Google startet öffentliche DNS-Server

Google

Google hat heute seinen eigenen DNS-Server-Dienst „Google Public DNS“ gestartet. Laut Angabe von Google soll damit die Geschwindigkeit im Internet deutlich verbessert werden. 

Domain-Name-System-Server (kurz: DNS-Server) sorgen dafür, dass Rechner hinter Domains schnell lokalisiert werden können und angesprochen werden können. Nimmt man beispielsweise die GoogleWatchBlog.de-Domain, kommt man auf 85.13.143.23. Dabei hat die Anfrage einen weiten Weg über verschiedene andere DNS-Server genommen. Das kann mitunter dauern, besonders bei DNS-Servern im Ausland oder langsameren DNS-Servern. Weitere Informationen über den Aufbau von DNS findet man beispielsweise bei Wikipedia oder als Podcast bei „Chaosradio Express“

Google möchte dem Problem mit langsamen DNS entgegen steuern und hat deshalb, im Rahmen der Aktion „make the web faster“ (wir berichteten bereits), die Google Public DNS-Server online geschalten. Auf der offiziellen Homepage findet man ausführliche Tutorials (in Englisch) für alle gängigen Betriebssysteme, sowie die Google Public DNS-Server-Adressen. Google möchte mit den öffentlichen DNS-Servern erreichen, dass das Internet noch „schneller, sicherer und zuverlässiger“ wird. Wie immer gibt es auch eine Google Gruppe, in der man Feedback loswerden kann.

» Google Public DNS
» Ankündigung

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comment ommentare zur “Google startet öffentliche DNS-Server

  • Hehe, wie großzügig. Gut, nebenbei kann man noch jeden Zugriff auf eine Domain mitloggen und dem Google-Crawler zugänglich machen. Oder vielleicht die IP des Nutzers mit den Besuchern von Google-Suche/Mail/Maps/etc. abgleichen und ein schönes Profil basteln. Nee, nee…

  • Hmm ich kann mir auch wenns sich hier um Google handelt nicht vorstellen, dass die sich die Mühe machen, IPs mit den anderen Services zu verknüpfen. Ich denke ehr, dass Google da was mit Analytics oder so verbinden wird, um noch besser auf das Nutzerverhalten der Masse abzielen zu können, falls der Dienst denn erfolgreich wird.

  • Ja, Zweck genau wie bei Analytics: einzig die Profilerstellung.

    OpenDNS.com ist aber bei weitem besser:

    a) unabhängig
    b) noch NIE einen ernsten Ausfall in Jahren gehabt
    c) viele renomierte Unternehmen nutzen es
    d) manueller Referesh in Echtzeit! (interessant bei NS Updates)
    e) Kindersicherung
    f) Sperrlisten (Google Analytics direkt im DNS sperren etc.)
    g) Kundenservice

    usw.

    Bei Google (sowie anderen öffentlichen DNS-Diensten) ist man dann wieder von den dortigen Einstellungen abhängig, so dass es keinen Vorteil gegenüber dem „lokalen“ DNS vom ISP gibt.

    Davon abgesehen: Bei Fragen… keine Hilfestellung.

    Einzig die einfachere IP ist interessant 😉

  • @Devon.
    Bietet denn OpenDNS auch einen Vorteil gegenüber der „Standard-DNS“ Einstellung? Ist Der Aufruf genauso schnell?
    Ich meine jetzt wie z.B. Unitymedia.
    Bin da eher ein Laie 😀

  • @73424: Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass z. B. die CCC-DNS-Server relativ flott unterwegs sind (http://www.ccc.de/censorship/dns-howto/)

    Bei den OpenDNS-Servern habe ich manchmal Geschwindigkeitsverluste gehabt, gerade beim erstmaligen Aufrufen einer Adresse (pre-caching)…

    Ansonsten finde ich das OpenDNS sowie das CCC-DNS-Projekt echt gut. Wenn Google sich noch auf die Public-DNS-Fahne schreiben würde, dass sie nichts loggen und nicht zensieren, wäre das der enormste Fortschritt seit langem.

    Aber das mit der OpenDNS Sache klappt auch nur dann, wenn der OpenDNS-Server die richtige Anbindung hat. Wenn nämlich Provider A die Server zensiert, nutzt OpenDNS garnichts.

  • Hmm, habe mal den DNS-Server von CCC ausprobiert, aber die Geschwindigkeit wurde langsamer statt schneller.

