Europäische Kommission: Google, Facebook, Twitter & Microsoft schaffen Verhaltenskodex gegen Onlinehetze

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Das Thema „Hatespeech“ bzw. Online-Hetze ist in den vergangenen Jahren leider immer präsenter geworden und wird durch die zunehmende Verbreitung von Sozialen Netzwerken immer wichtiger. Die Betreiber dieser Plattformen, zu denen auch Google gehört, gehen schon seit langer Zeit gegen gemeldete Inhalte vor -und haben dies nun auch in einem offiziellen Kodex festgehalten. Gemeinsam mit Facebook, Twitter, Google und Microsoft hat die Europäische Kommission nun einen Kodex veröffentlicht, dem sich alle beteiligten Unternehmen verpflichtet haben.


Soziale Netzwerke werden zunehmend zur Online-Hetze verwendet und sind längst auch zu einem Platz für Gehirnwäsche geworden. Terrorvereinigungen wie der Islamische Staat werben sich in den Netzwerken neue Mitglieder und machen Stimmung für die eigenen Ansichten. Das so etwas in ihren Netzwerken kein Platz hat, haben die Betreiber der großen Plattformen jetzt gemeinsam mit der Europäischen Kommission zu Papier gebracht und sich einem neuen Kodex unterworfen.

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Der Kodex beinhaltet nicht nur die freiwillige Verpflichtung zur Löschung solcher Inhalte, sondern hält diese Vorgangsweise auch genauer fest: So müssen die Netzwerke ihren Nutzern ausreichende Mittel zur Verfügung stellen, um solche Inhalte zu melden. Außerdem müssen sie auch selbst Ausschau halten und müssen entsprechende Teams mit dieser Aufgabe betrauen. Der Großteil der eingegangenen Meldungen muss innerhalb von 24 Stunden bearbeitet, bewertet und, wenn notwendig, gelöscht werden.

Zusätzlich müssen die Unternehmen ihre Nutzer schulen und klar stellen, welche Inhalte auf ihren Plattformen nicht geduldet sind. Die Sensibilisierung via reiner AGB wird dazu aber wohl erst einmal nicht ausreichen, so dass auch direkt auf den Plattformen bei verdächtigen Inhalten entsprechende Hinweise eingeblendet werden. Um die Umsetzung möglichst effektiv zu halten, sollen die Unternehmen in diesem Punkt zusammen arbeit und sich immer wieder mit Tipps & Tricks austauschen und „Best Pratices“ erarbeiten.



Google ist bei diesem Zusammenschluss durch YouTube vertreten, da die Videoplattform immer wieder hetzerische Inhalte enthält – sowohl in Form von Videos als auch in Form von Kommentaren.

Google-Sprecher Lie Junius:

Wir sind entschlossen, den Menschen mit unseren Diensten Zugang zu Informationen zu verschaffen, aber illegale Hetze haben wir auf unseren Plattformen stets unterbunden. Wir haben effiziente Systeme, mit denen wir stichhaltige Meldungen in weniger als 24 Stunden prüfen und illegale Inhalte entfernen können. Wir freuen uns auf die gemeinsame Arbeit mit der Kommission an der Entwicklung von Ko- und Selbstregulierungskonzepten zur Bekämpfung von Online-Hetze.

In der Ankündigung auf der Webseite der Europäischen Kommission gibt es noch sehr viele weitere Punkte, denen sich die Unternehmen mit diesem Kodex verschrieben haben. Außerdem gibt es auch weitere Zitate der Unternehmen und tiefere Hintergrundinfos zu diesem neuen Kodex.

» Gemeinsame Ankündigung der Europäischen Kommission



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