Google Self Driving Car Monatsbericht: 2 Unfälle und sehr genaue Erkennung von Fahrradfahrern

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Immer pünktlich zum Monatsanfang veröffentlicht Google den Bericht zum Self Driving Car und blickt in diesem auf die vergangenen vier Wochen zurück. Im Monat Juni bezieht man sich vor allem auf die Erkennung von Fahrradfahrern, die für viele selbstfahrende Autos noch eine große Herausforderung sind. Außerdem gab es auch wieder zwei kleinere Unfälle, an denen das Google-Auto wie so oft schuldlos gewesen ist.


Googles selbstfahrende Fahrzeuge sind mittlerweile in 4 US-Städten unterwegs und haben dabei seit dem Start des Projekts vor über sieben Jahren schon über 2,7 Millionen Kilometer im automatischen Modus zurückt gelegt. Pro Woche kommen gut 26.000 Kilometer dazu, die von insgesamt 58 Fahrzeugen zurück gelegt werden: 24 Lexus RX450h und 34 Google Cars.

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Fahrradfahrer sind sowohl für autonome Fahrzeuge als auch für Fahrer aus Fleisch und Blut eine besondere Herausforderung: Sie sind schlecht geschützte Verkehrsteilnehmer, die sehr schnell werden und auch mal unvorhergesehen reagieren können. Für die selbstfahrenden Fahrzeuge ist es daher sehr wichtig, dass Fahrradfahrer auch als solche erkannt werden. Und das funktioniert mittlerweile so gut, dass auch die Handzeichen erkannt werden und sich das System so auf einen Abbiegevorgang des Fahrradfahrers einstellen kann.

Aber auch andere Dinge müssen berücksichtigt und auch vorausgesehen werden: So werden z.B. auch offene Autotüren erkannt, an denen ein Fahrradfahrer gewöhnlich mit einem großen Schlenker in Richtung Straßenmitte vorbei fährt. Außerdem gibt die Software einem Fahrradfahrer auch sehr viel mehr Toleranz als einem gegnerischen Auto und wird diesen nur mit einem sehr viel größeren Abstand überholen. Fährt das Fahrrad mitten auf der Straße, wird sich das Fahrzeug brav dahinter halten und es nicht „gefährlich“ überholen.



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Wie gut die Erkennung mittlerweile funktioniert zeigt obige Aufnahme: Der 360 Grad-Sensor erkennt über 100 Fahrradfahrer gleichzeitig, die ihre Bahnen um das Fahrzeug ziehen. Jedes Fahrrad wird individuell erkannt, deren zurück gelegte Strecke erfasst und es werden sogar Vorhersagen über die wahrscheinliche Fahrtrichtung gemacht. Im Alltag wird es eine solche Situation wahrscheinlich niemals geben, aber die Erkennung von so vielen beweglichen Objekten gleichzeitig ist schon beeindruckend.

Für diesen Test wurde das Fahrzeug natürlich nicht gefahren, sondern befand sich im Stillstand. Anschließend haben sich 100 Googler ihre Fahrräder geschnappt und sind im Kreis um das Fahrzeug gefahren. Tatsächlich sollen alle Fahrräder wahrgenommen und ihre korrekte Richtung erkannt worden sein, und das obwohl sie sich natürlich gegenseitig verdeckt haben.



Auch im vergangenen Monat waren die Fahrzeuge wieder in zwei Unfälle verwickelt, die aber äußerst glimpflich ausgegangen sind. In beiden Fällen war eines der kleinen runden Google-Cars verstrickt.

Am 6. Juni wollte ein hinter dem Google-Car fahrendes Auto das Fahrzeug überholen um in die Rechtsabbiegerspur zu kommen. Doch offenbar war diese an dieser Stelle noch nicht breit genug, so dass sich beide Fahrzeuge gestriffen haben. Bis auf einen Lackschaden ist an beiden Fahrzeugen aber nichts passiert.

Am 15. Juni hatte das Google-Fahrzeug an einer roten Ampel gestanden, und das schon für etwa eine Minute. Es gab also keine plötzliche Bremsung. Der Hintermann dürfte dann wohl geträumt haben, oder nicht bemerkt haben dass das eigene Fahrzeug rollt. Das hintere Fahrzeug ist dem Google-Car mit etwa 5 km/h hinten drauf gefahren.

» Der Bericht für Juni [PDF]



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