  • Mhhh, ich nutze Google Dienste recht viel, habe aber auch Adblock und Privacy Filter. Bin mir nich sicher ob ich wirklich JEDE aufgerufene Seite an google weitergeben will.

    @Tobi
    @Devon
    Bisher nutze ich auch bei Bedarf Proxy Server. CCC sind da Anlaufstelle sowie die Seiten von awxcnx.de

    Ich habe aber mal gehört das OpenDNS auch nicht so das wahre sein soll. Also das Open täuscht. Ist eine ganz normale Firma mit Kapitalgebern etc.
    Siehe http://www.opendns.com/about/management/
    Selbst Wiki weiß nicht was genau das für ne Firmenform ist. Aber da gibts ein paar Infos über Privacy: http://en.wikipedia.org/wiki/OpenDNS#Privacy_issues.2C_conflicts_and_covert_redirection

    Auf jedenfall auch mit Vorsicht zu genießen.

  • @73424:

    Also Geschwindigkeitsverlust habe ich nicht gehabt (vergleiche ich es mit dem DNS meines ISPs). Empfehlenswert ist es halt, weil a) Malware Schutz (wenn man denn wie wild durch die Gegend surft ;)) und tausende Einstellungsmöglichkeiten nach der Registrierung. Ich kenne keinen Anbieter überhaupt mit Einstellungsmöglichkeiten und vor allem dem real time refresh. Ausserem ist es für IP-Blöcke und auch als einfache Kindersicherung interessant

    @73429:
    Genau 😉 Genau wie auch alle Social Networking Anbieter keinerlei persönliche Daten weiterverkaufen, Google nicht Analytics zur Profilerstellung nutzt, und Gmail nur die Emails für die Werbung analysiert 😉

    NORMALERWEISE ist der DNS des Einwahlanbieters absolut ausreichend. Wenn man häufig Domains registriert oder aber der Seitenzugriff zu bestimmten Zeiten schleichend langsam ist, sollte man auf jedem Fall mal TESTWEISE einen seriösen anderen DNS eintragen. Ich selbst kann halt OpenDNS empfehlen, weil ich niemals Probleme damit hatte und Phishtank dort gleich mit angeschlossen ist (was um einiges seriöser ist, als die Blockliste von Google).

    CCC empfinde ICH persönlich nicht als seriös, aber jeder hat ja eine andere Meinung.

  • Das google die Daten (also mal _zumindest_ analyics, blogs, pages, maps, …) nutzt ist ganz klar. Sie bieten einen wirklich enormen Gegenwert und halten eine riesige Infrastruktur am laufen. Man bedenke auch google als Innovationsmotor und Förderer (Mozilla, W3C, …).

    Trotzdem ist mir das als DNS erstmal zu unsicher. Wobei ich meinem Provider da auch nicht vertraue. Bin mit dem vom CCC auch zufrieden was die Geschwindigkeit angeht.

  • Zitat:
    Sie bieten einen wirklich enormen Gegenwert und halten eine riesige Infrastruktur am laufen.

    Vorteile für den Seitenbetreiber. (Profilerstellung der Seitenbenutzer)

    Für den Nutzer/Kunden gibt es jedoch keine Vorteile. Im Gegenteil, GA ist so undurchsichtig, dass keine seriöse Firma es ihren Kunden zumuten sollte und wenn, dann sollte es einen Warnhinweis geben. „Daten werden im Ausland aufgezeichnet und es besteht für uns keine Möglichkeit Ihnen mitzuteilen, was denn genau aufgezeichnet wird…“

    Peinlich für eine Firma, oder? Dann vielleicht doch lieber 100 Euro für eine eigene Lösung ausgeben 😉

    FoolDNS (http://www.fooldns.com) hat da eine gute Lösung. Es blockiert einfach sämtliche Tracker ^^ gut für Privatpersonen (Mini-„OpenDNS“)

  • @73439:
    Die Wirklichkeit sieht anders aus. Extrem viele Firmen setzen auf Google Technologie, nicht nur beim Tracking.

    Naja, wie oft warst du heute schon auf YouTube? Liest du RSS Feeds? Irgendeiner Seite mit Maps?

  • Devon:

    Zitat:
    Genau 😉 Genau wie auch alle Social Networking Anbieter keinerlei persönliche Daten weiterverkaufen, Google nicht Analytics zur Profilerstellung nutzt, und Gmail nur die Emails für die Werbung analysiert 😉

    Jaja. Beweise bitte.

