Zu viele Drohnen-Hersteller: Alphabet-Tochter Titan Aerospace hat den Betrieb eingestellt

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Mit der Umwandlung von Google zu Alphabet sind viele Investitionen der X-Abteilung mit ihren Moonshot-Projekten in andere Geschäftsfelder von Alphabet übernommen oder auch nur notdürftig integriert worden. Jetzt scheint es ein großes Aufräumen zu geben, denn wie Alphabet mittlerweile bestätigt hat, wurde die nächste Abteilung geschlossen: Das Start-Up Titan Aerospace hat den Betrieb und die Entwickler der Drohnen eingestellt.


Nach dem Ausstieg aus der Robotik und dem kurz bevor stehenden Verkauf des Satellitengeschäfts streicht Alphabet nun auch noch ein weiteres Geschäftsfeld zusammen, in dem man sich im Laufe der Jahre wohl zu viel Know-How eingekauft hat: Die Entwicklung und der Betrieb von Drohnen zu den unterschiedlichsten Einsatzzwecken wird nun nur noch von zwei statt von drei Abteilungen vorangetrieben.

Project Titan

Google hat das Start-Up Titan Aerospace im April 2014 übernommen, das sich mit der Entwicklung von riesigen Drohnen mit einer Flügelspannweite von bis zu 50 Metern beschäftigt hat. Diese sollten bis zu 5 Jahre in 19 Kilometern Höhe bleiben können und durch ihren festen Standpunkt per Funk Internetzugang an Gebiete bringen, die nicht über die nötige Infrastruktur verfügen. Ein wichtiges Projekt, das auch viele andere Unternehmen mit eigenen Anstrengungen verfolgen.

Doch spätestens mit dem Absturz einer solchen Drohne nur ein Jahr später war dann wohl auch die Euphorie bei Google dahin und das Start-Up hat kaum noch Gelder und Möglichkeiten bekommen. Während der Umwandlung zu Alphabet wurde es zwar noch in die X-Abteilung geschoben, aber das war wohl nur vorübergehend. Wie jetzt bekannt wurde, ist das Unternehmen geschlossen worden und die 50 Mitarbeiter könnten sich einen neuen Job innerhalb der Alphabet Holding suchen bzw. wurden schon versetzt.



Ein Verkauf des Unternehmens ist wohl nicht möglich gewesen, und das obwohl es damals sogar eine kleine Bieterschlacht um Titan Aerospace gegeben haben soll. Angeblich hatte auch Facebook Interesse und wollte bis zu 60 Millionen Dollar auf den Tisch legen. Mittlerweile hat das Zuckerberg-Imperium zwar das eigene Project Aquila, aber dennoch schade um das eigentlich sehr interessante Projekt. Ob die Ballons den Drohnen überlegen sind, bleibt abzuwarten.

Am Ende soll das Unternehmen mit seinem ambitionierten Projekt so kaputt gespart worden sein, dass sich schon die Betreiber der Startbahnen für die Drohnen eingeschaltet haben:

Later, components were installed upside down or supplied by Google without the necessary shelves, nuts and bolts. Near the end of the build in October, Mike Bashore, information systems manager at Spaceport America, even emailed to his Google contact, “We want to run out to Home Depot for grounding straps.” These are needed to protect sensitive electronics from static electricity. The nearest Home Depot hardware shop is over 100 miles from the Spaceport.



The team from Titan was brought into X in early 2016. We ended our exploration of high-altitude UAVs for internet access shortly after. By comparison, at this stage the economics and technical feasibility of Project Loon present a much more promising way to connect rural and remote parts of the world. Many people from the Titan team are now using their expertise as part of other high flying projects at X, including Loon and Project Wing.

Wie schon aus der Ankündigung der Schließung des Unternehmens herauszulesen ist, hat Alphabet bereits zwei weitere sehr ähnliche Projekte, die sich auf die beiden Spezialgebiete von Titan konzentrieren: Mit dem Project Loon möchte man ebenfalls Internet auf die Erde funken und setzt dabei auf Ballons statt auf Drohnen. Mit dem Project Wing hat man außerdem einen Drohnen-Hersteller im Programm, der bereits Waren ausliefern kann und wohl deutlich mehr Expertise in diesem Bereich hat.

[9to5Google]

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