Möglicher Verlust der Android-Lizenz: Huawei arbeitet seit Jahren an einem Smartphone-Betriebssystem

android 

Android und iOS sind die beiden einzigen relevanten mobilen Betriebssystem und haben derzeit weit und kein breit keine Konkurrenz in Sicht. Das wird sich so schnell auch nicht ändern, aber offenbar haben alle Hersteller auch einen Plan B im Gepäck, falls Android aus irgendeinem Grund wegbrechen sollte. Jetzt hat Huawei verraten, dass man bereits seit gut sechs Jahren an einem eigenen Betriebssystem tüftelt.


Da iOS bekanntlich Apple-exklusiv ist, haben die Smartphone-Herstellet weltweit gar keine Wahl und sind auf Googles Android-Betriebssystem angewiesen. Das hat für die Hersteller viele Vorteile, da sie sich hohe Entwicklungskosten sparen, aber eben auch Nachteile, da sie keine Kontrolle haben. Ein möglicher Bann von zwei großen Smartphone-Herstellern hat dieses Thema nun wieder angeheizt und zeigt, dass die Hersteller durchaus Alternativen haben.

Huawei Logo

Huawei hat nun verraten, das man bereits seit dem Jahr 2012 an einem eigenen Smartphone-Betriebssystem bastelt. Allerdings soll es nicht als Konkurrenz zu Android platziert werden und im besten Falle wohl auch noch viele Jahre unter Verschluss bleiben. Aus diesem Grund hat das Projekt intern wohl auch nur eine geringe Priorität und kommt nur langsam voran. Der Hintergrund der Entwicklung ist ein mögliches Wegbrechen von Android.

So wie der Smartphone-Hersteller ZTE steht möglicherweise auch Huawei vor dem Verlust der Android-Lizenz und könnte somit keine Geräte mehr mit der von Google zertifizierten Version des Betriebssystems auf den Markt bringen. Doch als großes Unternehmen hat man eben einen Plan B in der Tasche, der aber wohl lange nicht so viel Erfolg verspricht, wie man ihn derzeit hat.

Wie weit Huaweis Betriebssystem fortgeschritten ist und wie man sich das ganze Projekt vorstellen kann, ist leider nicht bekannt. Möglicherweise handelt es sich um einen Android-Aufsatz, eventuell aber auch um eine völlige Neuentwicklung. Es ist gut möglich, dass wir das schon sehr bald erfahren.



Fraglich ist, warum Huawei nicht einfach eine unlizenzierte Version von Android in Erwägung zieht, die dann eben ohne Google-Produkte ausgeliefert wird. Darum müssten sich die Nutzer dann selbst kümmern – was durchaus möglich ist. Nutzerfreundlich ist das nicht und wird wohl auch die Verkaufszahlen in den Keller sacken lassen, aber bei einem völlig anderen Betriebssystem würde das nicht anders aussehen – und auch dann gäbe es keine Google-Angebote und wohl auch viele andere der Millionen von Android-Apps nicht.

Auch der weltgrößte Smartphone-Hersteller Samsung arbeitet bekanntlich seit vielen Jahren am eigenen Betriebssystem Tizen OS, das aber auf Smartphones bisher nur bei sehr wenigen Modellen zum Einsatz kam und wohl ebenfalls nicht mehr als nur ein Plan B ist. Google muss sich also kaum sorgen, da die einzelnen Projekte der Hersteller selbst kaum eine Chance haben. Anders würde es aussehen, wenn sich die Hersteller zusammentun – aber das ist aktuell noch nicht zu befürchten.

Siehe auch
» Bericht: Samsung plant Abschied von Android und setzt in Zukunft auf Tizen als Betriebssystem
» Gefährliche Abhängigkeit: Facebook bereitet sich „auf einen Krieg mit Google“ und Rauswurf aus dem Play Store vor
» Verstoß gegen US-Sanktionen: Nach ZTE könnte auch Huawei die Android-Lizenz verlieren
» Export-Verbot der USA: Smartphone-Hersteller ZTE steht wohl vor dem Verlust der Android-Lizenz

[futurezone]


Diskussionen, Fragen, Hinweise & mehr rund um Google
GoogleWatchBlog Forum


Teile diesen Artikel:

comment 1 Kommentare zum Thema "Möglicher Verlust der Android-Lizenz: Huawei arbeitet seit Jahren an einem Smartphone-Betriebssystem"

  • Huawei und ZTE arbeiten zusammen mit Samsung an Tizen OS. Und dieses schon seit Jahren als Absicherung falls sie die Lizenzen für Android verlieren. Dies aber nur als Absicherung für den Ernstfall das sie die Lizenzen verlieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.