Ryanair-Chef verrät: Google wird Online-Flugbuchungen schon bald „revolutionieren“

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Google bietet bereits seit vielen Jahren eine Flugsuche innerhalb der Websuche an, die unter dem Namen Google Flights auch als eigenständiger Service angeboten wird. Nun hat der Chef der populären Fluglinie Ryanair in einem Interview durchsickern lassen, dass Google schon in wenigen Monaten wichtige Verbesserungen durchführen und das Buchen von Tickets über das Internet „revolutionieren“ wird.


Die Suche nach Flugverbindungen zwischen zwei Städten hatte Google bereits seit vielen Jahren in Form einer Onebox in den Suchergebnisse angezeigt, mit der Übernahme von ita Software hatte man dieses Angebot dann Ende 2011 deutlich verbessert und die Funktionen deutlich aufgebohrt. Neben der reinen Suche nach Flügen gab es seitdem auch viele Filtermöglichkeiten und umfangreiche Preisvergleiche.

Google Flights Search

Über ita Software hat Google Zugriff auf die Daten fast aller weltweiten Fluglinien und kann so innerhalb weniger Sekunden umfangreiche Vergleiche von Flügen anbieten, die einige andere Webseiten erst durch Meta-Crawling zusammen tragen müssen und daher deutlich langsamer sind. Schon kurz nach dem Launch dieser Suche beklagten die ersten Betreiber daher massive Traffic-Einbrüche und zogen Google anschließend vor Gericht.

Doch Googles Oberfläche zeigt spätestens dann ihre Schwäche wenn dann der passende Flug gefunden worden ist: Der „Buchen“-Button ist zwar vorhanden, führt aber nicht zu dem vom Nutzer erwarteten Ergebnis. Der Nutzer wird lediglich auf die Webseite der Fluglinie weitergeleitet und muss sich diese Suche dort noch einmal zusammen suchen, sich registrieren und erst dann den gesamten Buchungsprozess noch einmal durchgehen.

Google Flights Search Buchung

Nun hat Ryanair-Chef Michael O’Leary aus dem Nähkästchen geplaudert und verkündet, dass Google Ende März diesen Jahres eine völlig neue Flugsuche vorstellen wird – und sein Unternehmen dabei intensiv mit Google zusammen arbeitet. Zwar nannte er keine Details, ließ aber durchblicken, dass die Buchung eines Fluges wohl in Zukunft auch unmittelbar über die Google-Seite möglich sein wird – lediglich die letzte Bestätigung läuft dann noch über die Airline. Laut seinen Aussagen hätten andere Flugsuchen nicht den Hauch einer Chance dagegen.

They want to launch with us and we’re working with them on that kind of product.
 
It’ll blow comparison sites like Skyscanner out of the water.
 
Google will say, ‚Here are the fares,‘ then you click straight through to Ryanair or someone else. It blows everyone else out of the water.



Außerdem sprach er davon, dass die Menschen ihre Flüge in Zukunft nur noch über das Smartphone buchen würden – wohl auch ein Hinweis darauf, dass Google auch hier deutlich nachbessert. Bisher steht die Flugsuche auf dem Smartphone noch gar nicht zur Verfügung bzw. ist nur über Umwege zu erreichen. Möglicherweise ist hier auch eine eigene App oder zumindest eine Integration in die Google Maps Routenplanung auf dem Weg.

Weder Google noch die Airlines gehen bei der neuen Version, so O’Leary, eine finanzielle Vereinbarung miteinander ein. Die Airlines profitieren von den (möglicherweise) zusätzlichen Buchungen die Google ihnen liefert – und Google selbst gibt sich mit den Einnahmen aus der angezeigten Werbung zufrieden. Vorbei sind wohl die Zeiten, in denen die Webseiten Provisionen von den Airlines bekommen haben – was auch den Airlines nur Recht sein und sie in die Arme von Google treiben dürfte.

Bleibt abzuwarten ob und wann dieses große Update kommt. Expedia & Co. sollten jedenfalls gewarnt sein.

[ComputerBild]



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comment ommentare zur “Ryanair-Chef verrät: Google wird Online-Flugbuchungen schon bald „revolutionieren“

  • Expedia und co nerven ohnehin mit verwirrender Menüführung und undurchschaubaren Websites. Un selten stimmt der angezeigte Preis. Die Webseiten der Airlines sind nicht besser.

    bereits eine übersichtliche Seite ohne Rumgeblinke, aus der man direkt buchen kann, würde bereits den Markt „revolutionieren“. Ein Heimspiel für Google.

    Ich gehe aber eher von einer Maps-Integration aus mit verkehrsmittelübergreifender Haustür – Haustür – Buchung.

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