Explosion auf der Google-Startseite: Doodle zum 107. Geburtstag von Subrahmanyan Chandrasekhar

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Normalerweise berichten wir hier im Blog nur über Google-Doodles die auch in Deutschland, Österreich oder der Schweiz zu sehen sind, aber heute soll es mal wieder eine kleine Ausnahme geben: Der Physiker mit dem unaussprechlichen Namen Subrahmanyan Chandrasekhar hätte heute seinen 107. Geburtstag gefeiert und wird dafür mit einem Google-Doodle geehrt, das ein kleines Novum enthält: Es explodiert.


Google-Doodle 107 Geburtstag Subrahmanyan Chandrasekhar

Wer sich obiges Google-Doodle ansieht, der weiß vielleicht auch, warum wir heute ausnahmsweise einmal auch über ein hierzulande nicht sichtbares Doodle berichten: Das Doodle zeigt eine wichtige Entdeckung und Grundlage der Astrophysik, nämlich dass ein weißer Zwerg – also ein Stern kurz vor seinem Tod – nicht mehr als etwa 1,44 Sonnenmassen auf die Waage bringt – und das, obwohl er deutlich kleiner ist als die Sonne. Im Doodle wird das ganze sehr gut per Animation dargestellt. Am Ende explodiert der Stern und hinterlässt nur noch weißen Schutt auf dem Logo.

Soweit ich weiß gab es noch nie eine Explosion in einem Google-Doodle, und eigentlich wäre es ja genial gewesen, wenn Trümmerstücke auch aus dem Logo heraus auf die Startseite von Google geflogen wären – aber soweit wollte man dann wohl doch nicht gehen. Da es in letzter Zeit aber ohnehin Trends zu neuen Formen von Doodles gibt, etwa mit vielen Gast-Designern wie beim Strandkorb oder auch erst gestern beim Studio für elektronische Musik, wäre auch so etwas vorstellbar.

Mit dem Doodle ehrt Google den indischen Physiker Subrahmanyan Chandrasekhar, der seine wohl wichtigste Entdeckung schon im zarten Alter von 19 Jahren gemacht hat – und das auch noch während einer 18-tägigen Schiffsreise. Das wochenlange Schaukeln scheint ihn wohl zu solchen Gedanken motiviert zu haben. Viele Jahre später sollte er für seine Arbeit und seine Entdeckung auch noch den Nobelpreis für Physik bekommen.



Chandrasekhar (genannt Chandra) übersiedelte mit seiner Familie 1918 nach Madras, wo er das College besuchte. 1930 verließ Chandrasekhar sein Heimatland und setzte seine Studien der Physik am Trinity College in Cambridge (England) fort, was aufgrund eines Stipendiums möglich war. In den 18 Tagen auf See – von Madras nach Southampton – schrieb Chandrasekhar Physikgeschichte. Im Alter von 19 Jahren berechnete und fand er die Grenzmasse für Weiße Zwerge, die Chandrasekhar-Grenze, nach der die Masse eines Weißen Zwerges nicht mehr als ungefähr 1,4 Sonnenmassen betragen kann.
 
Der zu dieser Zeit bedeutende Astrophysiker Arthur Eddington sah dies im Widerspruch zu seinen Ergebnissen und bekämpfte Chandrasekhar nicht nur wissenschaftlich, sondern auch auf persönlicher Ebene. Dies war möglicherweise auch ein Grund, warum Chandrasekhar 1937 an die Universität von Chicago wechselte, wo er bis zu seinem Tod 1995 blieb. Chandrasekhar promovierte 1933 und erhielt (zu seiner eigenen Überraschung) ein weiteres Stipendium am Trinity College. Dadurch konnte er seine Arbeit über den von ihm entdeckten Grenzwert fortsetzen und zum Abschluss bringen. 1983 erhielt er den Nobelpreis für Physik „für seine theoretischen Studien der physikalischen Prozesse, die für die Struktur und Entwicklung der Sterne von Bedeutung sind“.
 
Seine Forschungsergebnisse legte er häufig in Monografien vor, so über den Aufbau der Sterne 1939 („Introduction to the study of stellar structure“), Dynamik von Stern-Systemen 1943, Strahlungstransport 1950, hydrodynamische Stabilität 1961, Rotationsfiguren von Flüssigkeiten 1969 („Ellipsoidal Figures of Equilibrium“) oder die mathematische Theorie schwarzer Löcher 1983.

[Wikipedia]


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