Juicero: Alphabets sinnlose 120 Millionen Dollar-Saftpresse wird deutlich günstiger

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Mitte April wurde bekannt, dass die Google-Mutter Alphabet ganze 120 Millionen Dollar in das Start-Up Juicero investiert hat, das die Herstellung und den Verzehr von frisch gepresstem Saft revolutionieren wollte. Doch nicht unbedingt die Idee sondern viel mehr die Sinnlosigkeit der vorgestellten Maschine sorgte damals im Internet für viel Spott. Jetzt hat man noch einmal nachgelegt und wird den Preis der Maschine deutlich senken.


Alphabet ist bekannt dafür, viel Geld in riskante Geschäfte zu stecken und besteht abseits von Google eigentlich nur aus vielen kleinen Tochterunternehmen die vor allem sehr viel Geld verbrennen aber kaum Umsätze generieren und schon gar keinen Gewinn erwirtschaften. Dass man aber über 100 Millionen Dollar in eine sinnlose Saftpresse investiert kann dann wirklich nur noch als Freundschaftsdienst oder aus persönlichem großen Interesse von Larry Page gewertet werden.

juicero

Die Idee hinter der Saftpresse ist eigentlich ganz einfach und auch aller Ehren wert: Das bekannte Kapselsystem wird hier auf frisch gepressten Saft übertragen, den man sich mit Hilfe der Säcken und der Maschine zubereiten kann. In einem Säckchen befindet sich klein geschnittenes Obst, das unter hohem Druck von der Maschine aus dem Beutel gepresst wird – und schon hat man frischen Saft. Anschließend kann man das Säckchen aufschneiden, die Obstreste essen und selbst der Beutel selbst kann recycelt werden.

Doch alles was die Maschine macht, ist mit vier bis fünf Tonnen an Kraft auf das Säcken zu pressen – und das geht, wie man in folgendem Video sehen kann, auch sehr gut ohne diese Maschine. Zwar benötigt man etwas Kraft, aber der Saft lässt sich auch mit zwei Händen problemlos herauspressen und schon spart man sich die 400 Dollar für die Maschine. Das musste nun auch das Unternehmen selbst einsehen und möchte den Preis für die Presse auf 200 Dollar senken. Langfristig möchte man sogar auf unter 100 Dollar kommen und die Maschine zum Selbstkostenpreis verkaufen.



Die damalige Entdeckung wird den Verkaufszahlen der Maschine nicht unbedingt förderlich gewesen sein, denn mittlerweile hat das Unternehmen auch ein Viertel des Personals entlassen, hauptsächlich im Marketing und Vertrieb. Die angestrebte Zielgruppe wird wohl kein großes Problem mit dem Preis der Maschine haben, denn immerhin kostet ein Säckchen für ein Glas frischen Saft zwischen 5 und 7 Dollar.

Dennoch halte ich das System für vielversprechend und wenn man erst einmal einen angemessenen Verkaufspreis erreicht hat, kann sich ein solches System womöglich auch durchsetzen. Vor 20 Jahren hätte auch niemand gedacht dass wir unseren Kaffee einmal in Kapseln kaufen werden, und heute können sich viele Menschen gar nichts anderes mehr vorstellen. Mit der entsprechenden Menge sinkt dann natürlich auch der Preis (hoffentlich) auf ein Normalmaß zusammen.

Auf jeden Fall eine der interessanteren Investitionen von Alphabet, das zumindest wohl dafür gesorgt haben dürfte, dass Larry Page täglich frischgepressten Saft am Frühstückstisch zu stehen hat 😉

» Juicero Website

[futurezone]


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comment Ein Kommentar zu “Juicero: Alphabets sinnlose 120 Millionen Dollar-Saftpresse wird deutlich günstiger

  • Nespresso gibt es schon seit 1986 (floppte damals) und wurde 1976 patentiert 🙂 Ab 1991 lief es dann wohl richtig an. Klugscheißermodus aus.

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