Google Play Music & YouTube Music: Das sind die sechs größten Unterschiede zwischen den Musikplattformen

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Google wird die Musikplattform Google Play Music in wenigen Wochen einstellen und darauf hoffen, dass alle Nutzer zu YouTube Music umziehen und auf der neuen Plattform weiter ihrem Musikgenuss fröhnen werden. YouTube Music wurde in den letzten zwei Jahren stark aufgebohrt und mit zahlreichen neuen Features versehen, aber dennoch gibt es nach wie vor Unterschiede zwischen den beiden Plattformen, über die man als wechselwilliger Nutzer Bescheid wissen sollte. Manches ist recht gravierend.


Der Übergang von Google Play Music zu YouTube Music verlief sehr holprig, befindet sich aber nach der Ankündigung der Einstellung auf der Zielgeraden. Warum der Übergang so viel Zeit in Anspruch genommen hat, wurde leider nie kommuniziert und dürfte aufgrund der Unsicherheiten wohl nicht wenige Nutzer zur Konkurrenz getrieben haben. Mittlerweile ist der Umzug zu YouTube Music und Google Podcasts sehr einfach möglich, aber das heißt nicht, dass sich für die Nutzer nichts ändern wird.

play music youtube logo

Google hatte vor zwei Jahren versprochen, alle wichtigen Features von Google Play Music in die neue Plattform YouTube Music zu integrieren und erst dann den Wechsel anzustoßen. Viele Beobachter, auch ich, hielten dies für ein leeres Versprechen – aber das war ein Irrtum. Tatsächlich haben Googles Entwickler praktisch alles nachgebaut, aber dass das zwei Jahre und mehr dauern würde, hätte wohl niemand für möglich gehalten.

Der Umstieg zu YouTube Music ist nun möglich und Google hat vor wenigen Tagen den offiziellen Zeitplan zur Einstellung von Google Play Music veröffentlicht, nach dem nur noch wenig Zeit ist. Weil also alle Nutzer wechselwillig sein müssen, solltet ihr den Umzug zu YouTube Music zwar anstoßen, aber euch dennoch mit den Unterschieden vertraut machen, die es nach wie vor zwischen den beiden Plattformen gibt. Vielleicht ist manches ja so gravierend, dass ihr direkt zu Spotify, Amazon, Apple oder anderen Anbietern umziehen möchtet…

In folgender Auflistung findet ihr alle wichtige Unterschiede im Bereich des Musik-Uploads zwischen Google Play Music und YouTube Music. Gleich der erste Punkt hat es in sich und sollte unbedingt von allen Nutzern beachtet werden, die sich dem bisher vielleicht nicht bewusst gewesen sind.

Google Play Music: Die Plattform wird bald eingestellt – so wechselt ihr zu YouTube Music & Google Podcasts




Hochgeladene Songs lassen sich nicht mehr herunterladen

YouTube Music unterstützt seit einigen Monaten den Upload eigener Songs – und zwar bis zu 100.000 Titel pro Konto. Damit sollten die meisten Nutzer wohl ein Leben lang auskommen und hätten eigentlich zugleich eine sehr gute Backup-Lösung für all ihre Musik. Eigentlich. Während die selbst hochgeladenen Titel bei Google Play Music über die Web-App beliebig oft heruntergeladen werden können, ist das bei YouTube Music NICHT möglich. Die gesamte Plattform ist eine Einbahnstraße, die euch nur den Upload anbietet.

Ein Download ist nicht angedacht und vielleicht erst später als Riesenpaket über Google Takeout möglich. Nutzt also jetzt noch die Möglichkeit, einzelne Songs bei GPM herunterzuladen, bevor der Umzug ansteht.

Kein Desktop Uploader mehr

Der Upload neuer Songs ist bei YouTube Music nur separat über die Android- oder Web-App möglich. Einen komfortablen Desktop Uploader mit automatischer Synchronisierung gibt es nicht und ist laut Auskunft der Entwickler „derzeit nicht geplant“. Das Play Music-Tool war zwar auch mal zuverlässiger, ist aber dennoch eine bequeme Möglichkeit (gewesen).

youtube music download

YouTube Music Screenshot Uploads

Uploads werden vom Rest der Musiksammlung getrennt

Während Google Play Music die hochgeladenen, gekauften oder gestreamten Songs vollkommen gleichwertig behandelt, werden sie bei YouTube Music getrennt behandelt. Habt ihr mindestens einen Song hochgeladen, gibt es in der Navigation zwei Tabs: YouTube Music und Uploads. Diese beiden Quellen werden fein säuberlich voneinander getrennt, sowohl im Archiv als auch in der Suchfunktion. Die einzige Ausnahme sind Playlisten, die natürlich Songs aus beiden Quellen enthalten können.

