OUYA: Produzent der ersten Android-Spielekonsole steckt in finanziellen Schwierigkeiten

ouya 

Vor über zwei Jahren kam die über Kickstarter finanzierte Spielekonsole OUYA auf den Markt und hat große Erwartungen geweckt. Da die Konsole Android als Betriebssystem nutzt, sollte das Betriebssystem so endlich auch auf den Fernseher kommen und Android-Spiele auf dem großen Bildschirm gespielt werden können. Doch das Interesse ließ sehr schnell nach und das Unternehmen ist nun endgültig in finanzielle Schieflage geraten. Jetzt soll das Unternehmen verkauft werden.


Obwohl OUYA eine große Chance für Android gewesen ist bzw. gewesen wäre um auch auf Spielekonsolen durchzustarten und die Herrschaft über das Wohnzimmer zu übernehmen, wurde das Projekt nie offiziell von Google unterstützt. Wahrscheinlich hat man schon damals eigene Pläne mit Android TV und dem Nexus Player gehabt, so dass man natürlich nicht bei der mittelbaren Konkurrenz mitmischen wollte. Wahrscheinlich auch durch diese fehlende Unterstützung hielt sich das Interesse an der Konsole in Grenzen.

Als die Konsole auf Kickstarter vorgestellt wurde war die Begeisterung riesig und einige Fans sahen schon Android als potenziellen Konkurrenten zur PlayStation und der XBOX, doch dazu sollte es nicht kommen: Zwar kam man am Anfang mit der Auslieferung gar nicht nach, doch schon nach wenigen Monaten gingen die Verkaufszahlen in den Keller – genaue Zahlen wurden allerdings nicht genannt. OUYA betreibt auch einen eigenen App Store, doch nur wenige Entwickler waren bereit ihre Spiele dort auch einzustellen bzw. Spiele zu entwickeln die auch auf einer Konsole gespielt werden können.

Viele Android-Spiele sind eben auf Touch ausgelegt und können teilweise gar nicht mit einem klassischen Controller gespielt werden – was schon einmal eine Schwierigkeit für OUYA gewesen ist. Jetzt ist das Unternehme in finanzielle Schieflage geraten und soll bereits eine Investmentbank beauftragt haben einen Käufer zu finden. Fraglich ist natürlich welches Unternehmen Interesse an der Konsole haben könnte – denn Gewinn hat es niemals geschrieben. Gerüchten zufolge soll amazon Interesse an dem Unternehmen haben, immerhin hätte man damit einen neuen Vertriebsweg für digitale Spiele.



Spätestens mit dem Nexus Player und dem dazugehörigen Controller ist Google endgültig auch in Konkurrenz mit OUYA gegangen und hat natürlich die deutlich bessere Lösung im Angebot. OUYA ist zwar günstiger, auf amazon ist sie zur Zeit für 100 Euro zu haben, aber bringt eben nicht die volle Android-Oberfläche, Cast-Funktionalität & Co. mit sich. Geld für eine Weiterentwicklung ist ebenfalls nicht da, so dass es momentan sehr düster für die Zukunft des Unternehmens aussieht. Das Projekt hat möglicherweise die Idee vorangetrieben Android auf anderen Plattformen als mobilen Geräten einzusetzen, konnte aber selbst nie die Früchte des Erfolgs ernten…

[futurezone]



Teile diesen Artikel: