New Yorker Verkehrsausschuss: 3x Rechts statt 1x Links – Google Maps soll in Zukunft Linksabbieger verringern

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Immer mehr Menschen verlassen sich beim Auto fahren komplett auf ihr Navigationssystem und schalten dabei teilweise den Verstand aus und folgen stumpf den vorgegebenen Routen – und nicht selten kommen dabei mittlerweile auch die Google Maps zum Einsatz. Dadurch ergibt es sich, dass die großen Anbieter von Navigationslösungen zusammen einen großen Einfluss auf den Verkehr haben und so den gesamten Verkehrsfluss lenken und in dem Fall vielleicht auch Unfälle verhindern können. Jetzt hat der New Yorker Verkehrsausschuss aber eine sehr kuriose Forderung an Google gerichtet.


Google ist bei seiner Navigationslösung auch darauf bedacht, möglichst auch Unfälle zu verhindern – soweit dies denn möglich ist. Dazu hat man erst in der vergangenen Woche angekündigt, dass schon bald akustisch vor unbeschrankten Bahnübergängen gewarnt werden soll um die Autofahrer weiter zu sensibilisieren. Diese Umsetzung hat nun wohl Begehrlichkeiten beim New Yorker Verkehrsausschuss geweckt, der nun ebenfalls die Unfälle im Verkehr einschränken möchte und dabei Google in die Pflicht nimmt.

Achtung Vekehrszeichen -web

Laut Statistiken ist die häufige Ursache für Unfälle mit Fußgängern die, dass Autofahrer Links abbiegen und dabei die Fußgänger auf der Querstraße übersehen. Allen blinkenden Warnampeln zum trotz stehen diese Unfälle immer noch am ersten Platz im Ranking – und nicht selten enden diese Unfälle auch mit dem Tod des Fußgängers. Tatsächlich ist ein Verkehrsunfall in New York bei Unter 13-jährigen die Haupttodesursache. Um dies in Zukunft zu verhindern, möchte man nun einfach die Anzahl der Linksabbieger verringern – und dabei sollen dann auch die Navigationssysteme in den Fahrzeugen helfen.

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses Ydanis Rodriguez fordert nun, dass bei der Routenplanung in Zukunft berücksichtigt werden soll, dass die Autofahrer möglichst selten Links abbiegen. Für den Algorithmus dürfte dies natürlich kein großes Problem sein, aber für den Autofahrer hingegen wird das wohl zwangsweise in einer längeren Route enden – die dann mehr Zeit und mehr Benzin verbraucht. Natürlich soll nicht komplett auf das Linksabbiegen verzichtet werden, das wäre wohl auch kaum möglich – stattdessen soll die Navigation eine Option „Linksabbiegen verringern“ bekommen.



In den USA hat auch der Paketdienst UPS schon das Linksabbiegen als Zeitfresser und Unfallursache ausgemacht und hat seine Navigationssysteme ebenfalls darauf gepolt, dass die Autos möglichst nur Rechts statt Links abbiegen. Was der Verkehrsausschuss aber vielleicht nicht bedacht hat ist, dass beim Rechtsabbiegen hingegen wieder die Fahrradfahrer in den Fokus rücken und dort am meisten gefährdet sind – dann sinken die Fußgängerunfälle und die Unfälle mit Fahrradfahrern steigen an. Aber vielleicht fordert man dann auch einfach nur, dass die Autos nur noch Geradeaus fahren.

Wenn wir also in Zukunft von den Google Maps 3 mal nacheinander nach Rechts geschickt werden, dann wissen wir dass wir eigentlich hätten Links abbiegen müssen 😉

[Spiegel Online]



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comment ommentare zur “New Yorker Verkehrsausschuss: 3x Rechts statt 1x Links – Google Maps soll in Zukunft Linksabbieger verringern

  • Die Überschrift ist Quatsch und hat nichts mit der Forderung zu tun. Häufig lässt sich eine Route von A nach B wählen, die zeitlich absolut gleichwertig ist und trotzdem weniger Linksabbiegevorgänge enthält.

    Übrigens ist die Unfallgefahr bei Rechts- und Linksabbiegen mit Radfahrern und Fußgängern ungefähr gleich hoch. Jedoch ist die Geschwindigkeit beim engen Rechtsabbiegeradius wesentlich geringer und daher auch die Todesfolge.

    Insofern ist diese Anregung durchaus sinnvoll. Ich wäre allerdings davon ausgegangen, dass diese Funktion ohnehin schon im Google-Maps-Wegfinde-Algorithmus zumindest schwach bereits enthalten ist, wenn dadurch ein Zeitvorteil auszumachen ist.

  • Ich bin gespannt, wie das funktioniert, in New York sind ja die meisten Straßen One-Way (zumindest in Manhatten, und das dürfte Unfallschwerpunkt sein). Das wird einige Umwege und mehr Staus zu Folge haben. Aber wer steht, fährt niemanden tot…

    Ansonsten: wer mal in NYC war, weiß, dass vor allem Fußgänger-Ampeln eher so eine Art lustige Straßenbeleuchtung sind, kein Mensch hält sich auch nur im Geringsten an die Lichter. Viele gucken nicht mal hin – es wird einfach stur weitergangen. Ich war mal mit einem New Yorker zu Fuß unterwegs, der hat die Ampeln nicht mal registriert.

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