Hochtrabende Pläne des Google-Killers gescheitert: Cyanogen Inc. steht vor dem Aus

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Der bekannte Android-Aufsatz CyanogenMod erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit und wird auf vielen Smartphones eingesetzt. Während das Projekt von vielen Freiwilligen weiter entwickelt wird, ist das gleichnamige Unternehmen gehörig ins Schwanken geraten und muss nun viele Mitarbeiter entlassen und Standorte schließen. Damit dürften dann auch die hochtrabenden Pläne des Unternehmens am Ende sein.


Es gibt viele Gründe für ein Custom-ROM wie CyanogenMod: Entweder ist man mit der Oberfläche des eigenen Smartphone-Herstellers nicht zufrieden, möchte bei einem Geräte-Wechsel die gleiche Oberfläche vorfinden oder aber man besitzt ein Smartphone, das nicht mehr aktualisiert wird. Wer ein leicht älteres Smartphone besitzt und keine Updates mehr bekommt, für den ist CyanogenMod oft die letzte Chance, um noch die aktuelle Version einsetzen zu können.

CyanogenMod

Mit dem zunehmenden Erfolg dieses Aufsatzes sind auch die Pläne des Unternehmens im Hintergrund größer geworden: Während man sich anfangs noch auf die Weiterentwicklung des ROMs beschränkte hatte, hatte man plötzlich Google den Krieg erklärt und wollte ein eigenes Android-Betriebssystem entwickeln, das komplett frei von Google-Produkten sein soll. Dafür sollten die Pendant-Apps von Microsoft und Amazon zum Einsatz kommen, die „sehr viel besser“ sein sollen. Aus Sicht des Nutzers allerdings vom Regen in die Traufe.

Vom regen Zuspruch beflügelt hatte man es sich dann endgültig mit Google verscherzt und hat Aussagen wie Google eine Kugel in den Kopf jagen verbreitet. Allerdings ist aus den großen Plänen, die auch von Microsoft unterstützt wurden, nichts geworden und nun geht langsam das Geld aus. Aufgrund von starken finanziellen Problemen muss man nun dutzende Mitarbeiter entlassen und wird das Hauptquartier in Seattle sowie Niederlassungen in Indien und Portugal schließen.



Auch die Pläne für ein Google-freies Android sind nun begraben und man wird keine eigene Version des Betriebssystems mehr entwickeln. Nun möchte man sich auf die Entwicklung von Modulen für Android konzentrieren, die die Einbindung von Microsoft-Apps wie Skype, OneNote und Cortana für andere Hersteller erleichtern soll. Ob sich damit das große Geld verdienen lässt – und welcher Hersteller daran Interesse haben sollte – sei mal dahingestellt.

Das freie Projekt CyanogenMod wäre von einer möglichen Pleite des Unternehmens zwar nicht direkt betroffen, aber zu einem großen Teil haben sich immer noch Mitarbeiter des Unternehmens an der Entwicklung beteiligt. Wie es ohne das Unternehmen im Hintergrund aussieht, wird sich zeigen.

Vor einigen Jahren hatte auch Google Interesse gezeigt und wollte CyanogenMod übernehmen – allerdings sind die Verhandlungen in einem frühen Stadium gescheitert.

[heise]



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