  • @73442:
    twitter behält sich bspw. in seinen AGBs vor Daten weiterzuverkaufen. Die tauchen auch als Aktivposten in der Bilanz auf.

  • @kapet

    >> Jaja. Beweise bitte.

    Warte noch ein paar Jahre, dann weiss alle Welt was du über Google gesucht und verschickt (Gmail) hast.

    Beweise solltest du eher von den Firmen anfordern, dass diese die Daten NICHT weiter verwerten. Eine Klausel „.. wird nicht gemacht“, war vielleicht vor 10 Jahren etwas wert. Heute ist sie jedoch keinen Pfifferling mehr wert. Leider.

    PS: Facebook ist gleich Eigentümer *aller* eingestellten Daten (lt. AGBs).

  • @re-aktor

    >> Die Wirklichkeit sieht anders aus. Extrem
    >> viele Firmen setzen auf Google Technologie,
    >> nicht nur beim Tracking.

    Ja, das stimmt. Und nicht nur kleine, sondern mittlerweile auch grössere Firmen. Wenn man bedenkt, dass schon Polizeistationen auf Googles Lösungen setzen und die Daten dann „in die Wolke“ stellen, beängstigt das doch sehr. Kundendaten sollten bei keinem Drittunternehmen einfach so „rumliegen“. Vor allem nicht bei bekannten Datensammlern. Da wird einfach wieder am falschen Ende gespart 🙁

    >> Naja, wie oft warst du heute schon
    >> auf YouTube? Liest du RSS Feeds?
    >> Irgendeiner Seite mit Maps?

    YouTube nutze ich seit dem „Gema-Streit“ nicht mehr, da es für meine Zwecke nutzlos geworden ist. Bei jedem zweiten Video „aufgrund Ihrer Region… dürfen Sie es nicht anschauen“ wurde langweilig 😉

    RSS-Feeds ebenfalls nicht mehr seit dem NewsGator Online eingestellt wurde, besuche daher die Seiten doch lieber direkt. Hat dann ja auch der Seitenbetreiber wie etwas davon 😉 Zwar 100x so viel Arbeit… aber man unterstützt die Wirtschaft -> Keyboardabnutzung, etc. 😀

    Was fehlt ist allgemein die Transparenz. Wir zeichnen NIX auf, klingt unglaubwürdig und ist auch unglaubwürdig. Wir zensieren nicht, ist ebenfalls eine glatte Lüge (guter Vergleich: google.com mit google.de Ergebnissen).

    OpenDNS als Beispiel sagt klipp und klar, wir verkaufen die Daten weiter. Nach X Stunden/Tagen werden die IP-Adressen entfernt, und die Daten dann weiterverwertet. Ob die IP Adressen nun entfernt werden oder nicht ist eine andere Sache, zumindest ETWAS Transparenz ^^

    Weiss nicht wieso es so schwer ist, zuzugeben, „Wir zeichnen alles auf um für spätere Dienste ein optimales Profil erstellen zu können. So können wir später noch bessere personalisierte Werbung (während des Chats, Surfen, etc.) schalten und und und. Ich bin mit sicher, dass 90% der Google Nutzer TROTZDEM weiter Google nutzen würden.

  • @Devon
    Du hast da eine merkwürdige Ansicht. Kann ich nicht genau nachvollziehen. Was Analytics Daten angeht werten Sie die Daten natürlich aus. Ist auch ihr gutes Recht. Ansonsten ist es ja nicht so das die das behaupten nicht aufzeichnen. Alles was auf gemietetem Webspace / vServer liegt zeichnet sowieso mit. Schon aus Sicherheitsgründen.

    Und was Google Mail angeht. Das was man google immer vorwirft sind bei web.de, gmx etc alles bestätigte Vorwürfe. Selbst wenn dein kompletter Maillverkehr über deinen eigenen Server beim deutschen Provider läuft wird alles für ein halbes Jahr protokolliert (Ne wa, Herr Schäuble).

    Klar muss man bei google vorsichtig sein, aber verglichen mit den Alternativen stellt sich die meiste Kritik an google als haltloses goohle bashing heraus.

  • Also ich habe gestern abend die Google DNS Server mal gegen einige andere antreten lassen und zumindest was die Performance angeht ist google nicht spitze. Ich für meinen Teil bleibe bei meinem Provider DNS Cache pool.

    Details bei mir im blog.

    Gruß

  • @73444:
    Meinst du das hier?

