Google Pay als E-Geld-Institut: Google erhält EU-Lizenz zur Ausgabe & Verwaltung von Elektronischem Geld

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Google Pay wird weltweit in immer mehr Ländern angeboten und hat sich bereits als Zahlungsplattform etabliert. Schon bald könnten unter dieser Marke aber noch viele weitere Dienstleistungen rund um das Elektronische Geld angeboten werden. Vor wenigen Tagen hat Google in Litauen eine e-money Lizenz bekommen, die für den gesamten EU-Raum gilt und dem Unternehmen völlig neue Geschäftsfelder eröffnet.


In diesem Jahr hat Google alle Zahlungsdienste unter das Dach von Google Pay gebracht und tritt nun weltweit unter einer einheitlichen Marke im Bereich der Online- und Offline-Zahlungen auf. Selbst die erst vor kurzer Zeit gestartete innovative indische Zahlungsplattform Tez wurde in Google Pay umbenannt. Mittlerweile steht Google Pay auch in Deutschland zur Verfügung und muss sich seit kurzer Zeit mit dem neuen Konkurrenten Apple Pay arrangieren.

Google Pay

Wenn man im stationären Handel mit Google Pay zahlt, dann ist Google zwar an dieser Transaktion beteiligt, hat mit dem eigentlichen Zahlungsverkehr aber nichts zu tun und kommt nicht mit dem Geld des Nutzers in Berührung. Stattdessen vermittelt Pay lediglich zwischen dem Händler und der vom Nutzer hinterlegten Zahlungsmethode. Auch Apple Pay und viele andere Angebote funktionieren nach diesem Prinzip, aber das könnte sich bei Google Pay möglicherweise in Zukunft ändern.

Google hat nun e-Money Lizenz für den europäischen Raum bekommen, die dem Unternehmen in Litauen ausgestellt wurde. Damit ist es Google nun möglich, Zahlungen selbst abzuwickeln, elektronische Geld auszugeben, virtuelle Geldbörsen der Nutzer zu verwalten und einiges mehr. Google Pay könnte also zu einer „Bank“ für Elektronisches Geld werden – womit dann auch die Integration der ehemaligen digitalen Geldbörse Google Wallet wieder sinnvoll erscheint.

Die e-Money Lizenz ist keine Bankenlizenz. Google darf also nicht als klassisch Bank auftreten, am Zahlungsverkehr teilnehmen, Kredite vergeben oder anderweitige Bankgeschäfte anbieten. Die Lizenz bezieht sich nur auf das elektronische Geld, dem aber wohl die Zukunft gehört.



Google hat den Erwerb dieser Lizenz mittlerweile bestätigt, lässt sich aber natürlich nicht in die Karten blicken, welche Pläne damit zukünftig verfolgt werden:

We are constantly working to support our customers in Europe. We have applied for a Payment License in Lithuania as part of these efforts, in addition to ongoing discussions relating to projects all around Europe

Viele weitere große Tech-Unternehmen von Amazon bis Facebook besitzen ebenfalls mittlerweile eine EU-weit gültige Lizenz, nutzen diese bisher aber nicht für ihre Dienste. In den kommenden Monaten und Jahren wird sich in diesem Bereich aber noch sehr viel tun, denn auch de zahlreichen Fintech-Startups beschäftigen sich mit dem elektronischen Geld und werden sicherlich auch weiterhin interessante Konzepte und Produkte vorstellen, die dann vielleicht von den Großen aufgegriffen werden.

Google Pay könnte also zukünftig noch sehr viel mehr Möglichkeiten bieten, als nur der Mittelsmann für die Zahlung im stationären und dem Onlinehandel zu sein. Und damit kämen dann wohl auch neue Einnahmequellen dazu, denn bisher steht Google Pay für alle Beteiligten vollkommen kostenlos zur Verfügung und stellt erst einmal die Verbreitung vor die Monetarisierung. Dennoch gibt es schon jetzt viele Möglichkeiten, wie Google Pay Geld verdienen könnte.

Siehe auch
» Apple Pay ist in Deutschland gestartet: Muss Google Pay den neuen Konkurrenten fürchten?

» Aktion verlängert: 10 Euro Guthaben durch dreimalige Nutzung von Google Pay & PayPal verdienen «

[Bloomberg]


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