Boston Dynamics: Neues Video zeigt Googles Roboter ‚Atlas‘ ohne Kabelanbindung

google 

Auch wenn es derzeit noch im stillen Kämmerlein passiert, hat sich Google im vergangenen Jahr sehr stark auf das Thema Robotik konzentriert und vor allem durch die Tochterfirma Boston Dynamics immer wieder für Aufsehen gesorgt. Der derzeitige Flaggschiff-Roboter, Atlas, wurde nun nahezu von Grund auf neu entwickelt. Das hat ihm nun mehr Bewegungsfreiheit, ein sehr viel leichteres Gewicht, und auch die Möglichkeit komplett ohne Stromkabel auszukommen eingebracht.


Die von Googles Tochter entwickelten Roboter sind zwar immer noch sehr behäbig und haben keine wirklich flüssigen Bewegungen, aber dennoch sind sie sehr faszinierend anzusehen. Mit dem Atlas verfolgt Boston Dynamics das Ziel, einen menschenähnlichen Roboter zu entwickeln der sich in (vielleicht nicht all zu ferner) Zukunft selbstständig bewegen und Rettungseinsätze übernehmen soll. Die menschlichen Bewegungen hat er dabei schon sehr gut drauf, am sicheren Stand hapert es allerdings noch.

Wie man sieht kann sich der Roboter langsam, wie ein schleichender Mensch, fortbewegen. Erst auf dem zweiten Blick wird dann aber ersichtlich, dass das ganze doch nicht so beeindruckend ist. Der Roboter steht nämlich nicht auf eigenen Beinen, sondern ist an einem Haken an der Decke befestigt. Zwar könnte er auch selbst stehen, bei der Fortbewegung würde ihn aber die kleinste Unebenheit zu Fall bringen. Der Clou des Roboters ist gleichzeitig auch sein großer Nachteil: Der riesige Akku am Rücken sorgt für ein Ungleichgewicht, dass auch für den Menschen nicht so einfach zu stemmen wäre – und diesem ist der Roboter nun einmal nachgebaut.

Boston Dynamics Atlas

Mit einer Akkuladung soll der Roboter etwa 1 Stunde lang auskommen, was derzeit schon als Durchbruch gefeiert wird. Ein Großteil der Energie geht dabei dafür drauf, den Roboter sicher stehen zu lassen. Mit einer „Körpergröße“ von 1,90 Meter kommt er derzeit auf ein Gewicht von 157 Kilogramm. Gesteuert wird er von insgesamt drei Computern, die die verschiedensten Funktionen steuern. Dazu gehören einmal der sichere Stand, die Hand-Auge-Koordination und auch die Aufgabenplanung und die Eindrücke der Sensoren. Der Atlas soll schon im Juni an der DARPA Challenge teilnehmen.



Während der DARPA-Challenge erwarten den Roboter Aufgaben wie etwa das Fahren von Fahrzeugen, das Durchbrechen von Mauern, Wegräumen von Schutt, Nutzung von Werkzeugen und Öffnen bzw. Schließen von Ventilen. Im Video ist sehr schön zu sehen, dass die Arme nahezu perfekt für diese Aufgaben geeignet sind und ihm dies keine Probleme mehr bereitet. Abgesehen vom sicheren Stand oder Gang ist der Roboter beeindruckend weit entwickelt. In Zukunft soll der Rettungsroboter selbstständig in menschenleeren Gebieten operieren, welchen Zeitplan man dabei hat ist allerdings nicht bekannt.

Wildcat

Boston Dynamics hat bereits Roboter konstruiert die stehen, gehen und sogar laufen können, allerdings haben diese in den meisten Fällen vier Beine und sind damit natürlich deutlich einfacher zu konstruieren. Auch in der Evolution kam der aufrechte Gang erst sehr spät, bei den Robotern dürfte es sich dann genau so verhalten. Auch wenn sie anfangs sehr wacklig sind, ist es doch schon ein riesiger Fortschritt.

[heise]



Teile diesen Artikel: