Android O: Apps können in Zukunft nicht mehr über System-Elemente zeichnen

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Mit Android O bringt Google nicht nur eine ganze Reihe von neuen Funktionen mit in das Betriebssystem, sondern zieht auch die Daumenschrauben für Entwickler etwas weiter an und lässt ihnen nicht mehr alle gewohnten Freiheiten. Wie nun bekannt wurde, wird es ab der kommenden Version von Android O nicht mehr möglich sein, Inhalte direkt über Elemente aus dem Betriebssystem zu legen.


Mit Android O wird es für eine verbesserte Performance Restriktionen für Hintergrund-Apps geben, mit denen diese nicht mehr die volle Leistung bekommen können. Das ist zwar gut für den Nutzer, kann Entwickler aber vor Herausforderungen stellen, da die eigene App möglicherweise nicht mehr so arbeiten kann wie es vorgesehen war.

android o status

Jetzt haben Entwickler in der ersten Dev-Preview von Android O einen Flag entdeckt, der für einige nichts gutes verheißt: TYPE_SYSTEM_OVERLAY wurde durch TYPE_APPLICATION_OVERLAY ersetzt und erstes wird mit sofortiger Wirkung in dem neuen Betriebssystem eingestellt. Das bedeutet, dass Apps in Zukunft nicht mehr über System-Elemente zeichnen oder Inhalte legen können. Andere Apps können weiterhin überzeichnet werden, aber Elemente wie die Statusleiste sind dann Tabu.

Für Apps, die weitere Informationen in die Statusleiste einblenden und die bestehende Anzeige überdecken wollen, gibt es nun keine technische Grundlage mehr. Das betrifft zwar nur die wenigsten Apps, aber einen Workaround wird es wohl so schnell nicht geben, denn im Issue Tracker hat Google schon angekündigt dass die Änderung dauerhaft ist und mit voller Absicht durchgeführt wurde. Betroffene App-Entwickler hatten wohl gehofft, dass es sich dabei um einen Fehler handelt.



Diese Änderung betrifft aber nicht nur die Statusleiste, sondern auch den Lockscreen und die Tastatur – diese werden ab sofort immer in der obersten Ebene liegen und die eventuellen Änderungen verdecken. Auch die Anpassungen und Overlays über dem Lockscreen, wie z.B. das gerade erst aktualisierte Microsoft Cortana auf dem Lockscreen sind damit Vergangenheit und werden so nicht mehr möglich sein. So kann man sich natürlich auch die Konkurrenz in punkto Sprachassistenten fernhalten 😉

Auf den ersten Blick ist diese Einschränkung natürlich richtig, da sie von Malware-Apps ausgenutzt werden kann um dem Nutzer das Leben schwer oder das Smartphone teilweise unbenutzbar zu machen. Auf der anderen Seite hätte es vielleicht auch einfach eine neue Sonder-Berechtigung getan, die der Nutzer einfach nur nach der Installation oder vor dem ersten Einsatz abnicken könnte. Entwickler zeigen sich beim Issue Tracker sehr enttäuscht und hoffen auf ein Einlenken.

[AndroidPolice]


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