Metadaten lassen sich nicht bearbeiten

YouTube Music bietet, anders als Google Play Music, keine Möglichkeit zur Bearbeitung der Metadaten eines Songs. Achtet also vor dem Upload darauf, dass Titel und Interpret sowie die gewünschten Zusatzinformationen korrekt sind. Es ist gut möglich, dass dieses Feature noch nachgerüstet wird oder die automatisierte Erkennung verbessert wird, aktuell ist die Bearbeitung jedoch nicht möglich.




Zugriff über andere Google-Apps

Google Home
Es ist nicht möglich, per Smart Speaker oder Google Assistant auf die selbst hochgeladenen Songs von YouTube Music zuzugreifen. YouTube Music wird zwar gestartet, aber statt des selbst hochgeladenen Songs wird stets die bei YouTube vorliegende Video-Version verwendet. Weil sich Audio und Video bei einigen Songs sehr stark voneinander unterscheiden können und Musikvideos nicht wirklich für Musik-Playlisten geeignet sind (man denke nur an Michael Jacksons Thriller), ist das ein wichtiger Punkt. Könnte natürlich in Zukunft leicht geändert werden. Das Streaming eigener Songs per Cast auf die Lautsprecher ist problemlos möglich. Vor wenigen Tagen wurde die Android TV-App erweitert, aber eine echte YouTube Music-App gibt es nach wie vor nicht.

Android Auto
Die YouTube Music-App für Android Auto gibt euch vollen Zugriff auf die selbst hochgeladenen Songs. Google Play Music bot nur die Möglichkeit, auf eine spezielle Auto-Playlist zuzugreifen sowie die weiteren Playlisten aufzurufen. YouTube Music setzt das also deutlich besser um als die bisherige Lösung. Allerdings berichten einige Nutzer davon, dass der Zugriff nur mit einem bestehenden YouTube Music-Abo möglich ist. Das kann ich leider nicht testen.

Wecker-App
Die Google Wecker-App bzw. Uhr-App bietet die Möglichkeit, beliebige Titel aus YouTube Music als Klingelton für den Wecker zu verwenden. Allerdings könnt ihr nur mit einem aktiven YouTube Music-Abo darauf zugreifen und auch nur die in der Cloud verfügbaren Songs auswählen. Die Nutzung selbst hochgeladener Titel ist aktuell nicht möglich. Google Play Music hingegen ist in der Wecker-App überhaupt nicht verwendbar. Trotz Einschränkung also eine Verbesserung.

Wear OS
Es wird erst in ferner Zukunft eine Wear OS-App für YouTube Music geben. Alle Informationen und eine Timeline zur Einstellung findet ihr im folgenden Artikel.

» Wear OS: Die Google Play Music App wird eingestellt – Nachfolger YouTube Music kommt aber erst später


Sind doch mehr Unterschiede als man denken würde… oder?


YouTube: Keine Benachrichtigungen über neue Videos mehr – YouTube stellt nun alle E-Mail-Newsletter ein

[AndroidPolice]


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comment 7 Kommentare zum Thema "Google Play Music & YouTube Music: Das sind die sechs größten Unterschiede zwischen den Musikplattformen"

  • Es gibt noch einen anderen großen Unterschied, der sich aber schwer in Worte fassen lässt:
    Die Algorithmen für die Musikauswahl sind andere. Obwohl ich alle Vorlieben und Abneigungen von Google Play Music übernommen habe, bekomme ich oft völlig andere Musik präsentiert als erwartet bzw. als bei Play Music.

    Während Play Music bereits meine Abneigung gegen Rap verinnerlicht hatte, quält mich mich YouTube Music immer wieder damit. Wähle ich „das gefällt mir nicht“, so wird der Titel zwar abgebrochen. Aber das hindert YouTube Music nicht daran, mir wenige Minuten später wieder einen Titel derselben Art vorzuspielen. Muss ich erst alle Rap-Titel mit dem gesenkten Daumen markieren, bevor ich davon verschont bleibe?

    Bei einem „Radio“ habe ich zudem viel mehr Stilwechsel drin als früher. Außerdem scheinen zuletzt gehörte Titel bevorzugt wiederholt zu werden, was auf Kosten der Abwechslung geht.
    Neben Musik, die mir gefällt, möchte ich auch Musik entdecken, die zu dem passt, was mir gefällt. Google Play Music könnte das.

    Außerdem gibt es noch einen Unterschied hinsichtlich der Videos: Wenn ich irgendwann einmal bei YouTube (nicht Music!) ein Video witzig fand, bei dem z.B. eine Familie im Auto „Bohemian Rhapsody“ trällert, dann möchte ich das *nicht* bei YouTube Music hören. So musikalisch war das nun auch nicht, nur amüsant anzusehen.

