Project Brillo & Weave: Google kündigt Betriebssystem für das „Internet of Things“ an

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Wie so viele andere Dinge, die bereits im Vorfeld der Google I/O bekannt gewesen sind, hat sich auch das Gerücht rund um Brillo bestätigt. Google hat einen weiteren Ableger des Android-Betriebssystems angekündigt, der vor allem auf sehr abgespeckten Geräten laufen soll – also praktisch all den Produkten, die bis heute eigentlich noch gar kein Betriebssystem benötigt hatten. Gemeinsam mit Nest bringt Google Brille und Weave, die in Zukunft das viel gehypte Internet of Things antreiben sollen.


Viele Jahre lang kamen Fernseher und Armbanduhren ohne ein Betriebssystem aus, doch das hat sich in den letzten Jahren blitzschnell geändert – und genau so schnell kann es nun bald auch mit vielen weiteren Geräteklassen sein. Auch der Toaster, die Türklingel und der Backofen sollen bald über ein Betriebssystem verfügen und untereinander miteinander kommunizieren. Viele Hersteller arbeiten an solchen Lösungen, und Google will den Markt wieder von hinten aufrollen und ein gemeinsames Betriebssystem schaffen.

Nest Heim-Automatisierung

Das Projekt Brillo ist eine sehr abgespeckte Android-Version die auch auf sehr schwachbrüstigen Geräten lauffähig sein soll – wobei Google aber noch keine Anforderungen genannt hat. In den Gerüchten war von 32 MB Arbeitsspeicher die Rede – und dies kann man einem Toaster in Zukunft wirklich schon zumuten. Die Geräte müssen dabei nicht unbedingt eine Benutzeroberfläche haben, sondern sollen einfach auch vom Smartphone oder einem anderen verbundenen Gerät ferngesteuert werden. Ziel ist es, dass sich die Heizung abdreht wenn der letzte Bewohner das Haus verlässt und der Backofen die Pizza warm hält wenn der Besitzer später nach Hause kommt (Beispielsweise).

Doch mit einem gemeinsam Betriebssystem ist es natürlich noch nicht getan, denn natürlich muss auch die Kommunikation sicher gestellt und die Hardware-Schnittstellen vereinheitlicht werden. Dazu arbeitet Google mit der Tochter nest zusammen, die schon eine Allianz geschmiedet und das Weave-System entwickelt hat. Dieses kommuniziert per WLAN oder auch per Bluetooth mit allen anderen Geräten in der Umgebung.

Project Brillo ist eine neue, von Android abgeleitete Plattform, auf der Entwickler und Hersteller vernetzte Geräte bauen können. Als Teil von Brillo führen wir in Zusammenarbeit mit Nest “Weave” ein – ein Kommunikationsprotokoll, ein Set von Entwickler-APIs, ein Schemensatz und ein Zertifizierungsprogramm zur Sicherstellung der Interoperabilität der Geräte und Apps.



Project Brillo wird erst im 4. Quartal diesen Jahres erscheinen, wobei Google aber noch keinen genauen Termin und noch keine Bezeichnung genannt hat. Es ist unwahrscheinlich dass man den Namen beibehalten wird, viel mehr wird man das gesamte System unter „Android“ stärker an die eigene Marke binden. Google hat heute die Schnittstellen für Entwickler und Hersteller vorgestellt, um Partner für den Marktstart zu gewinnen. Das wird in Zukunft noch sehr spannend werden und das Internet of Things und das Smart Home ist wahrscheinlich gar nicht mehr so weit entfernt wie wir vielleicht dachten…

» Ankündigung im Google-Blog



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