Google Ad Manager: Anzeigen & Kampagnen-Verwaltung für Webseiten

Ad Manager
Im März hat Google den Ad Manager in der Closed Beta-Phase vorgestellt – heute ist das ganze offiziell in 23 Sprachen (auch auf Deutsch) online gegangen. Mit dem Ad Manager lassen sich Anzeigen auf Webseiten, auch außerhalb des AdSense-Universums, automatisiert und nach vielen Kriterien gefiltert schalten – und das ganz ohne Nebenkosten.

Google Ad Manager

Der Ad Manager übernimmt für mittlere und größere Webseiten die Aufgabe der Werbeabteilung und entscheidet selbstständig welche Anzeigen geschaltet werden – natürlich nach den Kriterien des Users. So kann etwa eingestellt werden wie oft eine bestimmte Anzeige erscheinen soll, wieviel man pro Klick daran verdient und zu welcher Tageszeit und auf welchem Betriebssystem das ganze angezeigt werden soll.

Für den Betreiber fällt so die Aufgabe weg sich selbst einen Ad Manager zu schreiben der die Anzeigen austauscht, bzw. die Arbeit welche Anzeige an welcher Position am günstigsten wäre. Ist einmal kein aktueller Anzeigenauftrag im System gespeichert oder der potenzielle Verdienst zu gering, zeigt Google einfach eine AdSense-Anzeige an – mit der der User natürlich auch wieder Geld verdient. Auf die Weise schleicht sich Google sogar in Anzeigeflächen die eigentlichen anderen gewidmet gewesen wären…

Der Aufbau des Ad Managers:
Orders
Die Übersichtsseite mit allen aktuell laufenden Kampagnen und Anzeigekunden. Zeigt an wieviel Geld bisher verdient worden ist und wieviel Budget für eine Kampagne noch zur Verfügung steht. Von hier aus können Kampagnen gestoppt, abgebrochen, bearbeitet oder auch einfach archiviert werden. Zeigt auch Tipps und Tutorials für Neulinge an.

Inventory
Das Herzstück des Ad Managers. Hier werden die Ad Slots (Channels), Werbeflächen auf der Website, Filter und die eigentlichen Anzeigen bzw. Kampagnen erstellt und modifiziert. Um eine Anzeige zu schalten muss erst einmal ein Ad Slot erstellt werden. Danach wird dieser mit einer Werbefläche auf eurer Website verbunden (via JavaScript-Snippet das eingebunden werden muss) und dann darin Anzeigen direkt via Ad Manager geschaltet.

Die einzelnen Kampagnen können nach Tageszeit, Betriebssystem, Gesamtzeit in einem bestimmten Zeitraum, Domain usw. gefiltert werden. Außerdem kann auf den Cent genau angegeben werden wieviel mit einer Einblendung bzw. einem Klick verdient wird. Anhand dieser Daten entscheidet der Ad Manager welche Anzeige ausgeliefert werden soll oder ob nicht AdSense vielleicht doch die bessere Alternative wäre.

Reports
Hier können umfangreiche Statistiken über die Kampagnen, Ad Slots und Werbeflächen angesehen werden. Die Statistiken bestehen aus CPM-Statistiken in Prozent und einer Anzeige wieviel Geld mit welcher Anzeige verdient worden ist. Da ich den Ad Manager derzeit nicht nutze sind meine Statistiken komplett leer und ich kann dazu weiter nicht viel sagen.

Admin
Allgemeine Einstellungen. Hier kann die Verbindung zum AdSense-Konto geändert werden, neue User für den Verkauf von Werbeflächen eingerichtet werden und eine Kontaktliste gepflegt werden. Außerdem gibt es eine „Change History“ in der alle Änderungen an Kampagnen nachvollzogen und eventuell rückgängig gemacht werden können.

Ich denke über kurz oder lang dürfte der Ad Manager die erste Wahl gegenüber AdSense sein. Da man auch weiterhin AdSense-Anzeigen einbinden kann und nur optional noch weitere Anzeigen dazu schalten kann, ist das ganze natürlich sehr viel praktischer in der Handhabung. Vorallem für Webseiten die nur ab und an einmal gebuchte Anzeigen haben ist das ganze äußerst sinnvoll.

Auf Dauer dürfte der Ad Manager wohl auch das AdSense-Center ablösen, da zweiteres wie schon gesagt kaum Vorteile bietet. Die Anpassung der AdSense-Anzeigen wird man schon irgendwie im Ad Manager unterkriegen können. Google sichert sich damit den Vorteil, selbst die Anzeigen der Konkurrenz-Werber somit unter Kontrolle zu haben und freut sich über umfangreiche Statistiken direkt aus der Hand der Konkurrenz…

Werdet ihr umsteigen oder bleibt ihr erst einmal bei AdSense?
Ich bleibe AdSense erst einmal treu und warte ab wie sich das entwickelt – auch wenn das ganze ein sehr mächtiges Werkzeug ist.

P.S. Der Ad Manager ist nicht zu verwechseln mit dem Ad Planner 😉

» Google Ad Manager
» Ankündigung im AdSense-Blog


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comment ommentare zur “Google Ad Manager: Anzeigen & Kampagnen-Verwaltung für Webseiten

  • Interessant ist das schon, aber die Frage ist ja auch, ob man unbedingt Google Daten über sein eigenes Werbenetzwerk zur Verfügung stellen möchte. Neben kommerziellen Lösungen, bietet sich da auch noch OpenAds an, wo wir GoogleAds mit gebuchten Anzeigen entsprechend rotieren lassen. Das ganze zwar nicht so schön integriert wie beim AdManager, aber die eigenen Daten bleiben auf jeden Fall im Haus.

