Redirect Method: YouTubes Gegenpropaganda für Terrorvideos funktioniert nicht zuverlässig (Studie)

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Als größte Videoplattform der Welt, auf der jeder Nutzer beliebige Inhalte hochladen kann, hat es YouTube nicht leicht: Immer wieder tauchen Videos auf, die auf einer solchen Plattform nichts verloren haben und sorgen dafür, dass die Filter immer genug zu tun haben. Auch Terror-Propaganda taucht immer wieder auf der Plattform auf, sollte aber eigentlich laut einer YouTube-Initiative in das Gegenteil umgekehrt werden. Doch das funktioniert nicht ganz so gut, wie damals versprochen.


Lange Zeit haben sich die großen Plattformen wie YouTube, Facebook oder auch Google als Suchmaschine vorwerfen lassen müssen, nicht genügend gegen terroristische Inhalte zu tun. Mittlerweile sind aber Maßnahmen getroffen worden und die Plattformen sind sich ihrer Verantwortung bewusst und haben entsprechende Filter entwickelt. Weil Filter aber nicht mehr ausreichen, werden auch Gegenmaßnahmen ergriffen, die aber laut einer Studie noch immer nicht zuverlässig funktionieren.

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Im Juli 2017 hatte YouTube das Redirect Program angekündigt, das die Nutzer bei der Suche nach terroristischen Inhalten auf Videos und Playlisten umleitet, die Gegenpropaganda enthalten und sie schon in der Anfangsphase von solchen Gedanken abhalten. Da Videoplattformen nicht selten ein erster Einstieg sind, ist das eine wichtige Maßnahme, deren Wirkung wohl nicht zu unterschätzen ist. Leider funktioniert es aber nicht so gut wie versprochen.

Im Rahmen einer Studie wurden mit sechs Suchbegriffen 710 Videos gefunden, die genau unter die Lupe genommen wurden. Davon sollen etwa 53 Videos oder 7,4 Prozent extremistische Propaganda enthalten bzw. den Terrorismus verherrlichen. 25 davon waren sogar besonders gewalttätig und es war auch Blut zu sehen. Vier der Videos sollen sogar offizielles Propagandamaterial von ISIS zeigen. Gerade einmal bei 15 Videos – 2,1 Prozent der Trefferliste – kam die Redirect Method zum Einsatz und hat Gegenpropaganda gezeigt.

Die Studie ist öffentlich zugänglich und zeigt sehr detailliert die Ergebnisse und die bisherigen Auswirkungen des Redirect-Programms. Es wartet auf jeden Fall noch viel Arbeit auf Googles Entwickler.

[heise]


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