Rückläufiges Wachstum bremst Google aus – Morgen Quartalsbericht

Google
Morgen wird Google seine aktuellen Quartalszahlen veröffentlichen und den Anlegern und Analysten sehr wahrscheinlich einen großen Schock versetzen. Zwar wächst das Anzeigengeschäft immer noch, aber das Tempo hat sich verlangsamt und auch der Umsatzsprung wird nicht mehr ganz so hoch ausfallen wie in den letzten Jahren.

Die großen Online-Analysten haben bereits vor einigen Wochen vorhergesagt, dass Googles Klickzahlen rückläufig sind bzw. nicht mehr so schnell steigen wie es der Markt erwartet. Bis jetzt konnte Google in jedem Quartal sowohl die Klickzahlen als auch den Umsatz und den Gewinn steigern. Das wird sich zwar morgen fortsetzen, aber sehr wahrscheinlich werden die Analysten recht behalten. Bisher hatte sich Google nicht dazu geäußert.

Die rückläufigen Zahlen können jetzt von einer ganzen Reihe von Gründen beeinflusst werden:
– Googles verbesserte Erkennung von Klickbetrug
Einschränkung des Klickbereichs
– Abstumpfung der User gegenüber Online-Werbung
– Rezessionsängste in den USA
– Der schwache Dollar

Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte und alle 5 Gründe spielen mit hinein – und sicherlich auch eine Reihe anderer Gründe die ich nicht beachtet habe. Das Handelsblatt hat 2 sehr gute Artikel über dieses Thema geschrieben und beschäftigt sich mit der Frage, wann und wie Google erwachsen wird und was das für Auswirkungen auf die 16.000 Googler haben könnte.

Seien wir gespannt auf die morgigen Zahlen…

[heise, Handelsblatt #1, #2]


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comment ommentare zur “Rückläufiges Wachstum bremst Google aus – Morgen Quartalsbericht

  • Die Erwartungen von den Herren Analysten sind völlig realitätsfern, ein Unternehmen kann eben nicht immer wachsen. Bei dem Wachstum den Google in den letzten Jahren hatte, und ja immernoch hat, ist halt irgendwann der Punkt erreicht wo es nicht weiter geht…

  • Ich frage mich gerade ernsthaft, was die Rezessionsangst in den USA mit rückläufigen Klicks zu tun haben soll..?

    Haben die Unternehmen Angst Anzeigen zu schalten, weil sie sich nicht trauen daran Geld zu verdienen oder sind es die User, die Angst haben durch Klicks ihr Geld zu verlieren? HÄÄÄÄ????

  • @Ismail: Der Gedankengang ist wohl eher so, dass die User weniger „konvertieren“, sprich weniger Clicks zu Umsatz bei den Websites führen. Wenn also die Werbung bei Google nicht mehr so gut „funktioniert“, werden sie ihre Investments dort anpassen, eventuell sogar umschichten auf andere Methoden oder aber einfach nur reduzieren. Das erzeugt dann eben die Abwärtsspirale die so typisch ist für Rezessionen.

    Allerdings ist der Punkt des schwachen Dollars Blödsinn – das Gegenteil ist der Fall, der schwache Dollar hilft Google sogar. International nehmen Sie bei Adwords Geld in fremden Währungen ein, für die sie derzeit mehr US-Dollar bekommen. Gleichzeitig erfolgt die Ausschüttung an Adsense-Publisher in US-Dollar, wodurch Google ganz eindeutig vom Währungsgefälle profitiert.

    Einweiterer wichtiger Grund der nicht genannt wurde ist der eigene Erfolg bzw. die aggressive Vermarktung von Adwords. Google spricht ganz gezielt Big Spender an und bietet ihnen weitreichende Dienstleistungen zu einem großen Teil kostenlos an, damit diese bei Adwords buchen. Also mehr oder weniger die gleiche Methode wie bei den anderen „kostenlosen“ Angeboten bei Google. Nur haben diese Big Spender halt auch einen größeren Einfluss auf Google, wie man am Beispiel mit Ebay vor einiger Zeit sehen konnte. Im Ergebnis fordern diese Kunden auch Dinge von Google ein, die man selbst vielleicht nicht mehr der gleichen Priorität eingeführt hätte. Hierunter sind sicherlich die Erkennung von Klickbetrug, die Veränderung des Klickbereiches aber auch die direktere Auswahl/Ausschluss der Websites bzw. von Gruppen zu zählen. Dies führt erstmal nicht unbedingt zu mehr Einnahmen bei Google.

    Außerdem kann man wohl sagen, dass die großen und gut besuchten Websites alle in irgendeiner Form bereits Werbung anzeigen und daher das Wachstum nicht mehr so schnell vor sich gehen kann.

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