Transparency Report: Google erhält knapp 1.500 Löschanträge pro Minute

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Raubkopierer, Software-Piraten und Urheberrechtsverletzer haben sich in den letzten Jahren fast schon einen Sport daraus gemacht, einen Wettlauf mit der Software- und Content-Industrie einzugehen und um ihren Platz in der Google-Suche zu kämpfen. Durch diesen immer schnelleren Zyklus vom Hochladen durch die Piraten und dem Sperren durch die Industrie wird das Wettrüsten immer extremer, und Google ist am Ende der Leidtragende, da alle Löschanträge natürlich auch bearbeitet werden müssen. Jetzt hat die Anzahl der Anträge einen extremen Rekord erreicht.


Im Transparency Report gibt Google einen Einblick in die Anzahl der gelöschten Links und veröffentlicht auch Statistiken über den Rechteinhaber und die Organisationen, die den Löschantrag eingereicht haben. Dabei zeigen die Kurven in den Diagrammen seit Jahren steil bergauf und es zeichnet sich noch lange kein Ende ab, so dass Google zunehmend in Bedrängnis gerät um die Anträge zeitnah abwickeln zu können. Dabei gerät das Unternehmen immer weiter an seine Grenzen und ist schon längst nicht mehr dazu in der Lage, jeden Antrag einzeln zu prüfen.

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Allein im vergangenen Monat hat Google 65 Millionen Anträge zur Löschung von Links erhalten, das entspricht ganzen 1.500 Anträge pro Minute oder 25 pro Sekunde – und das ist auch mit einer Armee von Bearbeitern nicht mehr zu bewältigen. Damit hat sich die Anzahl der Anträge allein in diesem Jahr mehr als verdoppelt, denn im Januar lagen sie noch bei gut 1 Million Anträge pro Tag. Noch einmal ein halbes Jahr davor lagen sie bei 8 Millionen pro Woche, was ungefähr dem gleichen Wert entspricht. Doch in Zukunft könnte das Wachstum noch einmal deutlich zulegen.

Da die Software- und Medien-Unternehmen mittlerweile ganze Heerscharen an Agenturen beschäftigen die solche Links aufspüren, wird die Anzahl der Anträge auch in Zukunft nicht abnehmen. Da die Agenturen zu großen Teilen auf Bots setzen, und die Links schon selbst nicht mehr prüfen, kann man natürlich auch von Google als letzte Instanz keine Prüfung mehr erwarten. Das führt dazu, dass auch massenhaft Links eingereicht werden, die eigentlich völlig legal sind. Dabei kam es auch schon zu dem Kuriosum, dass die Filmstudios sogar interne Links zur Löschung eingereicht haben und selbst dies nicht mehr aus den Listen ausfiltern.



Selbst wenn Google also ein Team von 1.000 Mitarbeitern rund um die Uhr nur mit der Löschung von Suchanträgen beschäftigt, haben diese nur 40 Sekunden Zeit um einen Antrag zu bearbeiten. In dieser Zeit ist es natürlich kaum möglich, zu prüfen ob es sich dabei tatsächlich um eine Urheberrechtsverletzung handelt oder die entsprechenden Rechte vorliegen. Daher setzt auch Google seit langer Zeit auf Hilfe von Algorithmen, die das ganze vollautomatisch bearbeiten und bei verdächtigen URLs wohl selbst den Antrag abnicken und die Links löschen.

» Google Transparency Report

[futurezone]



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