Double Irish & Dutch Sandwich: Google hat im vergangenen Jahr 3,6 Milliarden Dollar gespart

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Praktisch alle großen globalen Konzerne nutzen jedes Steuerschlupfloch dass die einzelnen Staaten offen lassen, und das wohl bekannteste – und derzeit auch am kontroversesten diskutierte – ist das sogenannte „Double Irish“ und „Dutch Sandwich“. Auch Google bzw. jetzt die Muttergesellschaft Alphabet nutzt dieses Schlupfloch seit vielen Jahren und spart dabei Unmengen an Geld. Ein neuer Finanzbericht zeigt nun, welche Dimensionen dies mittlerweile angenommen hat.


Die Unternehmen werden vielfach für die Nutzung von Steuerschlupflöchern kritisiert, aber natürlich würden sie sich gegenüber ihren Aktionären genau so erklären müssen, wenn sie eben diese nicht nutzen würden. Zur Zeit macht vor allem der Fall Apple die Runde, das sich im Recht sieht und dabei sogar Unterstützung von Irland erhält, das ein großer Teil dieses ganzen Systems ist.

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Laut einem Finanzbericht hat Google/Alphabet allein im Jahr 2015 einen Betrag von 3,6 Milliarden Dollar an Steuern gespart, in dem das Geld einfach durch mehrere Länder geschleust wird. Da Google ein Großteil der Gewinne außerhalb der USA nach diesem System versteuert, kommt man derzeit auf einen durchschnittlichen Steuersatz von nur 6,9 Prozent. Das ist zwar noch immer sehr viel als Apple zahlt, aber deutlich weniger als alle nicht ganz so breit aufgestellten globalen Unternehmen.

Und so funktioniert Googles Steuertrick:

– Der Verkauf von Anzeigen in einem EU-Land läuft über Google Ireland Limited
– Daraus ergibt sich, dass die Google Niederlassung kaum einen Umsatz erwirtschaftet und wenig Steuern zahlen muss
– Ein Großteil des von Google Ireland Limited erwirtschaftete Geld wird an Google Ireland Holdings abgeführt, welches seinen Sitz auf den Bermudas (Steuerfreiheit) hat
– Da Google für diese Transaktion hohe Steuern zahlen müsste, nimmt das Geld einen weiteren Umweg über die Niederlande
– Google Ireland Limited zahlt das Geld an Google Netherlands Holding, dessen einzige Aufgabe es ist den Mittelsmann zu spielen
– Google Netherlands Holding überweist das Geld an Google Ireland Holdings (Sitz in den Bermudas) und dort bleibt es dann
– Da für die Transaktion von Bermudas -> USA wieder eine Steuer fällig wäre, wird das Geld einfach in den Bermudas steuerfrei geparkt



Die EU will diesem System bis zum Jahr 2020 endgültig einen Riegel vorschieben, so dass sich die Unternehmen intern schon jetzt umstrukturieren oder zumindest in den Planungen stecken dürften. Bis dahin vergehen aber noch drei ganze Jahre, in denen hohe Gewinne ohne große Steuern verbucht werden können, die dann wiederum auf den Bermuda-Inseln geparkt werden.

Die Unternehmen sparen sich zwar die hohe Steuer, aber parken das Geld über viele Jahre auf den Bermudas und kommen an dieses praktisch nicht heran, ohne hohe Steuern zahlen zu müssen. Genau in diese Bresche will aber laut einem Versprechen der zukünftige US-Präsident Donald Trump springen, der den Unternehmen die Einfuhr mit geringer Steuer versprochen hat. Ob er dieses hält bleibt abzuwarten, aber es könnte wohl genau zur richtigen Zeit kommen.

[9to5Google]



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