Werbung in den Suchergebnissen: Unister könnte mehr als 100 Millionen Dollar von Google zurückfordern

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Es gibt Unternehmen und Online-Portale die viele Millionen für Online-Werbung ausgeben um unter anderem bei Google direkt über den Suchergebnissen zu erscheinen. Einer der wohl größten Kunden von Google in Deutschland war das Unternehmen Unister mit seinen unzähligen Reiseplattformen. Doch dieses ist im vergangenen Jahr im wahrsten Sinne des Wortes abgestürzt und in die Insolvenz geschlittert. Für Google kann das nun im Nachhinein noch teure Folgen haben.


Laut dem Insolvenzverwalter von Unister dürfte das Unternehmen wohl einer der größten Kunden von Google Deutschland gewesen sein – wenn nicht sogar der größte. Mehr als 100 Millionen Dollar pro Jahr sollen die diversen Reiseportale allein an Google überwiesen habe um bei praktisch allen Suchanfragen in Bezug auf Reisen ganz oben zu stehen. Doch das Geschäft dürfte sich wohl schlussendlich nicht mehr ausgezahlt haben, so dass das Unternehmen mit dem Tod des Gründers implodiert ist.

Unister

Mittlerweile ist das Unternehmen in der Hand des Insolvenzverwalters Lucas Flöther und dieser will nun Ordentlich Kasse machen um Geld für die zahlreichen Gläubiger herauszuschlagen. Laut seinen Angaben war das Unternehmen praktisch schon Anfang 2015 insolvent und zahlungsunfähig, und hat dennoch Werbung für viele Millionen Euro bei Google gebucht. Dieses Geld möchte sich Flöther nun zurückholen und bereitet eine große Rückforderung an Google vor.

Da geht es sicherlich um einen zweistelligen, eher noch um einen dreistelligen Millionenbetrag

Für Google fällt mit der Insolvenz nicht nur ein wichtiger Kunde weg, sondern es könnte auch noch das Geld für die vergangenen beiden Jahre zurückgefordert werden – und das, obwohl die Leistung erbracht wurde.

Prinzipiell wäre damit jede Zahlung, die Unister im betreffenden Zeitraum geleistet hat, anfechtbar – zumal nur schwer vorstellbar ist, dass wichtige Geschäftspartner von den finanziellen Schwierigkeiten nichts mitbekommen haben.

Ob diese Grundlage ausreicht um das Geld zurückzubekommen werden wohl die Gerichte entscheiden müssen.



Google hat sich bisher noch nicht geäußert, dürfte das Geld aber wohl kaum einfach so zurück überweisen. Man wird nun wohl beweisen müssen, dass man von den finanziellen Schwierigkeiten des wichtigen Kunden nichts mitbekommen hat. Wenn das Geld einigermaßen pünktlich überwiesen wurde, dürfte es wohl auch schwer sein eine solche Schwierigkeit mitzubekommen. Auf der anderen Seite kann man bei einem wichtigen Kunden auch nicht sofort die Pistole auf die Brust setzen wenn einmal eine Zahlung leicht verspätet ankommt.

Unister bestand/besteht noch aus weit mehr Portalen außerhalb der Reisebranche. Folgender Screenshot aus Wikipedia zeigt die Portale des Unternehmens.

unister portale

[manager magazin]



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