Android: Werbeanzeigen auf dem Sperrbildschirm – eine neue Quelle für Googles teure Android-Finanzierung?

android 

Google bietet das Betriebssystem Android für alle Nutzer und Smartphone-Hersteller kostenlos an, sodass auf direktem Wege kein Geld verdient wird – damals wie heute. Das große Geld kommt auf anderen Wegen auf Googles Konten und jetzt hat man einen weiteren gefunden, der sehr schnell sehr bedeutsam werden kann: Mit Werbeanzeigen auf dem Sperrbildschirm schlägt man gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe.


android next generation

Android ist vor allem über den Google Play Store monetarisiert, aber auch die Suchleiste auf dem Homescreen Hunderter Millionen Nutzer bringt Google mehrere Milliarden Dollar. Das Geschäftsmodell ist stabil, steht aber auch immer wieder unter Beschuss und sollte daher durch weitere Einnahmequelle abgesichert werden. In den letzten Tagen ist eine hierzulande bisher kaum bekannte Google-Aktivität bekannt geworden, die genau das mitbringt.

Das zu einem großen Anteil von Google finanzierte Unternehmen Glance bringt Werbeanzeigen auf den Android-Sperrbildschirm und ermöglicht es dem Verkäufer des Geräts dadurch, nachträglich Geld zu verdienen. Als „Verkäufer“ gelten derzeit nur Netzbetreiber, die die Smartphones durch ein solches Angebot noch günstiger als zuvor oder auch etwas höherwertige Geräte vollkommen Gratis anbieten können. Bisher ist man nur im asiatischen Markt aktiv und beliefert dennoch bereits 400 Millionen Nutzer (!) mit solchen Anzeigen. Jetzt möchte man in die USA expandieren und in weiterer Folge sicherlich auch nach Europa.

Das Angebot stammt von Glance, an dem Google zu einem nicht bekannten Anteil beteiligt ist. 2020 hat Google knapp 100 Millionen Dollar investiert, man hat aber keinen Unternehmenswert und keinen Unternehmensanteil bekannt gegeben. Dennoch würde ich es einfach als Google-Angebot betrachten, denn man ist nicht nur ein finanzieller, sondern auch ein strategischer Partner. Ohne tiefe Integration in das Android-Betriebssystem, das von Google immer sehr kritisch beäugt wird, wäre ein solches Angebot gar nicht möglich.




android lockscreen werbung glance

Neues Geschäftsmodell für Android?
Gut möglich, dass Glance schon bald ein Teil von Google wird – allein schon aufgrund der Relevanz für das Betriebssystem und der neuen Finanzierungsmöglichkeit für Smartphones. Ein solches Geschäftsmodell passt für Google natürlich wie die Faust aufs Auge: Android und werbefinanzierte Produkte sind DIE Kerngeschäfte des Unternehmens und Glance kombiniert beides miteinander. Als netter Nebeneffekt können bessere Smartphones günstiger verkauft werden und man hat engere Beziehungen zu den Netzbetreibern.

Man muss das nicht gut finden und sicherlich wird ein Großteil unserer Leser ein solches Angebot nicht nutzen wollen – was ja auch keiner muss. Aber für Android ist das eine gute Sache, die man noch dazu Apple voraus hat, das so etwas erst nach dem Zufrieren der Hölle anbieten würde / könnte. Wirklich originell ist das nicht, denn immerhin setzt Amazon schon seit Jahren auf eine solche optionale Finanzierung und auch Smartphone-Anbieter wie Xiaomi haben lange mit so etwas experimentiert.

Beim Vertrieb über Netzbetreiber gibt es bekanntlich sehr oft „Gratis“-Smartphones oder sehr günstige Geräte und mit einem solchen breit verfügbaren Produkt ließe sich das noch weiter treiben. Für Google ergibt sich außerdem eine neue Umsatzquelle rund um Android, um das Betriebssystem zu refinanzieren. Win-win-win-win?


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