  • Für Privatpersonen die kein „grossen“ Aufwand wollen, sicher ok, bzw. auch für die, die Google Analytics einsetzen.

    Firmen setzen eh professionelle Lösungen ein… die dann auf eigenen Servern liegen und nicht irgendwie auf der Welt verteilt.

    Hatte das ganze im Januar schon benutzt und naja.. also mir gefällt OpenX da gar besser… hat irgendwie nicht das „gewisse etwas“ finde ich. Und dann werden noch sämtliche Verdienste ausgewertet… geht einen grossen Datensammler finde ich nichts an (wobei die meisten eh Adsense nutzen, so dass es dann wieder vollkommen egal wäre *g*)

  • Was mich wundert ist, wieso immer der Admanager mit AdSense verglichen wird!? AdSense übernimmt ja gar nicht die Aufgaben des AdManagers, bzw. OpenAds.
    Bei uns rotieren AdSense-Anzeigen nur als „Füllmaterial“ innerhalb des Netzwerkes. Durch OpenAds gelangt Google also gar nicht an vollständige Zahlen. Beim Einsatz von Google-Analytics wird das natürlich wieder hinfällig. Aber auch hier gibt es ja entsprechende Anbieter die (zwar kostenpflichtig) das Analytics-Leistungsspektrum abstecken.

    Ich habe mich ansonsten mit dem AdManager noch nicht in der Tiefe vertraut gemacht, aber sein größter Vorteil scheint die direkte Einbindung von AdSense in das Gesamtsystem zu haben und daraus entscheiden zu können, ob AdSense eventuell eher geschaltet wird, als eine andere Anzeige. Von der Funktionalität hingegen erscheint er mir streckenweise etwas verwirrend. Das fängt schon bei der Begrifflichkeiten wie INVENTAR an.
    Insgesamt scheint meiner Meinung nach AdManager ein tolles Tool für kleine Seitenbetreiber zu sein, die viel mit AdSense und Affiliate-Programmen arbeiten und diese dann mischen wollen, ohne Zusatzaufwand (und Kosten) von AdServer-Lösungen auf sich zu nehmen.

  • Hallo,
    ich nutze seit Jahren auch OpenX als AdServer, womit ich auch sehr zufrieden bin, werde den Google-AdManager (GAM) aber mal weiter beobachten.
    Ich sehe das mit dem Datensammeln nicht so eng – im Gegenteil: Google wird sich kaum für mich PERSÖNLICH interesieren, sondern nur darum wie, wo, was am besten geht. Je mehr Google weiß, desto besser werden die Dienste, desto mehr verdient Google und somit auch ich.

    Uwe

  • Das ist eine sehr gewagte These. Ich hatte neulich ein Gespräch mit jemanden vom Marketing eines Unternehmens, dass wohl in Deutschland zu den größten AdWord-Kunden von Google gehört. Dabei kamen wir auf den Punkt, dass Google mit all den Daten aus den verschiedenen Kampagnen vermutlich in der Lage wäre, sehr präzise den Umsatz des Unternehmens zu berechnen. So doer so gelangt ein fremdes Unternehmen an Daten, die Firmengeheimnisse sind. Jede Idee und Anwendung kann toll sein, wenn sie im Kern nicht auch misbrauchbar wäre.

  • Kann ich das gute Stück also als
    a) AdServer UND/ODER
    b) Kampagnen-Optimierer
    verwenden?

    Besteht über den GAM die Möglichkeit verschiedene Vermarktungsmöglichkeiten (Affiliate, AdBrite/AdScale, Restplatz-Vermarkter, AdSense) zu testen oder handelt es sich dabei um ein System, dass sich nur um den Google-Kosmos dreht?

    Wenn die automatische Optimierung (AdSense vs. sonstige Ads) funktionieren soll, dann müsste ich doch auch Provisionen hinterlegen und Ziele. Alles möglich mit GAM?

    Gruß
    Olli

  • Ich groben kann man alle Fragen mit JA beantworten. Alle Anbieter bieten ja einen Code an, der in die eigene Seite implementiert werden soll. Diesen Code bindet man dann beim AdManager (oder einem anderen AdServer) ein. Man sollte nur bedenken, wenn man sein Portal oder gar Netzwerk über den AdManager (oder fremdgehosteten AdServer) steuert und entsprechende Provisionsdaten hinterlegt, dass man „Fremden“ die Möglichkeit gibt den Umsatz des eigenen Portals/Netzwerks komplett einzusehen. Daher meine Empfehlung einen selbst gehosteten AdServer a la OpenX zu verwenden. Letzteres bietet deutlich mehr Möglichkeiten. Aktuell kann ich nicht sagen wie gut der AdManager mit RichMedia-Banner zurecht kommt, da ich die Formate nicht alle im Detail getestet habe. OpenX kann eigentlich alles verwalten.
    Was Ziele und Provisionen betrifft kommt es darauf an, wie man das ganze handhabt. Wenn sich der Umsatz aus Klicks generiert ist das relativ einfach. Geht es aber um Leads/Sales diverser Affiliates, bekommt man das „Feedback“ nur über den jeweiligen Anbieter. Daher dürfte dies kaum möglich sein, innerhalb der Ad-Lösung zu berechnen. AdSense hingegen im Admanager schon. Das ist meiner Ansicht nach der einzige Pluspunkt, der aber bei mixed Ads diverser Affiliates zzgl. selbstvermarketeter Ads fast hinfällig wird.

  • @S. Neise: danke für die guten Antworten!

    na dann handelt es sich hierbei wohl nicht um die große AdServer-Revolution, trotz Schluckens von DoubleClick. Dann bleibt´s beim gewohnten OpenX

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