Android Pie wird zum Standard: App-Entwickler müssen ab Herbst 2019 mindestens Android 9 unterstützen

android 

Google entwickelt Android fleißig weiter und wird in diesem Jahr bereits Android Q auf den Markt bringen, das nicht nur Funktionen für den Nutzer mitbringt, sondern auch die Sicherheit weiter erhöht. Doch die vielen neuen Sicherheitsfeatures sind nur wenig wert, wenn die App-Entwickler sie durch alte APIs einfach umgehen. Um das zu unterbinden wird Google schon in wenigen Monaten die Unterstützung von Android Pie vorschreiben.


Jährlich bringt Google ein neues Betriebssystem auf den Markt, aber natürlich müssen Entwickler nicht immer gleich mitziehen und die Neuerungen implementieren. Aus diesem Grund ist es App-Entwicklern möglich, ein Target-Level sowie ein Mindest-Level für die verwendete API vorzugeben. Aktuell muss jede neu eingestellte oder aktualisierte App Android Oreo unterstützen und schon bald rückt diese Vorgabe wieder eine Generation weiter.

android play store api target

Mit aktuellen Versionen eingeführte Features wie etwa die bessere Zugriffskontrolle sind nur dann möglich, wenn die App-Entwickler diese unterstützen – was natürlich gerade bei Apps mit Schadcode nicht der Fall ist. Diese bleiben einfach auf einem alten API-Level und umgehen diese Hürde. Im Play Store duldet Google das aber seit einiger Zeit nicht mehr und wird ab dem dritten Quartal 2019 die Vorgaben weiter erhöhen:

  • August 2019: New apps are required to target API level 28 (Android 9) or higher.
  • November 2019: Updates to existing apps are required to target API level 28 or higher.

App-Entwickler die das nicht beachten, können ihre Apps ab dem jeweiligen Zeitpunkt nicht mehr in den Play Store einstellen oder über diesen aktualisieren. Bestehende Apps sind davon aber nicht betroffen, denn diese können auch weiterhin bei ihren alten API-Levels bleiben – sofern sie nicht mehr aktualisiert werden. Wer also eine ältere, länger nicht mehr gepflegte, App besitzt oder nutzt, muss sich keine Sorgen machen, dass diese den Dienst versagt.

Die Anhebung bedeutet übrigens nicht, dass ältere Betriebssysteme nicht mehr unterstützt werden. Es ändert sich lediglich die Target- aber nicht die Minimum-Vorgabe.



Aber nicht nur Google wird im Play Store durchgreifen, sondern auch andere populäre App Stores von Huawei, Oppo oder auch Xiaomi werden mitziehen und entsprechende Anforderungen stellen – allerdings eine Stufe niedriger. Diese Stores schreiben nur Android Oreo vor. Andere sollen laut Google folgen, womit sicherlich auch Samsung gemeint ist, das gerade erst den Galaxy Store einem Relaunch unterzogen hat.

Aber selbst Apps, die nicht über einen Store bezogen worden sind, werden zumindest eine kleine Hürde überwinden müssen. Extern installierte APKs werden bei der Installation eine Warnung an den Nutzer anzeigen, die dieser abnicken muss.

  • August 2019: New apps will receive warnings during installation if they do not target API level 26 or higher.
  • November 2019: New versions of existing apps will receive warnings during installation if they do not target API level 26 or higher.
  • 2020 onwards: The target API level requirement will advance annually.

Laut Google wird die Sicherheit des gesamten Ökosystems durch solche Schritte erhöht und allein im vergangenen Jahr haben 150.000 neue Android-Apps die erweiterten Berechtigungen unterstützt.

» Ankündigung im Android Developers-Blog

Siehe auch
» Sicherheitsforscher: Hunderte Android-Apps spielen unbemerkt Werbevideos und richten großen Schaden an

» Sicherheitsforscher: Android-Apps tracken Hunderte Millionen Nutzer ohne Erlaubnis (+ Liste einiger Apps)


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