Bericht: Das Pixel C war ursprünglich als Chrome OS-Gerät und Android/Chrome-Hybrid geplant

android 

Seit einigen Tagen ist das Pixel C auf dem Markt und ist sowohl Googles erstes selbstentwickeltes Tablet als auch das erste Convertible aus Laptop und Tablet. Wie ein Bericht von Ars Technica nun offen gelegt hat, hat das Produkt schon eine recht lange Geschichte hinter sich und wurde mehrmals eingestellt und neu konzipiert. Anfänglich war das Gerät sogar mit Chrome OS als Betriebssystem geplant, erst wenige Monate vor der offiziellen Vorstellung im September wurde auf Android als Betriebssystem umgeschwenkt.


Schon bei der Vorstellung des Pixel C gab es Spekulationen über die Namensgebung des Geräts, da der Markenname „Pixel“ eigentlich für die Chromebooks reserviert war und sich klar von der Nexus-Linie abgegrenzt hat, unter der nur Android-Smartphones und -Tablets erschienen sind. Zwar hat das Team eine plausible Erklärung für die Namensgebung geliefert, doch diese scheint auch nur vorgeschoben zu sein. Tatsächlich lief das Projekt intern schon sehr viel länger und war anfangs auch als Chrome OS-Gerät geplant.

chrome OS UI

Die ersten Planungen für das Projekt begannen schon im Juli 2014 unter dem Codenamen „Ryu“ und sahen ein Convertible aus Tablet und Laptop vor, das mit der aktuellen technischen Ausstattung schon sehr viel gemeinsam hat – inklusive dem NVidia Tegra Prozessor, dem USB Type-C Anschluss, der Lightbar und das kabellose Aufladen. Als Betriebssystem war von Anfang an Chrome OS vorgesehen, das dafür extra mit einer neuen Obefläche versehen werden sollte. Zu dieser Zeit hat das Chrome-Team diese Oberfläche mit dem Projektnamen Athena auch offiziell gezeigt, die unter anderem einen neuen Fenstermanager enthalten hätte. Von dem geplanten Convertible war damals aber natürlich offiziell noch keine Rede.

Im Dezember 2014 wurde das Projekt dann eingestellt und für vier Monate vergraben. Im März diesen Jahres wurde es dann wieder ausgebuddelt und erstmals kam dann auch Android ins Spiel: Jetzt war auch weiterhin der Einsatz von Chrome OS geplant, doch alternativ sollte auch Android installiert sein und wohl automatisch im Tablet-Modus gestartet werden. Doch dieses doppelte Betriebssystem war dann wohl doch nicht so ausgereift und hätte wohl nur Probleme bereitet, so dass das Projekt im Juli erneut eingestellt wurde. Anschließend wurde dann direkt Ende Juli mit dem Einsatz von Android als Betriebssystem für das Pixel C begonnen – und nur zwei Monate später wurde es vorgestellt.

Ob dieser Wechsel mit der möglichen Zusammenlegung von Chrome OS und Android zusammenhängt ist nicht bekannt, doch das Pixel C ist nur ein weiterer Beweis dafür, dass Chrome OS wohl keine Hybrid-Zukunft hat und auch weiterhin nur auf Laptops zum Einsatz kommen wird.



Diese wechselhafte Geschichte erklärt dann auch, warum das Gerät noch nicht über alle Funktionen verfügt und man das Betriebssystem nicht wirklich an das Convertible angepasst hat. Offenbar kam der Release für das gesamte Team überraschend und war in dieser Form eigentlich gar nicht vorgesehen. Auch im gestrigen Interview ließen die Entwickler durchblicken, dass das Pixel C erst mit Android N sein volles Potenzial entfalten kann. Warum man es dann jetzt schon auf den Markt gebracht hat, scheint auch das Team nicht ganz genau zu wissen.

Möglicherweise ist das Pixel C nur ein Testballon für andere Hardware, die dann mit dem offizielle Release von Android N auf den Markt kommt. Das bedeutet aber natürlich auch, dass Google hier ein unfertiges Produkt auf den Markt gebracht hat, mit dem man die eigene Hardware-Linie wohl nicht ganz so präsentiert wie man es tun sollte. Immerhin handelt es sich um das Debüt-Gerät. Wer wirklich an einem solchen Convertible interessiert ist, sollte aber vielleicht noch auf das Pixel C 2 warten 😉

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