Teardown: Google Photos wird sozialer und kann in Zukunft auch Gesichter von Kontakten zuordnen

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Google Photos verfügt schon seit dem Start der Plattform über eine starke Fotoerkennung und kann sowohl Objekte als auch Personen bzw. Gesichter in Fotos relativ zuverlässig erkennen. In Zukunft soll vor allem die Fähigkeit zum Erkennen von Gesichtern noch zentraler in die App integriert und weitere Features auf Grundlage dieser Technik umgesetzt werden. Ein Teardown der Android-App hat interessante Dinge zum Vorschein gebracht.


Obwohl die Erkennung von Objekten und Personen auf Fotos schon beeindruckend zuverlässig ist, nutzt das Photos-Team diese Fähigkeit lediglich dafür um den Nutzer nach Dingen oder Personen suchen zu lassen oder Fotos automatisch nach intelligenten Kategorien zu sortieren. Schon bald wird man aber einen Schritt weiter gehen und vor allem die Gesichtserkennung deutlich zentraler in die App integrieren. Auch die soziale Komponente der App wird dadurch gestärkt.

Personalisierung

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Zur Nutzung von Photos ist zwar ein Google-Konto vorausgesetzt, aber dennoch fühlt sich die App „anonym“ an. Das soll in Zukunft geändert und der Nutzer persönlich angesprochen werden. Dazu fragt die App den Nutzer nach einem Foto von sich selbst bzw. schlägt eine Reihe von Gesichtern vor, bei denen es sich um den Nutzer handeln könnte. Hat man dies erledigt, ist die App dann „personalisiert“ und es sollen auf Grundlage des Gesichts weitere Vorschläge gemacht werden. Was genau das bedeutet wird aber nicht weiter ausgeführt.

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Es ist lediglich die Rede davon dass anschließend Suchanfragen, automatisch erstellte Fotos und andere Dinge anhand des Gesichts des Nutzers personalisiert werden sollen. Dabei geht es wohl vor allem darum, dass sich die App dann mehr auf Fotos konzentriert auf denen der Nutzer selbst abgebildet ist. Diese Fotos und Erinnerungen sind den meisten Nutzern wichtiger als Galerien von irgendwelchen Sammlungen über Autos oder andere Dinge. Vermutlich werden auch die Erinnerungen an alte Fotos stärker darauf basieren und einen Fokus auf die Fotos legen, auf denen der Nutzer zu sehen ist.



Erkennung von Personen & intelligentes Teilen

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Noch spannender ist die folgende Funktion, mit der das eigene Gesicht auch mit Kontakten geteilt werden kann: In den Einstellungen kann festgelegt werden dass andere Nutzer in der eigenen Kontaktliste automatisiert auf die Daten des eigenen Gesichts zugreifen können. Das bedeutet dass die Photos-App bei den Kontakten dann nicht nur ein anonymes Gesicht vorschlägt, sondern dieses direkt mit einem Namen versehen kann. Das funktioniert allerdings ausdrücklich nur dann, wenn sich der Nutzer in der eigenen Kontaktliste befindet – mit der man die eigenen Daten dann praktisch freigibt.

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Ist der Nutzer dann erst einmal erkannt, soll automatisch vorgeschlagen werden dass Foto mit dieser Person zu teilen. Auch hier wird es aber keine Automatisierung geben, sondern die auf dem Foto abgebildete Person oder Personen werden dann beim Teilen vermutlich einfach weiter vorne in der Liste vorgeschlagen. Es ist auch die Rede von „Face Groups“, so dass man möglicherweise auch Fotos nach bestimmten weiteren Kriterien sortieren kann. Denkbar ist dabei etwa dass Fotos von Freunden zukünftig getrennt von den Kollegen und wiederum separat von der Familie gehalten werden. Auch hier ist eine genaue Beschreibung der Funktion noch nicht möglich.



Bisher ist noch keine der Funktionen freigeschaltet und kann auch noch nicht genutzt werden – aber da die App offenbar bereits darauf vorbereitet ist kann das ganze sehr schnell per serverseitigem Update ausgerollt werden. Denkbar ist auch ein Rollout auf der Entwicklerkonferenz Google I/O, dann vielleicht auch noch gemeinsam mit einigen anderen Features. Bisher kannte Google die Kontakte nur auf Grundlage von Kontaktlisten, Messenger oder GMail, und in Zukunft kommt dann auch das Gesicht der Kontakte dazu. Und gemeinsame Fotos verraten oftmals mehr zwischen der Beziehung zwischen zwei Nutzern als jede Mail oder Chatprotokolle.

Diese neue soziale Komponente macht aus den bisher, wie bereits gesagt, „anonymen“ Google Photos gleich eine ganz neue App. So kann sie noch einfacher zum Teilen und Organisieren von Fotos verwendet werden. Oftmals scheitert Google genau an solchen sozialen Funktionen, aber in diesem Fall scheint es doch recht gelungen zu sein – zumindest anhand dessen was man bisher aus den Strings herauslesen kann.

Die Strings sind in der Version 2.14 enthalten, die bereits seit einigen Tagen ausgerollt wird. Wer sie noch nicht bekommen hat und nicht mehr warten möchte, kann sich die Datei auch wie gewohnt direkt bei APK Mirror herunterladen und über die bestehende Photos-App drüber installieren.

[AndroidPolice]



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