Auswertung Street View-Umfrage: 68% finden Kritik unangebracht

Street View

Street View wird wohl noch viele Orte in zwei Lager teilen. Street View hat aber das Netz auf seiner Seite – so wurde in einer „WISO“-Umfrage ermittelt, dass 59% der Befragten für Street View sind. Auch wir und andere Webseiten kommen auf ein ähnliches Ergebnis. Wie sehr ist Street View also ein Sommerthema?

Das ist die Auswertung der Street View-Umfrage. Wir wollten wissen (und das möglichst mit Begründung), wie die GoogleWatchBlog-Leser zur Street View-Kritik stehen. Dabei konnten wir sehen, dass 68% von eindeutigen Besuchern (eingeloggt oder via IP) die Kritik für unangebracht halten. Im dazu verlinkten Forum finden wir nur zwei Meinungen, die aber auch schon für ein großen Teil der Leser sprechen, wenn wir uns vorherige Kommentare zu Street View durchlesen:
„so ist das“ schreibt: „Die Privatsphäre wird nicht beeinträchtigt. In der Öffentlichkeit gibt es keine Privatsphäre. Ansonsten soll man das Haus nicht mehr verlassen!“ – auch „RockHound“ bestätigt dies.

Dass diese Diskussion aber nicht nur hier ein großes Thema ist, zeigt sich nicht zuletzt an den Medien. Sascha Lobo, seines Zeichens ebenfalls Blogger und Webexperte, war bei der Tagesschau und bei ZDF WISO zu Gast und hat großflächig die Meinung aus dem Netz wiedergegeben. Auf RTL hingegen malt man den schwarzen Peter an die Wand und auch sonst scheint man das Sommerloch mit Street View füllen zu wollen.

Generell lässt sich aber sagen: An Street View wird man früher oder später nicht vorbei kommen. Kritiker meinen immer noch, dass Häuser eine Privatsphäre haben und die Kritiker der Kritiker werfen Konservativität vor. Keiner der beiden Seiten ist irgendwie bereit, sich dem Anderen zu beugen – und so wird Steet View wohl noch wochenlang in den Medien aufgebauscht, nicht nur im Netz. Selbst das Medienmagazin ZAPP hat bereits damit begonnen, sich zu positionieren – hoffen wir, dass das Sommerloch bald zu Ende ist und die Medien sich endlich wieder um Themen kümmern können, die wirklich Brisanz haben: Ölverschmutzung, Netzneutralität und Politik!

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comment ommentare zur “Auswertung Street View-Umfrage: 68% finden Kritik unangebracht

  • Also wenn ich in einem Hallenbad eine Umfrage mache, ob Menschen in Badeklamotten bescheuert aussehen, werde ich vermutlich auch einen hohen Prozentsatz von „nein“ bekommen….

    Außerdem hoffe ich nicht, dass Sascha Lobo „die Meinung aus dem Netz“ wieder gegeben hat. Dazu müsste es nämlich EINE solche geben und er müsste sie auch kennen 😉

    Mein persönlicher Textbaustein dazu: Im Grunde ist die Diskussion um „so etwas“ wie SV ja wirklich nicht besonders spannend. Aber wenn schon mal so viele Daten auf einem Haufen liegen und noch viele weitere hinzu kommen, ist eine Diskussion darüber sicherlich genauso angebracht, wie die über Netzneutralität.

  • Was soll man von einem Volk erwarten, dass mit Bogen und Pfeil gegen Google Street View herangeht?

    Dass die Dummheit auch eine Rolle dabei mitspielt, zeigt dieser folgende Satz.

    Zitat:

    Sie gehen auf Pornoseiten, kochen gerne, sind auf der Suche nach einer neuen Digitalkamera und fahren am liebsten nach Norwegen. Das alles, sollte es denn zutreffen, weiß Google über Sie. Denn Google kennt Sie ganz genau, speichert all Ihre Daten

    Bis heute haben gewisse leute nicht verstanden, dass man auch andere Suchmaschinen benutzen kann.

    Back to the topic:

    Unwissenheit und Angst spielen eine große Rolle, bei den Street View gegnern. Dass man von nichts eine Ahnung hat, ist nicht allzu tragisch, dass sind auch fast all unsere Politiker, außer Angela Merkel, die hat keine probleme mit Street View. 🙂

    Allerdings bei dem Punkt „Angst“ da müssen die Menschen behandlet werden. Wer vor street view angst hat, man könnte in ihr Haus einbrechen, diese müssen psyologisch behandelt werden. Gar keine Frage!
    Wie trauen sich die Menschen ansonsten auf die Starße?

    Wenn einige Deutsche eher kompliziert leben wollen, von mir aus doch gerne, sie sollten allerdings dann eines unterlassen.
    Menschen auf dem Fußgängerweg snsprachen, wo er das ABC Geschäft oder die ABC Staße finden kann.

    Ach viele deutsche nutzen doch sicherlich street view, wollen aber nur nicht, dass ihr Haus nicht zu sehen ist. Das ist einfach nur hinterhältig. Nichts anderes.

  • Es ist nicht nur Street View alleine, weshalb ich widerspreche, mein Haus zu veröffentlichen. In Verbindung mit Google Analytics und der Google Geo-Lokalisierung http://de.www.mozilla.com/de/firefox/geolocation/ sammeln die jede Menge Daten über Privatpersonen die sie dann verknüpfen können und z.B. an die Werbeindustrie verkaufen. Vielen ist Google Geolocation und Analytics bestimmt nicht bekannt und auch nicht wie man es mittels hosts Datei und about:config abstellt. Ich habe ein älteres Haus welches in den nächsten Jahren nach und nach renoviert werden muss. Wenn das jetzt veröffentlicht wird, gehe ich jede Wette ein, dass ich jede Menge unerwünschte Werbeanrufe von Bau und Renovierungsfirmen usw. erhalte. Wenn Bilder von meinem Haus veröffentlich werden, möchte ich schon bestimmen zu welcher Tageszeit (Sonnenstand), Jahreszeit (blüht der Vorgarten) usw. diese fotografiert werden. Deshalb werde ich selber Ansichten meines Hauses bei Panaramio veröffentlichen, schon deshalb um diesen Leuten, die meinen verpixelte Häuser trotzdem fotografieren zu müssen, zuvorzukommen.

  • @79325:
    Bullshit. Wenn Google auch nur ein Haar (private) Daten verkaufen würde, wäre das ein totes Unternehmen – keiner würde es verwenden.

    Und zum Thema renovierungsbedürftiges Haus: Das hätten diese Firmen schon lange machen können. Auch Dachdecker könnten sich bei Google Maps/Earth umsehen – oder direkt durch die Straßen fahren. Die Angst ist völlig unbegründet.

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