    Zitat:
    Non-Private or Non-Personal Information: We may share or disclose your non-private, aggregated or otherwise non-personal information, such as your public Tweets or the number of users who clicked on a particular link (even if only one did).

    Da geht es um die (oeffentlichen) Tweets, nicht darum das Twitter eine Liste von Namen und EMail-Adressen meistbietend verhoekern kann. Passenderweise wirst du auch weder gezwungen persoenliche Daten ins Twitter-Profil zu schreiben noch gibt es gross die Moeglichkeit dazu…

  • @73445:
    Also mit anderen Worten: Du hast keine Beweise, deine Aussagen sind alles aus der Luft gegriffene Behauptungen.

    Auch deine Aussagen das Klauseln nichts wert seien moechte ich bitte belegt sehen. AGBs u.ae. haben nicht nur eine rechtliche Dimension sondern benoetigen auch gegenseitiges Vertrauen. Wann und wo hat Google dein Vertrauen so missbraucht das du grundsaetzlich alle Aussagen anzweifelst? Und wie wuerde deiner Ansicht nach ein „Beweis“ aussehen den du akzeptieren wuerdest?

    Facebook als Eigentuemer: „You own all of the content and information you post on Facebook, and you can control how it is shared through your privacy and application settings.“ Das sollte doch deutlich genug sein. Ich vermute du spielst auf die uebliche Lizenz Formulierung an („you grant us a non-exclusive, transferable, sub-licensable, royalty-free, worldwide license“), die klingt zwar schlimm beschreibt aber nur in einer Juristen-Formulierung wie das Internet funktioniert. Wenn du Facebook keine Lizenz gibst deine Fotos jemandem zu zeigen, wie soll Facebook dann deine Fotos denjenigen zeigen mit denen du sie geshared hast?

  • Was Fotos angeht finde ich speziell FB und die VZ Gruppe sehr zweifelhaft. Wenn sich da die Bild (u.a.) illegal und normalerweise Persönlichkeitsrechte verletzend an Bildmaterial vergreifen kümmert das in den Firmen keine Sau.

    Und ich muss kapet Recht geben. Die Leute verurteilen google immer recht heftig. Im Vergleich machen die nichts was nicht Branchenstandard ist. Nur Größer, was sie zweifelos „gefährlich“ werden lässt.
    Ein echter Patzer war / ist die Suche bzw. deren Zensur in China.
    Gibts da noch mehr Beispiel?

  • @73459:
    Was sollen die Firmen (FB, VZ) denn da tun? Diese (ueblicherweise) unlizensierte Verwendung in der Presse waere eine gerichtlich zu klaerende Frage, FB/VZ koennten also hoechstens darueber nachdenken Klage einzureichen. Aber in welcher Funktion sollen sie das tun? Sie sind nicht Eigentuemer der Bilder und haben nur ein nicht-exklusives Nutzungsrecht, ich sehe daher nicht wie sie geschaedigt worden sein sollen.

    Suche/Zensur in China: Es wird auch in Deutschland von Google „zensiert“, so wie es deutsche Gesetze erfordern. (Z.B. Holocaust-Leugnung oder Childporn.) Willst du wirklich das Google jetzt zu einer Instanz wird die darueber entscheidet ob Zensur in einem Land zu weit geht oder nicht? Und welchen Nutzen haben die Menschen in China, wenn sie statt einer Google-Suche die bei einigen Anfragen sagt „duerfen wir nicht zeigen“ gar keine haben?

  • @73460:
    Naja, ich finde Sie sollten die Rechte ihrer Kunden schützen. Zumindest beistehen.
    Welche Privatperson klagt gegen die Bild? DA braucht man ja schon einen gewissen finanziellen Background. Sie verurteilen es ja nicht einmal. Sie wollen lediglich keinen Ärger.

    Natürlich muss sich google an Gesetzte halten. So gesehen hast du Recht.
    Die Grenze ist natürlich fließend und scher festzusetzen, aber ich hätte gehofft das google sich nicht so die Vorgaben diktieren lässt.

  • Ich hab meine Netzverbindung mit dem neuen DNS-Server von Google konfiguriert, einfach weil ich es stark finde, wie innovativ durch Google herangegangen wird.

    Datenschutzrechtliche Bedenken hab ich dabei gar keine, denn wenn ich meinen Arbeitskollegen erzähle, dass ich auf rotelaterne.de und youporn unterwegs bin, wieso sollte ich dann ein Problem damit haben, dass ein Unternehmen Google das auch weiß?

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