Welche Daten sammelt Chrome für Google?

Chrome

Zwar habe ich vorhin schon mal kurz angerissen welche Daten Google Chrome nach Hause schickt, doch nun will ich noch ein wenige auf die Details eingehen. So hat jeder Google Chrome mindestes eine ID, wie es schon in den Nutzungsbedingungen heißt.

Dass Google bei fast jedem Dienst Nutzungsstatistiken sammelt und auswertet sollte euch eigentlich bekannt sein und Google macht daraus auch keinen Hehl. Über Google Chrome spricht Google nun ziemlich im Detail.

So heißt es in den Datenschutzhinweisen, dass bei der Installation „mindestens eine eindeutige Anwendungsnummer“ generiert wird und diese bei jedem Update übertragen wird. Auch bei Eingaben in der Adresszeile werden Daten an Google gesendet. Die Vorschläge werden von Google Servern bezogen und dafür muss Google wissen was der Nutzer schon eingegeben hat. Diese Funktion lässt sich aber abschalten.

Die Funktion Sicheres Durchsuchen lädt regelmäßig – laut Cutts alle 30 Minuten eine Liste bekannter Phishing- und Malware-Websites herunter. Besucht ein Anwender eine gefährliche Seite, wird ein Teil der URL verschlüsselt an Google geschickt. Die reelle URL könne Google nicht wiederherstellen.

Jeder Google Dienst hat andere Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen. Google versichert, dass diese Regelungen unabhängig der von Google Chrome gelten und keine persönlichen Daten aus Google Mail über Google Chrome erfasst werden.

» Nutzungsbedingungen von Google Chrome
» Datenschutz bei Google Chrome

[Golem]

In den Nutzungsbedingungen heißt es:

11. Inhaltslizenzierung von Ihnen

11.1 Das Urheberrecht sowie sämtliche anderen Rechte, die Sie hinsichtlich Ihrer mithilfe der Services übermittelten, eingestellten oder angezeigten Inhalte bereits besitzen, verbleiben in Ihrem Besitz. Durch das Übermitteln, Einstellen oder Anzeigen von Inhalten erteilen Sie Google eine unbefristete, unwiderrufliche, weltweit gültige, unentgeltliche und nicht exklusive Lizenz zum Vervielfältigen, Anpassen, Modifizieren, Übersetzen, Veröffentlichen, zum öffentlichen Darstellen und Anzeigen sowie zum Vertreiben sämtlicher mithilfe der Services übermittelten, eingestellten oder angezeigten Inhalte. Diese Lizenz dient einzig dem Zweck, Google das Anzeigen, Vertreiben und Bewerben der Services zu ermöglichen, und kann gemäß den sonstigen Bedingungen des jeweiligen Service jederzeit wieder entzogen werden.

11.2 Sie erkennen an, dass diese Lizenz Google dazu berechtigt, die Inhalte anderen Unternehmen, Organisationen oder Personen zugänglich zu machen, die mit Google zum Zweck der Bereitstellung syndizierter Services zusammenarbeiten, sowie die Inhalte im Rahmen der Bereitstellung solcher Services zu nutzen.

11.3 Sie erkennen an, dass Google im Zuge der technischen Schritte, die zum Bereitstellen der Services für deren Nutzer erforderlich sind, dazu berechtigt ist, (a) Ihre Inhalte über mehrere öffentliche Netzwerke und verschiedene Medien zu übermitteln und zu vertreiben und (b) Änderungen an Ihren Inhalten vorzunehmen, die erforderlich sind, damit die Inhalte den technischen Anforderungen der angeschlossenen Netzwerke, Geräte, Services oder Medien entsprechen. Sie stimmen zu, dass Google durch diese Lizenz die Berechtigung zum Durchführen dieser Aktionen erteilt wird.

11.4 Sie versichern gegenüber Google, dass Sie über alle erforderlichen Rechte, Befugnisse und Vollmachten verfügen, die weiter oben genannte Lizenz zu vergeben.

Auch andere Softwarehersteller haben diese Klausel in ihren Nutzungsbedingungen. Bei Microsoft Messenger wurde diese nach heftiger Kritik im Internet entfernt.

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comment ommentare zur “Welche Daten sammelt Chrome für Google?

  • problem ist, dass die wenigsten user die nutzungsbedingungen lesen und dann überrascht sind….
    in den nutzungsbedingungen von Google Mail bzw. google-mail steht auch, dass die mails gescannt werden…

  • natürlich werden die emails gescannt sonst könnte google wohl schlecht werbung passend zum email inhalt einblenden…

    lg

  • ach dieses leidige thema um die informationshysterie im web und gleichzeitig zahlen die gleichen leute fleissig mit ec- und payback-karte, nehmen an preisausschreiben teil oder rufen an, wenn der hotbutton wieder zuschlägt. trotzdem sehr gut, dass gwb hier nochmal aufklärt

  • Ist halt doch mehr der Google-Fanboy-Blog hier oder? Also 😀

    „ach dieses leidige thema um die informationshysterie im web und gleichzeitig zahlen die gleichen leute fleissig mit ec- und payback-karte“

    Nicht von dir auf andere schliessen. Das ist die erste Ausrede derjenigen, denen alles egal ist! Ein paar Leute mehr die dahinter stehen und wir hätten vielleicht sogar echten Datenschutz.

  • @Mark: Das ist das private Blog eines Google-Mitarbeiters. Google wird schon wissen, warum sie es zulassen das solche Infos ausgerechnet dort gestreut werden. Es soll wohl in erster Linie Vertrauen erwecken. Wer hätte das schon geglaubt, wenn es in einem Google Blog gestanden hätte?

  • die eindeutige ID kann man entfernen – ob die sich in der registry eingenistet hat kann ich nicht sagen, aber unter Dokumente und Einstellungen/$USER$/Anwendungsdaten/Google/Chrome/User Data

    bzw Users$USER$AppDataLocalGoogleChromeUser Data

    gibts ne datei namens „Local State“

    Chrome zumachen, die datei mit nem Editor öffnen

    und die zeile mit Client_id so ändern
    „client_id“: „GOOGLEBOT“,
    „client_id_timestamp“: „1000000000“,

    da sind noch ne menge anderer sachen, die man so verändern kann 🙂

  • Unter Win XP war es bei mir im Ordner
    C:Dokumente und EinstellungenUSERLokale EinstellungenAnwendungsdatenGoogleChromeUser Data 🙂

  • Wusste ich es doch … hatte mir shcon sowas gedacht. Aber warum sollte Google sonst in den Browsermarkt eingreifen wollen? Ich dneke dass die NB in Zukunft noch sehr entschärft werden!

  • Ich persönlich werde erstmal einige Wochen abwarten, was die Analyse-Experten zu „Nach Hause Telefonieren“ von Chrome sagen. Wie sieht es eigentlich mit Addblockern aus? Beißt sich das nicht etwas mit dem Kerngeschäft von Google?

  • Wieso behauptet Google den „Teil der URL“, der „verschlüsselt an Google geschickt“ wird „könne Google nicht wiederherstellen“.
    Google hat doch die Verschlüsselung programmiert, oder nicht? Also kann Google es auch wiederherstellen!

  • Benni: „verschluesselt“ ist nur eine nicht gar so ideale Uebersetzung auf Deutsch, im Englischen wird von einem Hash gesprochen, das ist deutlich sinnvoller.

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