Yahoo-CEO haut auf Google; Trash-Talk für den Erfolg?

Yahoo Google

Yahoo’s Mrs. CEO Carol Bartz wagt bei BBC gegen Google anzufeuern. Sie sieht ein riesiges Problem darin, dass Google „99% Search-Business“ wäre. Damit setzt sie die Talfahrt von Yahoo fort und sieht, wie Unternehmen, wie Google oder Facebook ihr davon laufen – Trash-Talk für den Yahoo-Erfolg?

Yahoo ist ziemlich am kränkeln. Zwar kann das Unternehmen wieder gewinne im Search-Bereich durch Microsoft’s Bing-Integration verzeichnen, hat aber gerade Yahoo mit Marketing-Problemen arg zu kämpfen. Als wäre das nicht genug, gibt sich CEO Carol Bartz zu einem Interview gegenüber BBC, indem sie erklärt, dass „Google ein Problem“ hätte. Lustig, gerade weil letzte Woche ein Manager abgehauen ist. Vielleicht ein Frust-Talk?

Google wird ein Problem haben, da Google nur für die Suche bekannt ist […] Es ist einfach nur die Hälfte unseres Business; aber 99,9% von deren Business. Google muss andere Dinge finden […] Google sollte zu einem Unternehmen in der Größe von Yahoo jedes Jahr heranwachsen, um interessant zu sein.

Carol Bartz, YahooAber Moment einmal. Google spezialisiert auf Suche? Wie sieht es denn aus mit YouTube, Maps, Wave, den ganzen Apps, Android, Chrome, Google TV, Mail, Talk und wie sie alle heißen? Das ist dann wohl „99,9% Suche“. Ich glaube, Bartz sieht ihr Unternehmen den Bach runtergehen und schlägt jetzt nochmal richtig auf die ein, die es jahrelang richtig gemacht haben. Das sieht man ja auch an den Zahlen: 167 Mrd-$ (etwa 126 Mrd. Euro) Marktwert hat Googles Aktien derzeit. Yahoo gerade einmal – einschließlich Asien – ein Wert von 23 Mrd-$ (etwa 17 Mrd. Euro). 

Eine Lachnummer: Google hat schon lange mehr Marktwert als Yahoo – dennoch profiliert sich der CEO ganz groß. Auch in Sachen soziale Netzwerke scheint Frau Bartz keine große Ahnung zu haben:
 

Sicherlich ziehen sie die Aufmerksamkeit an sich und sind nah an der Zeit […] aber was falsch an dieser Konversation ist, dass sich „sozial“ nur auf Facebook bezieht. […] So werden alle soziale Fähigkeiten auf Webseiten beschränkt – eingeschlossen wie Twitter oder Facebook Feeds.

Ahja. Man fragt sich schon irgendwie, ob die Frau sich „Facebook“ oder „Twitter“ überhaupt mal angeschaut hat. Denn auf ihren ach so „sozialen Netzwerk“, Yahoo, findet man leider garkeine soziale Komponente. Geschweige dass E-Mail das Einzige ist, was im 21sten Jahrhundert benutzt wird.

„Rom steht in Flammen“, so schreibt TechCrunch-Autor Michael Arrington zu dem Thema, „Bitte rauchen Sie an der Bong, Carol“. Denn langsam kommt es so vor, als wenn heiße Luft Standard bei Google-Diskussionen wird. Yahoo versucht einfach ihre Missgeschicke im Bereich Web2.0 mit Trash-Talk a la Bartz zu kompensieren. Versuch fehlgeschlagen.

Bild: DPA

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