Anfang 2014 hat Google die Open Automotive Alliance gegründet, und möchte damit die Erfolgsgeschichte der Open Handset Alliance noch einmal wiederholen, die den Grundstein für den Erfolg von Android auf dem Smartphone und dem Tablet gelegt hat. Im laufe des vergangenen Jahres konnte Google viele Partner aus der Auto-Industrie für sich gewinnen die in Zukunft ihre Neufahrzeuge mit dem Android-Betriebssystem ausstatten wollen. Jetzt hat auch Daimler angekündigt, noch in diesem Jahr der Allianz beizutreten.
Auf der letztjährigen Entwicklerkonferenz Google I/O im Juni hat Google das neue Betriebssystem Android Auto angekündigt, das direkt für Inboard-Systeme im Auto entwickelt worden ist. Zwar hat Google eine lange Liste von Partnern, darunter nahezu alle großen Namen aus Branche, doch bisher hat man von dem Betriebssystem in der Wildnis noch nicht viel gesehen. Gestern hat Google nun endlich die erste Version der App veröffentlicht, mit der das Smartphone und das Auto-System verbunden werden kann.
Der Kampf der IT-Giganten um das Auto der Nutzer hat längst begonnen und Google gibt als Späteinsteiger jetzt richtig Gas: Erst im Juni hatte man Android Auto vorgestellt, aber dieses angepasste Betriebssystem soll nur der Anfang sein: Laut mehreren internen Quellen soll das Betriebssystem schon bald sehr viel tiefer in das Auto integriert werden und das gesamte Info- und Entertainment-System stellen. Schon jetzt gibt es Autos mit integriertem Android OS, aber dabei handelte es sich bisher nicht um offizielle Versionen.
Nach der fulminanten Ankündigung von Android Auto hat man von Googles angepasstem Betriebssystem für das Auto nichts mehr gehört oder gesehen, jetzt scheint man aber weitere Fortschritte gemacht zu haben und wendet sich nun mit Richtlinien und weiteren Informationen an App-Entwickler. Auf den Screenshots ist vor allem zu sehen, dass die Oberflächen von allen Apps sehr stark vereinheitlicht werden und Entwickler kaum Gestaltungsmöglichkeiten haben.
Wenn es einen großen Nachteil von Android gibt, dann ist es die extrem hohe Fragmentierung zwischen den einzelnen Smartphones und Tablets und die schleichenden Updates der Hersteller - wenn diese ihre Geräte denn überhaupt länger als 12 Monate aktuell halten. Diese Situation möchte Google auf den neuen Plattformen unbedingt verhindern, und setzt auf extrem starke Restriktionen. Den Herstellern wird jegliche Möglichkeit genommen, die Oberfläche zu eigenen Gunsten zu verändern.
Wie erwartet hat Google auf der gestrigen Eröffnungs-Keynote der I/O ein wahres Android-Feuerwerk gezündet: Auch wenn es keine großen Überraschungen gegeben hat, ist die zukünftige Verbreitung von Android doch sehr beeindruckend: Android wird nun auch auf Wearables, auf dem Fernseher und auch als Entertainment-System im Auto zum Einsatz kommen.
Vor etwa 6 Jahren hat Google die Open Handset Alliance gegründet und damit den Grundstein für die heutige Dominanz von Android auf Smartphones und Tablets gelegt. Nun geht man diesen Schritt erneut und hat vor wenigen Stunden offiziell die Open Automotive Alliance ins Leben gerufen, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Android-Plattform in das Auto zu bringen. Einige prominente Hersteller sind schon mit an Bord.