    • Ich kann den Kommentar von Ingo Leschnewsky nur zustimmen und möchte noch ergänzen, dass die Algorithmen von YTM nicht nur seltsam sondern vollkommen im Ar*** sind. Ich habe YTM jetzt noch einmal eine Chance gegeben und meine Bibliothek importiert. Einer der ersten Einträge dort ist die englische Popgruppe ABC und ich war freudig überrascht, dass Martin Frey 2020 eine neue Single veröffentlicht hat. Lediglich das Cover mit 4 mir unbekannten Bandmitgliedern und der Titel „Noches enteras“ machte mich ein wenig stutzig. Mir war auch neu, dass Martin der polnischen Sprache mächtig ist und eine Single in dieser Sprache aufgenommen hat: Napisz prosze. Es wird einfach alles was die Buchstaben ABC im Namen hat, unter diesem Eintrag zusammen gefasst. So sieht das aus, wenn der Suchalgorithmus die Playlisten erstellt und diese nicht kuratiert werden. Zusätzlich ist das Verschmelzen von YTM und YTM ein ganz großer Schwachsinn. Warum sollte ich für ein Musik-Abo bezahlen, wenn mir der der ganze Schrott aus YT in meine Bibliothek gespült wird? Außerdem: Kurz vor der Umstellung steht es 5 Mrd. zu 100 Mio. zu Gunsten von Google Music im Playstore.

  • Ich habe bisher Google Music (in der kostenlosen Version) genutzt, um ausschließlich meine Musiksammlung von überall hören zu können. Das war sehr bequem.
    Mit YouTubeMusic darf ich jetzt Werbung anhören, bevor ich meine Musik hören kann und außerdem kann ich natürlich die Musik nicht mehr im Hintergrund hören.
    Die YouTube-App muss aktiv sein. Oder ich schließe YouTube Premium ab, damit ich weiter bequem meine Musik hören kann.
    Nein danke, ich bin auf ein selbstgehostetes Nextcloud zum Speichern meiner Musik umgestiegen und bin ganz froh, etwas unabhängiger von den wirren Eskapaden großer Datenkraken bin. 😉
    Es funktioniert ebenso bequem und es gibt ausreichend Unterstützung per App, Synchronisation, …

    • Du gehörst überhaupt nicht zur Zielgruppe, denn Du brauchst gar keinen Musikstreamingdienst, nur Cloudspeicher.

  • Das stimmt wohl.
    Trotzdem war Google Music gerade dafür auch ideal. Und ich bin enttäuscht, dass dieser Service jetzt unbrauchbar ist. Der Nachteil bzgl. dieser „Nutzungsart“ wurde im Artikel nicht erwähnt und ich vermute es gibt noch mehr Leute, die Google Music nur zum Streamen ihrer eigenen Musik genutzt haben.

    • Bestimmt, in der „Redaktion“ vom GoogleWatchBlog sitzt auch mindestens einer, der am allermeisten bedauert, dass er nun hochgeladene Musik nicht mehr herunterladen kann. Ich wüsste gar nicht, wieso ich das tun sollte.

      Ich bin Abonnent von YouTube Music (früher bei Google Play Music), weil ich jederzeit auf Millionen Musiktitel zugreifen können möchte. Ich möchte nichts weiter als „Ok Google. Spiele den Sommer aus den Vier Jahreszeiten von Vivaldi.“ sagen, statt meine Schallplatten durchsuchen zu müssen. Und manchmal suche ich auch etwas, was ich weder auf Platte noch auf CD habe: „Spiele Musik von Thelonius Monk.“, weil mir gerade danach ist. Oder ich bekomme einen Tip, welche Musik ich mir unbedingt anhören sollte. Um die hören zu können, brauche ich einen guten Musikstreamingdienst.

      Wer nur seine eigene Musik (überall) hören will, ist mit einem Cloudspeicher oder einem (werbefreien!) USB-Stick besser bedient. Das Gejammer von Leuten, die keinen Cent dafür ausgeben wollen, darüber, dass sich YouTube Music dazu nicht mehr missbrauchen lässt, kann ich nicht mehr hören.

  • „Ein Download ist nicht angedacht und vielleicht erst später als Riesenpaket über Google Takeout möglich. Nutzt also jetzt noch die Möglichkeit, einzelne Songs bei GPM herunterzuladen, bevor der Umzug ansteht.“

    Also ich kann bei Takeout nur „YouTube und YouTube Music“ auswählen und dann auch feiner unter „Alle YouTube-Daten eingeschlossen“ nur „musik-uploads“. Zack. Meine Lieder. MP3-Format. Fertig. Dankeschön. Bitteschön. Man kommt also sehr wohl noch an seine Uploads.

    Aber was Ingo Leschnewsky sagt stimmt, der YTM Algorithmus ist kagge. Ich möchte in einer Richtung auch mal neue Lieder oder ähnliche Interpreten hören, aber da kommt zu viel vom gleichen.
    Und das wenn man Interpreten folgt, man das auch bei YT macht, gehört bestraft. Wer sich das ausgedacht hat gehört geschlagen.

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