Googles Künstliche Intelligenz berechnet die Überlebenschancen von Krankenhaus-Patienten (Video)

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Google hat in den vergangenen Jahren sehr viele Einsatzgebiete für die Künstliche Intelligenz gezeigt und überschreitet dabei immer wieder Grenzen, die nicht nur wissenschaftliche, sondern auch moralische Probleme mit sich bringen. Jetzt haben Google-Forscher verkündet, dass sie in Zusammenarbeit mit zwei Krankenhäusern die Wahrscheinlichkeit errechnen können, ob ein Mensch sterben wird oder nicht – und soll dabei eine extrem hohe Genauigkeit an den Tag gelegt haben.


Die Künstliche Intelligenz wird von Google in immer mehr Bereichen eingesetzt, die längst nicht mehr nur zur Spielerei taugen, sondern auch die Technologien und Wissenschaften voranbringen können. Die Erfolge sind kaum noch aufzuzählen, zu den wichtigsten Errungenschaften der Künstlichen Intelligenz dürfte aber beispielsweise die Entdeckung eines neuen Planeten im vergangenen Jahr oder auch die verbesserte Krebsfrüherkennung gehören. Doch das ganze geht noch einen Schritt weiter.

Künstliche Intelligenz

Wenn man die Medizin von heute mit dem Stand vor 100 Jahren vergleicht, dann kann man sehr schnell nachvollziehen, warum die Menschen heute sehr viel älter werden und die Bevölkerung explodiert. Dennoch gibt es noch immer sehr viele unerforschte Krankheiten, bei denen die Künstliche Intelligenz neue Erkenntnisse liefern soll. Google-Forscher haben nun gezeigt, dass die KIs schon jetzt durchaus dazu in der Lage sind, den Gesundheitszustand eines Menschen sehr gut einzuschätzen.

In einem Whitepaper haben sie nun belegt, dass sie die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch im Krankenhaus sterben wird, mit 95-prozentigen Wahrscheinlichkeit vorhersagen können. Die Standard-Systeme der Krankenhäuser kommen heute „nur“ auf 93 Prozent. Die Künstliche Intelligenz hat aber auch nur an zwei Krankenhäusern gearbeitet und dort die Daten von Patienten ausgewertet. Würde man sie weiter verbreitet einsetzen, wären sicherlich auch die Ergebnisse noch besser.

Aber auch die KIs sind noch längst nicht allwissend, tendieren aber dennoch zu korrekteren Ergebnissen als bisherige Systeme. Als Beispiel wird der Fall einer Patientin angeführt, die an Brustkrebs erkrankt war. Das Krankenhaus gab ihr eine Überlebenschance von ganzen 90,3 Prozent – Googles System nur 80,1 Prozent. Zwei Wochen später war sie Tod. Googles System lag zwar richtig, gab ihr aber dennoch eine sehr hohe Überlebenschance.



Es steht wohl außer Frage, dass die Künstlichen Intelligenzen in Zukunft noch sehr viel bessere und auch zuverlässigere Prognosen erstellen können. Ich habe keinen Einblick in den Krankenhaus-Alltag, frage mich aber, wozu diese Werte benötigt werden. Wird die Behandlung eingestellt, weil man nur noch eine 10 Prozent-Chance hat? Wird dem Patienten oder der Familie ein Prozentwert der Wahrscheinlichkeit mitgeteilt?

Mich erinnert das ganze Projekt an eine Szene aus dem Hollywood-Film „I, Robot“ mit dem überragenden Will Smith. Auch dort wurde eine Wahrscheinlichkeit zum Überleben von zwei Personen berechnet, woraufhin dann nur eine von beiden gerettet wurde. Siehe folgendes Video.

Schon jetzt bietet die Künstliche Intelligenz von Alphabet eine stärkere und schnellere Krebserkennung als Ärzte und wird in Zukunft wohl auch viele weitere Dinge auswerten können. Schon seit einigen Jahren läuft eine große Auswertung von Millionen Patientendaten und mit der Baseline Study will Alphabet die Optimalwerte für einen gesunden Menschen festlegen, die dann durch diverse Methoden erreicht werden sollen.

Wie weit das noch geht, wird sich zeigen. Aber auch dieser Bereich wird von Googles Kodex für Künstliche Intelligenzen abgedeckt.

» Das detaillierte Whitepaper

Siehe auch
» Googles Künstliche Intelligenz macht große Fortschritte: Wo soll das noch hinführen?

[The Independent]


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