Google verschickt Blaue Briefe: Webseiten werden wegen zu aufdringlicher Werbung gewarnt

chrome 

Vor etwa zwei Monaten hat Google mit der Ankündigung überrascht, dass der Chrome-Browser in Zukunft einen Werbeblocker bekommen und zu aufdringliche Werbebanner blockieren wird. Noch ist es zwar einige Monate hin, aber natürlich sollten sich Webmaster und Verlage schon jetzt auf diese große Umstellung vorbereiten. Damit es kein böses Erwachen gibt, verschickt Google nun Blaue Briefe an Webseiten, die es übertrieben haben.


Dass Google einen Adblocker in den Chrome-Browser integriert wäre noch vor kurzer Zeit als gelungener Aprilscherz durchgegangen, denn immerhin verdient das Unternehmen 90 Milliarden Dollar im Jahr nur mit Werbung. Aus diesem Grund wird Chrome natürlich nicht alle Werbebanner blocken und das Web zu einem (für wenigen Wochen) besseren Ort machen, sondern es werden nur nervige Anzeigen herausgefiltert.

adblock

Schon vor einiger Zeit hat Google mit der Organisation Coalition for Better Ads festgelegt, was gute und was schlechte Werbebanner sind und hat sehr genaue Abstufungen geschaffen. Webmaster sollten sich diese Liste nun langsam einmal zu Gemüte führen und schauen, ob sie „schlechte“ Werbebanner auf ihren Webseiten haben, die vielleicht durch „gute“ ersetzt werden können. Andernfalls könnte es Anfang 2018 eine böse Überraschung geben, wenn die Werbeeinahmen plötzlich einbrechen.

Google hat nun laut Medienberichten 1.000 Webseiten-Betreibern einen Blauen Brief geschickt haben, mit dem diese darauf hingewiesen werden dass sie in ein paar Monaten ein Problem haben werden. Bekommen haben den Brief unter anderem Forbes, ZDNet, PCMag, Eurogamer oder auch der britische Independent. Allerdings dürfte das nur die Spitze des Eisbergs sein, denn laut Medienberichten soll Google weit über 100.000 Webseiten auf dem Radar haben, die von dem Werbeblocker betroffen sein könnten.

desktop bad ads



mobile bad ads

Webmaster haben derzeit noch keine Möglichkeit, herauszufinden ob sie bzw. ihre Werbebanner als gut oder schlecht eingestuft worden sind – aber das dürfte sich wohl in den nächsten Wochen ändern. Google wird ein Tool veröffentlichen, in dem schon jetzt der Status gesehen kann – vermutlich als neuer Bericht in der Search Console. Mit einer solchen Umsetzung zu warten bis der Werbeblocker im Chrome integriert ist und sich erst dann zu kümmern kann den Verlegern und Webmastern teuer zu stehen kommen.

Schon jetzt hat Google den Werbeblocker im Chrome for Android Dev integriert und hat ihn dort auch standardmäßig aktiviert. Damit können Webseitenbetreiber immerhin schon jetzt sehen, wie es um ihre mobilen Webseiten bestellt ist. Allerdings ist noch nicht ganz klar, da es keine Ankündigung von Google gibt, ob der Werbeblocker bereits vollständig eingesetzt wird oder noch nicht den vollen Härtegrad erreicht hat.

Ich persönlich freue mich aus den bereits genannten Gründen auf diesen Werbeblocker, da er am Ende allen Beteiligten zugute kommt und vielleicht für eine Entspannung auf dem Markt beiträgt. Weniger lästige Banner bedeutet im Laufe der Zeit mehr Nutzer ohne allumfassenden Werbeblocker, womit gleichzeitig die Einnahmen der Webseiten wieder steigen, die dann wiederum nicht mehr ganz so intensiv werben müssen.

[heise]


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comment ommentare zur “Google verschickt Blaue Briefe: Webseiten werden wegen zu aufdringlicher Werbung gewarnt

  • Sehe ich auch so. Verzichten die meisten Webseiten auf nervige Werbebanner, die nur auf Ausversehen-Geklicke setzen, benötigt man keinen Werbe-Blocker mehr. Dafür steigt die Bereitschaft, sich die wenige, nicht nervende Werbung anzusehen, welche dadurch vielleicht echtes Interesse produziert.

  • Aus meiner Sicht gibt es sowas wie „akzeptable Werbung“ nicht.

    Ich will, dass Content sich ganz normal über Gebühren finanziert. Man kann am Fernsehen ganz gut sehen, wo das sonst hinführt: Alle nicht öffentlich-rechtlichen Sender kann man im Prinzip in die Tonne treten, die sind komplett unguckbar: Der Bandit zieht seine Waffe, zielt, und …„Der neue Joghurt mit halb soviel Fett“ für die nächste Viertelstunde.

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