dass inaktive Konten und auch alle veröffentlichten Daten regelmäßig gelöscht werden. Auch die iOS-App ist mittlerweile wieder aus dem Store verschwunden.

All das stört die Fangemeinde aber nicht, denn noch immer wird Friendly Pix rege genutzt und zeigt den Nutzern einen vollen Stream mit aktuellen Beiträgen. Derzeit kann ich nicht einmal soweit nach unten scrollen, um Beiträge vom Vortag zu sehen. Viele verschiedene Nutzer posten sehr regelmäßig ihre Bilder – warum auch immer. Um Spam handelt es sich dabei nicht.

Ich halte das Projekt noch immer für eine sehr kuriose Erscheinung, der sich vielleicht das Area 120-Team einmal annehmen und eine ernsthafte drumherum stricken könnte. Das Team arbeitet derzeit ebenfalls an Projekten, die den großen Produkten Konkurrenz machen sollen: In den vergangenen Wochen wurde Touringbird als Google Trips-Konkurrent und Shortwave als Podcasts-Konkurrent gezeigt. Warum also nicht auch Instagram?

Mehr zu Friendly Pix
» Kurios: Friendly Pix – Google startet versehentlich einen Instagram-Klon ¯\_(ツ)_/¯
» FriendlyPix: Googles ‚versehentlichen Instagram-Klon‘ gibt es jetzt auch in Deutschland für iOS ¯\_(ツ)_/¯


Keine Google-News mehr verpassen: Abonniere den GoogleWatchBlog-Newsletter
GoogleWatchBlog Newsletter abonnieren


Teile diesen Artikel:

comment 1 Kommentare zum Thema "Googles versehentlicher Instagram-Klon: Was macht eigentlich Friendly Pix?"

  • Ich finde das Friendly Pix das bessere Instagram ist, ich konnte damals einmal reinschauen und finde es besser als Instagram es selbst macht.
    Problem wird aber auch hier sein, das man eine kritische Nutzermasse erreichen muss, aber allein der Fakt, das viele Nutzer gar nicht wissen das es nur eine Demo ist (wusste ich damals auch nicht), ist ja bereits eine gute grundlage.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.