Datenspende: Neues Forschungsprojekt möchte eure Suchergebnisse zur Bundestageswahl auswerten

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Unter anderem durch die sozialen Netzwerke befinden wir uns bekanntlich alle in unserer eigenen Filterblase, aber auch die Google Websuche kann durch ihre Personalisierung zum Aufbau einer solche Blase beiträgen und den Nutzer so von einigen Dingen abkapseln. Dass das gefährliche Folgen haben kann ist bekannt, und jetzt wurde in Deutschland ein interessantes Projekt gestartet, dass dieses Thema durch „Datenspenden“ erforschen möchte.


Wer bei Google eingeloggt ist, bekommt schon seit vielen Jahren personalisierte Suchergebnisse zu sehen. Das hat einfach den Grund, dass Google für sich selbst den Anspruch hat immer die besten Suchergebnisse zu liefern, und das kann subjektiv natürlich bei jedem Menschen eine andere Auflistung sein. Aber nicht nur die Interessen, die bisher geklickten Links oder auch die Aktivitäten bei Google+ fließen mit in die Ergebnisse ein, sondern auch der Standort des Nutzers und viele weitere Faktoren.

google datenspende

Ein Forschungsprojekt möchte im Bezug auf die anstehende Bundestagswahl dieses Thema erforschen und bittet um die Mithilfe von vielen Freiwilligen. Durch möglichst viele Daten soll herausgefunden werden, ob alle Nutzer die gleichen Ergebnisse zu wahlkritischen Themen sehen und ob vielleicht eine Manipulation seitens Google (natürlich nur in Form der Algorithmen) vorliegt. Wer nur Ergebnisse ausgeliefert bekommt, die die eigenen Ansichten unterstützen, hat dann auf diesem Wege kaum eine Chance, sich über andere Dinge informieren – so ist zumindest die Befürchtung.

Wer das Projekt unterstützen möchte, muss sich nur eine Browser-Extension für Chrome oder Firefox installieren, die automatisch die Daten erfasst und zur Auswertung weiterleitet. Das ganze läuft folgendermaßen ab: Die Extension ruft alle vier Stunden die Websuche auf und wertet die dort angezeigten Ergebnisse aus. An die Macher hinter dieser Aktion werden dann sowohl die Suchergebnisse als auch einige weitere teilweise anonymisierte Daten gesendet: Es wird die Information mitgeschickt, ob der Nutzer eingeloggt ist oder nicht, der ungefähre Standort auf Stadt-Ebene und die ersten 30 Ergebnissseiten.

Wenn die Extension ihre Arbeit aufnimmt, öffnet sich ein Popup-Fenster, das dann etwa eine Minute im Hintergrund arbeitet und sich anschließend wieder selbst schließt. Die ganze Aktion soll bis eine Woche nach dem Ende der Bundestagswahl und die Ergebnisse sollen ausgewertet und veröffentlicht werden.



Durchgeführt wird das Forschungsprojekt von der Organisation AlgorithmWatch, von einigen Landesmedienanstalten, der TU Kaiserslautern sowie von Spiegel Online. Die Teilnahme ist freiwillig und man bekommt keine Bezahlung oder Belohnung dafür. Wer mitmachen möchte, muss sich einfach nur die Extension installieren – natürlich muss man diese nicht bis zum 30. September installiert lassen und kann auch jederzeit wieder aussteigen.

Die Extension sucht automatisiert immer wieder nach folgenden Suchbegriffen:

  • Angela Merkel
  • Martin Schulz
  • Christian Lindner
  • Katrin Göring-Eckardt
  • Cem Özdemir
  • Sahra Wagenknecht
  • Dietmar Bartsch
  • Alice Weidel
  • Alexander Gauland
  • CDU
  • CSU
  • SPD
  • FDP
  • Bündnis90/Die Grünen
  • Die Linke
  • AfD

Wer mitmachen möchte, installiert sich einfach die folgenden Extensions und schon kann es losgehen. Was haltet ihr von dieser Aktion?

» Datenspende im Chrome Web Store
» Datenspende für Firefox

[Spiegel Online]



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