Gemini: So wird das KI-Modell in großen Unternehmen eingesetzt – Google listet weit über 1000 Anwendungen
Google ist mit dem KI-Modell Gemini sehr erfolgreich, das von vielen Nutzern mittlerweile täglich direkt oder indirekt verwendet werden dürfte. Aber Gemini ist bekanntlich nicht nur der ChatBot und die Integrationen in praktisch alle Dienste, sondern auch ein für den Cloudbereich konzipiertes KI-Modell. Jetzt hat man eine eindrucksvolle Auflistung zusammengestellt, wie die KI schon heute in Tausenden bedeutenden Unternehmen zum Einsatz kommt.
Google bietet das KI-Modell Gemini schon seit langer Zeit nicht nur für Endnutzer als KI-ChatBot sowie für die Integrationen in die wichtigsten Dienste, sondern setzt auch im Cloud- und Unternehmensbereich auf massiven Druck. Mittlerweile hat man sehr viele bedeutendene Unternehmen gewinnen können, die im großen Stil oder für wichtige Aufgaben auf Gemini setzen. Vermutlich nicht ganz ohne Marketing-Stolz hat man jetzt eine endlos lange Liste veröffentlicht.
Diese Unternehmen nutzen Gemini
Zu den Gemini-Nutzern gehören unter anderem BMW, Mercedes und Volkswagen, aber auch SAP, Bosch und Puma. Zu wichtigen europäischen Unternehmen gehören Valeo und Renault, der Online-Supermarkt Ocado, der größte kroatische Einzelhändler Fortenova, der Brillenkonzern EssilorLuxottica oder der Einzelhandelsgigant Coop. International sind Partner wie Procter & Gamble, Adobe, Home Depot, Levis, Warner Brothers, Vimeo oder auch Uber erwähnenswert.
Die Liste der Unternehmen ist sehr lang und prominent besetzt. Insgesamt listet Google 1302 bedeutende Unternehmen auf, die in irgendeiner Form auf Gemini setzen. Dabei darf man nicht vergessen, dass sich in der Liste natürlich nur große Unternehmen befinden und die unzähligen kleinen Partner – die in ihrer Gesamtheit sehr relevant sind – keine Erwähnung finden. Wie hoch die Zahl der Partner tatsächlich ist, hat man leider nicht verraten.
So wird die Gemini-KI in Unternehmen genutzt
1. Code-Agenten (Softwareentwicklung & IT)
- Automatisierte Code-Generierung: KI unterstützt Entwickler beim Schreiben und Verstehen komplexer Code-Basen, was die Entwicklungszyklen deutlich beschleunigt (bei Valeo werden z. B. bereits 35 % des Codes durch KI generiert).
- Effizienzsteigerung: Entwickler können Arbeitsumgebungen schneller einrichten, Code-Tests automatisieren und sich auf anspruchsvollere, wertschöpfende Aufgaben konzentrieren.
- Einhaltung von Standards: KI hilft dabei, Unternehmensstandards und Programmierkonventionen automatisch einzuhalten.
2. Daten-Agenten (Logistik, Analytik & Betrieb)
- Lieferketten- und Bestandsoptimierung: Nutzung von KI-Prognosen für präzisere Nachfragevorhersagen, um Bestände zu optimieren und Verschwendung (z. B. von Lebensmitteln) zu reduzieren.
- Simulationen & Digitale Zwillinge: Erstellung von 3D-Modellen, um industrielle Prozesse und die Verteilungseffizienz in der Logistik zu simulieren und zu verbessern (z. B. BMW Group).
- Datenzugänglichkeit: KI hilft Mitarbeitern, Unternehmensdaten einfacher abzufragen, Berichte zu generieren und schneller fundierte Entscheidungen zu treffen.
3. Kundenservice-Agenten
- Unterstützung für Servicemitarbeiter: Automatische Zusammenfassung von bisherigen Kundeninteraktionen, damit Frontline-Mitarbeiter schneller und zielgerichteter helfen können (z. B. Uber).
- KI-Sprach- und Chat-Assistenten: 24/7-Support zur schnellen Lösung von Kundenanliegen. Komplexe Telefonmenüs werden durch natürliche Konversationen ersetzt, und Ticket-Bearbeitungszeiten werden drastisch gesenkt.
- Personalisierte Einkaufserlebnisse: Verbesserung von Suchergebnissen in Apps und Onlineshops durch intelligentere, relevantere Produktvorschläge.
4. Kreativ- und Marketing-Agenten
- Content-Skalierung: Automatisierte Erstellung von Produktbeschreibungen, personalisierten Werbetexten und Social-Media-Beiträgen für große Kataloge (z. B. Ocado Retail).
- Bild- und Videogenerierung: Einsatz von Modellen zur schnellen Erstellung fotorealistischer Bilder, maßgeschneiderter Werbebanner und lokal angepasster Produktfotos für weltweite Kampagnen (z. B. Puma, Mondelez).
- Automatisierte Anzeigenerstellung: Analyse von Bildern und Nutzerdaten, um passgenaue Werbeanzeigen mit hoher Präzision zu generieren.
5. Mitarbeiterproduktivität & Interne Tools
- Automatisierung von Routineaufgaben: Entwurf von E-Mails, automatische Notizen in Meetings und Zusammenfassung langer Dokumente in einfache Checklisten.
- Sichere Recherche und Ideenfindung: Bereitstellung sicherer, interner Chatbots (ohne Risiko von Datenabfluss), die beim Brainstorming, bei der Projektplanung oder bei Übersetzungen helfen.
- Inhaltsprüfung: KI analysiert komplexe Dokumente (wie Manuskripte) oder prüft redaktionelle Inhalte auf potenzielle Risiken und Voreingenommenheit (Bias).
Wer sich für Details interessiert, schaut einfach mal im Google-Blog vorbei. Dort findet ihr den wohl längsten Artikel der Google-Blog-Welt, denn für jedes einzelne Unternehmen hat man recht ausführlich vermeldet, in welchem Bereich die Gemini-KI zur Anwendung kommt und welche Probleme damit gelöst werden. Wer Gemini im eigenen Unternehmen etablieren möchte, sollte diese Liste für Überzeugungsarbeit in der Hinterhand haben.
Laut Google befinden wir uns mit ziemlicher Sicherheit im schnellsten technologische Wandel, den man im Unternehmen je erlebt hat – und die Kunden treiben ihn weiter voran. Künstliche Intelligenz und agentenbasierte Systeme werden mittlerweile in nahezu allen Organisationen, sinnvoll eingesetzt. Viele Tausend davon konnte man in dieser Woche beim Cloud Next Event begrüßen und im nächsten Jahr dürften es noch mehr werden.
Scheint ganz so zu sein, dass sich Google auch im Business-Bereich mit Gemini auf dem richtigen Weg befindet.
GoogleWatchBlog bei Google News abonnieren | GoogleWatchBlog-Newsletter
