Statistik: Google hat in diesem Jahr deutlich weniger Geld für Übernahmen ausgegeben als in den letzten 5 Jahren

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Viele von Googles wichtigsten und erfolgreichsten Produkten sind ursprünglich nicht im Unternehmen selbst entstanden, sondern sind durch Übernahmen in das Portfolio gelangt. In den letzten Jahren hat Google diese Strategie auch weiter verfolgt und hat stets größere und kleinere Unternehmen übernommen, um dessen Technologien und Produkte in das eigene Angebot aufzunehmen. Doch in diesem Jahr ist die Schlagzahl der Übernahmen deutlich gesunken, wie eine Statistik sehr eindrucksvoll zeigt. In diesem Jahr hat Google so wenige Unternehmen übernommen, wie seit 2009 nicht mehr.


Eine ganze Reihe von populären Google-Produkten ist erst aus Technologien und Produkten von übernommenen Unternehmen entstanden: Dazu zählen etwa Android, YouTube, die Google Maps oder auch das Google Drive inklusive der Dokument-Apps. Doch in diesem Jahr hat Google die Ausgaben für Übernahmen deutlich zurückgefahren und nur einen vergleichsweise sehr geringen Betrag ausgegeben. ZDNet hat eine Statistik aufgestellt, in der sowohl alle größeren als auch kleineren Übernahmen der ersten neun Monate eines jedes Jahres zusammengerechnet sind.

Google Geldspeicher

In der jetzt aufgestellten Statistik sind sowohl große Übernahmen, die bei der Börsenaufsicht angekündigt werden müssen, als auch kleinere Komplett-Übernahmen enthalten. Nicht enthalten sind strategische Investitionen und Förderungen der Google Inc. Google Ventures. Während man in den vergangenen Jahren stets mehrere Milliarden für Übernahmen ausgegeben hat, hat man in diesem Jahr gerade einmal eine Viertel Milliarde investiert, wobei dort keine Übernahme dabei gewesen wäre, die bei der Börse hätte angemeldet werden müssen.

2010: 1,609 Milliarden Dollar
2011: 1,443 Milliarden Dollar
2012: 13,5 Milliarden Dollar
2013: 1,365 Milliarden Dollar
2014: 4,595 Milliarden Dollar
2015: 250 Millionen Dollar

Große Ausreißer in dieser Statistik sind die riesigen Übernahmen von Motorola Mobility im Jahr 2012 und Nest im vergangenen Jahr, ansonsten beliefen sich nahezu alle Investitionen stets unter der Milliarden-Marke. Ein Grund für diesen „Rückgang“ dürfte wohl auch die wahrscheinlich schon länger geplante Umstrukturierung zu Alphabet und auch die starke Kostenreduktion der neuen Finanzchefin Ruth Porat sein. Diese hatte schon zu ihrem Antritt angekündigt, erst einmal kräftig auf die Bremse zu treten – was angesichts der stets steigenden Milliardengewinne aber eigentlich gar nicht nötig wäre.



Doch das bedeutet natürlich nicht, dass Google bzw. Alphabet in Zukunft nur noch auf organisches Wachstum setzt – eher im Gegenteil. Gerade erst hat man das Unternehmen so umgebaut, dass die Alphabet Holding für neue „Abenteuer“ bereit ist und in viele weitere Unternehmen und Projekte investiert, ohne der Cash-Cow Google zu schaden. Der Vorstandsvorsitzende Eric Schmidt hat schon vor einigen Monaten angekündigt, bzw. durchblicken lassen, dass in der nächsten Zeit viele Übernahmen anstehen, wobei es auch hier sicherlich schon einen Masterplan mit einer kleinen Wunsch-Einkaufsliste gibt. Spätestens im nächsten Jahr dürften die Ausgaben also wieder deutlich höher liegen. Und derzeit hat Alphabet über 72 Milliarden Dollar auf der hohen Kante…

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[ZDNet]



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