Google wirft chinesischer Regierung Störungen von Google Mail vor

Laut Google soll es wieder Probleme mit Google Mail in China geben. Nutzer könnten wieder nicht regelmäßig auf den Dienst zugreifen – weiterhin würde China den Person Finder für Japan massiv stören. Dies berichten mehrere Tageszeitungen unter Zitierung eines Google-Sprechers.

Erneut scheint die chinesische Regierung Google kontrollieren zu wollen. Laut Google gäbe es Probleme in China, allerdings sei daran Google nicht Schuld: „Was Google betrifft, so gibt es auf unserer Seite keine Probleme. Wir haben das ausgiebig geprüft. […] Es handelt sich um eine Blockade der Regierung, die so gestaltet wurde, dass es aussieht als gäbe es ein Problem mit Google Mail„, so ein Google-Sprecher am Samstag gegenüber Zeitungen wie etwa ‚Wall Street Journal‚, ‚New York Times‚ oder ‚The Guardian‚.

Bereits vor zwei Wochen wies Google auf Angriffe auf seine Nutzer hin – in anderem Zusammenhang. Dabei ging es um die MHTML-Lücke, die Windows-Nutzer betreffen. Ein temporärer Bugfix sollte Abhilfe schaffen und vorerst das Thema beenden. Auslöser waren wahrscheinlich wieder einmal Aktivisten, die für die chinesische Regierung arbeiten. Sie wollen Großdemonstrationen in China verhindern. Seitdem seien auch ständig Problemen beim Benutzen von Google Mail aufgetreten.

Weiterhin berichtet die ‚Financial Times‚, dass chinesische Nutzer nicht mehr auf den Person Finder für Japan zugreifen können. Der Person Finder soll Menschen aufspüren, die seit dem Erdbeben in Japan als vermisst gelten. Auch kann man Vermisstenanzeigen aufgeben oder Menschen eintragen, die man gesehen hat.

Google wurde bereits vor mehr als einem Jahr von Hackern aus China angegriffen. Nachdem Google den Verdacht auf die chinesische Regierung gelenkt hatte, gab man zu erkennen, dass man Google nicht dulden werde. Google leistete nicht sofort gehorsam und wurde gesperrt. Danach ging das Katz-und-Maus-Spiel weiter und Google zensierte, danach wieder nicht. Wenig später gab Google seinen Rückzug aus China bekannt und leitet seitdem den Traffic über die Hongkonger-Google-Seite. Auch diese Seite versuchte China zu blockieren. Laut Wikileaks steckt die chinesische Regierung definitiv hinter den Hacker-Angriffen von Januar 2010.

[via heise und golem]

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