Google: Mobile Websuche bearbeitet jetzt mehr Suchanfragen als die Desktop-Version

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Mit dem Betriebssystem Android hat sich Google vor einigen Jahren strategisch sehr gut im damaligen Zukunftsmarkt platziert und so langfristig sicher gestellt, dass die Nutzer auch von ihrem Smartpone und Tablet aus fleißig die Google-Suche und nicht etwa ein Produkt der Konkurrenz nutzen. Bei dem explodierenden Wachstum der letzten Jahre ist es fast schon verwunderlich, dass Google erst heute verkünden kann dass die mobilen Suchanfragen nun den Desktop überrundet haben. Aber das bringt auch Probleme mit sich.


Schon auf dem Desktop war/ist die Google Websuche durch die voreingestellte Startseite, voreingestellte Suchmaschine und die Möglichkeit Sucheingaben in der Adressleiste einzugeben allgegenwärtig und immer sehr leicht zu erreichen. In den letzten Jahren hat Google aber ordentlich daran gearbeitet, dass die Bindung auf dem Smartphone noch größer wird: Allein durch die Sprachsuche, die sich stets per „OK, Google“ aufrufen lässt macht die Suche noch einmal allgegenwärtiger. Kein Wunder also, dass Mobil den Desktop nun überflügelt hat.

Google CPC

Google konnte gestern verkünden, dass aktuell mehr Suchanfragen über die mobile Websuche als über den Desktop bearbeitet werden. Dabei nannte man aber leider kein genaues Datum wann es diesen Führungswechsel an der Spitze gegeben hat – es kann also schon einige Zeit zurück liegen. Außerdem scheint dies noch nicht weltweit der Fall zu sein, denn in einem Nebensatz wird erwähnt dass diese Tatsache derzeit in 10 verschiedenen Ländern inklusive den USA und Japan der Fall ist. Deutschland dürfte aktuell wohl noch nicht dazu gehören, sonst hätte man es als einen der wichtigsten Märkte sicherlich erwähnt.

Doch dieser Wechsel bringt für Google auch Probleme mit sich, wie erst vor wenigen Tagen eine Forbes-Studie belegt: Google hat große Probleme damit, die mobilen Suchanfragen genau so zu monetarisieren wie die Desktop-Suche. Nur jeder dritte verdiente Dollar des Unternehmens kommt derzeit, trotz der Dominanz von Android und den Google-Apps, von den mobilen Geräten. Zieht man noch einmal die seit mehr als drei Jahren sinkenden CPC-Preise bei Google dazu, sieht diese Entwicklung langfristig sogar bedrohlich aus. Google muss also sehr bald den Turnaround schaffen. Dabei hat man vor allem das Problem, dass auf den Smartpones weniger Platz für Banner ist als auf dem Desktop – und bei den sinkenden Preisen kann Google derzeit eben nur über die Masse verdienen.



Glücklicherweise (?) hat Google diese Zahlen im AdWords-Blog verkündet, und signalisiert damit vielleicht auch dass man das Problem nun durchaus Ernst nimmt und die Werbeabteilung unter Druck steht. Die mobile Websuche, die nun endgültig den Desktop überflügelt hat, muss nun endlich stärker monetarisiert werden – aber ohne den Nutzer zu sehr mit Werbebanner ÜBER den Ergebnissen zu nerven. Das ist eine Wanderung auf einem sehr schmalen Grat, aber für Google könnte diese irgendwann existenziell werden – immerhin ist man immer noch zu 90% von den Werbeeinnahmen abhängig.

» Ankündigung im AdWords-Blog

[9to5Google]



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