Innovation ConSensus entwirft Zukunfts-Charta für Deutschland

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In einer gemeinsamen Charta haben am Sonntag führende Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur neue Wege für mehr Innovationen in Deutschland vorgeschlagen. “Deutschland hat ein enormes Potenzial für Innovationen, geht aber bislang zu nachlässig damit um. Wir liefern konkrete Ideen und Projekte, das zu ändern”, hieß es in dem Zehn-Punkte-Chancenkatalog, der zum Abschluss des Zukunftsgipfels „Innovation ConSensus“ in Berlin an die Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft undTechnologie, Anne Ruth Herkes, übergeben wurde. Der Innovation ConSensus ist eine Initiative von Deutsche Bank, Google, Shell und dem Berliner Gründer-Campus Factory.

Am Wochenende hatten in Berlin 34 Vordenker aus DAX-Unternehmen, Mittelstand, Start-Ups, Hochschulen und Kulturbetrieben die vielversprechendsten Chancen in den Themenfeldern Arbeits- & Finanzierungsformen, Bildung & Gesundheit, Infrastruktur & Energie, Kultur & Kreativwirtschaft sowie Unternehmertum identifiziert. Die Experten schlugen unter anderem eine engere Zusammenarbeit von Banken, Business Angels, Crowdfunding-Plattformen und Venture-Capital-Firmen vor, um die Gründung und Finanzierung von Start-Ups zu verbessern. Deutsche Bank Berlin, Factory, Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, jovoto.de und Osborne & Partners vereinbarten, dazu eine konkrete Initiative zu starten.

Die Experten empfahlen in der ConSensus-Charta zudem, bei der Planung und dem Bau von Infrastruktur-Netzen die Bereiche Energie, Daten und Verkehr stärker zu verzahnen. Sie setzten sich ferner für freie, unentgeltliche Lehrmaterialien im Internet ein, die ein lebensbegleitendes Lernen möglich machen, und sie forderten einen Wandel der Arbeitskultur, der neben Wettbewerb vermehrt auf Zusammenarbeit setzt (Coopetition).

Die Experten wiesen jeder identifizierten Chance konkrete Beispiele aus der Praxis zu, die im Vorfeld des Gipfels über das Internet eingereicht worden waren. Die ausgewählten Leuchtturmprojekte reichten von einer europäischen Online-Plattform für Hochschulbildungsangebote (iversity), der Integration von Speichern für volatile erneuerbare Energien in bestehende Netze (Younicos), einem Handelsplatz für IT-Infrastruktur (Zimory) bis hin zu Aupair-Jobs für Senioren (Granny Aupair). Insgesamt waren über 280 Vorschläge online eingegangen.

Der Innovation ConSensus ist ein neues, für Deutschland ungewöhnliches Konferenzformat. Er ist gleichzeitig ein offener Prozess für Jedermann und Zukunftsgipfel in geschlossener Expertenrunde. Sein Ziel ist es, den Einfallsreichtum aus allen Teilen der Gesellschaft zusammenzuführen.

Neben Vertretern der Veranstalter wie Philipp Justus, Deutschland-Chef Google, Harald Eisenach, Mitglied der Geschäftsleitung Deutschland bei der Deutschen Bank, Dr. Wolfgang Warnecke, Chef-Wissenschaftler bei Shell, und Simon Schäfer, Gründer der Factory, wirkten unter anderem Gerd Strehle, Aufsichtsratschef Strenesse, Bastian Unterberg, CEO jovoto.de, Alf Henryk Wulf, Vorstandschef Alstom, Jürgen Graalmann, Vorstandsvorsitzender AOK Bundesverband, sowie Andreas Schulz, Intendant am Gewandhaus Leipzig, beim ConSensus mit.

Ein ausführlicher Abschlussbericht des “Berlin Innovation ConSensus” mit Analysen und Hintergrundmaterial wird bis Anfang Oktober fertiggestellt. Die Charta sowie weitere Informationen können unter www.innovationconsensus.de abgerufen werden.

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